Nicht nur für das Krümelmonster: ke:xs

kexsWer Knabberkram nicht mag, kann hier aufhören zu lesen, denn „ke:xs. süß, salzig, köstlich“ aus dem Brandstätter Verlag von Ilse König, Clara Monti und Inge Prader ist das ultimative Buch für alle Keksfreunde. Ilse König, die viel in der Welt herumgekommen ist, hat schnell erkannt: „Kekse haben immer Saison und passen zu jeder Gelegenheit.“ Dem kann ich mich nur anschließen. Ob morgens zum Frühstück ein knuspriger Vollkornkeks, mittags zum Kaffee eine süße Begleitung oder abends vor dem Fernseher eine herzhafte Variante – der Keks ist unkompliziert und extrem wandlungsfähig. Zudem kleckert er nicht, wird bei Sonne nicht flüssig und lässt sich hervorragend auf Vorrat herstellen und lagern. Warum also sollte der Keks seine Existenzberechtigung in erster Linie Weihnachten und dem Kaffeetrinken verdanken? Warum der Keks viel mehr ist, woher er ursprünglich stammt und wie Sie zu der Idee für ihr Buch kam, erklärt die Autorin im kurzen aber prägnanten Vorwort. Aber viel wichtiger: Die KEKSE! König teilt ihr Buch zur Hälft in salzige und zur anderen Hälfte in süße Varainten. Über 80 Rezepte von „Beaufort-Kekse mit rosa Pfeffer“, „Cantucci mit Oliven und Kapern“, „Currymonde mit Kichererbsenmehl und Ziegenkäse“ bis hin zu „Kürbiskern-Speck-Cookies“ in der salzigen Abteilung und „Shortbread mit Berberitzen“, Ingwer-Limetten-Sablés“ und „Buttermilch-Muskat-Biscuits“ als süße Optionen stehen zur Auswahl. König spielt mit unterschiedlichsten Mehlarten und Gewürzen und rät auch dazu „variieren Sie Gewürze und Aromen, probieren Sie verschiedene Nüsse, experimentieren Sie mit unterschiedlichen Mehlsorten, tauschen Sie Zutaten gegen ähnliche aus.“ Das finde ich doch mal unglaublich sympathisch, dass da jemand offen zugibt „ich schaue manchmal einfach, was ich gerade zu Hause habe und verwende, was meiner Einschätzung nach zusammenpasst.“ Wer bislang eher selten den Koch- und Backlöffel geschwungen hat, sollte sich zwar doch eher ans Rezept halten, wer alllerdings schon Erfahrung mitbringt, hat somit die offizielle Erlaubnis, auszuprobieren. Ich glaube nicht, dass ich bislang schonmal in einem Backbuch diese Aufforderung gelesen habe und finde es schön, dass man auf diesem Wege zur Eigeninitiative animiert wird.

Bei vielen Keksen stehe ich erst einmal auf dem Schlauch und muss mir die Zutatenliste durchlesen, da ich unter anderem noch nie etwas von „Ciambelline“, „Koulourakia“, „Krumiri“, „Reginelle“ oder „Sablés“ gehört habe, doch zum Glück gibt es im Anschluss an die Rezepte das „Ke:xsikon“, ein Lexikon der Kekssorten, welche in diesem Buch vorgestellt werden.
Hilfreich bei „ke:xs. süß, salzig, köstlich“ ist auf alle Fälle auch das Zutaten-Glossar, in dem man nachlesen kann, was es mit „Kamutmehl“ auf sich hat,  in welcher Landesküche „Kastanienmehl“ zum Einsatz kommt und, wo ich „Kichererbsenmehl“ kaufen kann.  Auch die detaillierten Tipps zu „vorbereiten“, „zubereiten“, „formen“ sowie „backen“, „abkühlen“ und „aufbewahren“ sind durchaus praktisch.

Das hochwertige, ansprechende und höchst ästhetische Buch mit tollen Bildern zu allen! Rezepten und vielen hilfreichen Ergänzungen zu den einzelnen Anleitungen macht definitiv Lust einfach mal zwischendurch zu backen. Wer generell kein großer Fan von Käse ist, wird auf etliche der herzhaften Rezepte verzichten müssen, da in recht vielen Rezepten unterschiedliche Käse zum Einsatz kommen. Bei den süßen Keksen ist dies dann aber zum Glück nicht der Fall 😉

Für mich eine große Bereicherung und eine optische Genussreise. Leckerst!

Anfängertauglichkeit: ☆☆☆
Alltagstauglichkeit: ☆☆☆
Geschenkqualität: ☆☆☆☆
Originalität: ☆☆☆☆

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