Mädelsabend? Dann doch lieber noch einen Sekt…

mädelRose-Marie Donhauser möchte uns mit ihrem „Mädelsabend oder wie Du mit köstlichen & schnellen Rezepten Deine Freundinnen verwöhnst“ die Vorlage für die idealen Abend mit den Liebsten liefern. Saisonal und regional geht es bei ihr zu, aber auch die Tatsache, dass die Teilnehmerinnen ihrer eigenen Mädelsrunde aus allen Teilen Deutschlands stammen und somit unterschiedliche Traditionsgerichte beisteuern, trägt zu dieser Sammlung bei. In Ihrem Intro gibt sie nützliche Tipps (immer die dreifache Menge Wasser im Verhältnis zum Alkohol trinken), liefert Motto-Vorschläge (Kochen nach Farbe) und erteilt Ratschläge zur stressfreien und kostengünstigen Planung. Müsste ich jetzt nicht unbedingt haben, aber wenn Frau Donhäuser das Bedürfnis hat, mir dies mitzuteilen, sei’s drum. Mich interessieren natürlich die Rezepte. Los geht es mit „Brunch“ unter dem ich mir den klassischen Kaffee-Brunch vorstelle und dann erstmal irritiert bin. Hier gibt es „Gebackene Ziegenkäseröllchen“, „Frittata“, „Satayspieße mit Kokos-Erdnuss-Dipp“, „Kartoffelsüppchen mit Curryhaube“ oder auch „Sauerkraut-Auflauf mit Senf-Honigrahm“. Jetzt mal ganz ehrlich: was hat das bei einem Brunch zu suchen?? Ein Brunch sollte doch normalerweise eine Auswahl an Speisen sein, die es ermöglicht, vom Frühstück langsam zum Mittagessen überzugehen, oder? Idealerweise ist der Großteil der Gerichte kalt, weswegen er nicht sofort gegessen werden muss, der Rest sollte problemlos über längere Zeit warm gehalten werden können. Scheint mir beides nicht unbedingt zuzutreffen. „Lachs-Schneckenchen im Tortillamantel“ und „Mango-Tango mit Krabben“ oder wegen mir auch die „Gefüllte Tomaten mit Eiersalat“ sind ja okay, aber das andere? Thema verfehlt. Setzen. Sechs!
Nach dem Brunch lädt uns die Autorin zum „Kaffeeklatsch“ ein – wir sind gespannt. Apfelkuchen, Pflaumenkuchen, Schokokuchen und Rotweinkuchen mit dem entsprechenden Hinweis darauf, von welcher Freundin Roses das Rezept stammt. Äh – nette Geste, aber mir als Leserin ist das schnuppe und da ich für all diese Kuchen schon x-Rezepte habe, muss ich mich wiederholen. Setzen! Sechs! Und wie könnte es beim Kochbuch für die Frauenrunde auch anders sein: „Wenn wir mal wieder eine Diät machen…“ heißt es nun. Also wenn ich eine Diät mache, bleib ich halt daheim und treffe mich nicht mit meiner Weiberrunde zum Schlemmen, aber schauen wir mal ganz vorurteilsfrei, was die Rose so macht. Salat, Salat, Gemüse mit Fisch, Rohkoststicks – wow. Da bleib ich doch freiwillig daheim, sorry. Das beste an dem Kapitel ist jedoch die Tatsache, dass sowohl der Salat als auch die Nudeln mit Pute und Gemüse nicht einen Tropfen Soße oder Dressing zu sehen bekommen haben. Ich glaub so trockene Bilder hab ich tatsächlich noch in keinem Kochbuch gesehen. Und dann schiebt Rose noch die Rubrik „Partyfood“ nach, das wir auch super zu den Freundinnen mitbringen können. „Spinatbällchen in Curryjoghurt“, „Zucchini-Quiche mit Krabben“ (von Gitte!), „Rheinischer Kartoffelsalat“ (von Gaby!) – tut alles nicht weh, ist alles sicher ganz lecker, aber leider halt nicht sonderlich neu. Dann gibt es noch eine Abteilung „Ratz Fatz“ in der wir Suppen-, Pasta- Fisch- und Querbeetallesrezepte finden, was irgendwie angeblich nicht stundenlangen Aufwand bedeutet. Da, wo uns die Bilder wirklich interessieren würden, nämlich bei „Multikulti“, fehlen sie leider bei den wirklich spannenden Rezepten (Bagna Caôda, Sushi-Wickler, Shabu-Shabu) und das, was wir gezeigt bekommen… wie war doch gleich die Nummer vom Pizzadienst? Eine Chance geben wir der Autorin noch: „Süße Sünde“. Wieder Kuchen (Clafoutis mit Vanillesauce), Kaiserschmarrn und Marzipanmousse mit Schokolade sind zwar nicht neu, aber immerhin ein Tipp. Was ich jedoch von „Eiskaltes Prosecco-Vergnügen mit Zitronengranita“ (=Zitrone+Zucker+Prosecco) oder „Schoggi-Fondue“ (= Vollmilchschoko + Fruchtauswahl) halten soll, weiß ich ja nicht. Ich fühle mich ein bisschen verärgert. Ich versuch das mal in einem möglichst neutralen Fazit zusammenzufassen: Die Rose feiert mit ihren Freundinnen immer einen männerfreien Abend, bei dem es halt auch was zu essen gibt. Das sind querbeet alle möglichen Sachen, jeder macht ab und an mal was und jetzt hat die Rose ein paar von den Rezepten, die alle mochten in einem Buch zusammengefasst und das wurde dann zur Freude der Mädelsrunde sogar gedruckt. Die meisten Sachen kennt man, die Rose hat brav gesagt, von wem das Rezept stammt und hat dann noch versucht, geeignete Überschriften zu finden, unter denen man das zusammenfassen kann. Joah. Setzen! Sechs!

Anfängertauglichkeit: ☆☆☆
Alltagstauglichkeit: ☆☆☆☆
Geschenkqualität:
Originalität:

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