Kennste‘ schon? Trotzdem ganz lecker, ne!

anbeißenFür Partys, Geburtstage und Feiern aller Art finde ich ein Fingerfood-Buffet immer extrem praktisch. Man kann es gut vorbereiten, jeder kann sich das rauspicken, was ihm gefällt und wenn mal was wirklich nicht klappt, fällt keinem auf, dass irgendwas fehlt … Klar also, dass ich mich mit großem Interesse auf „Zum Anbeißen lecker! Häppchen, Snacks & Fingerfood“ von Chandima Soysa (Thorbecke Verlag) stürze, um mein Repertoire an „ich-bring-gerne-was-mit“-Snacks zu erweitern. Erster Eindruck: Richtig leckere Fotos kombiniert mit thematisch passenden Zeichnungen und farblich angepassten Überschriften- mir gefällt das gut. Ein bisschen verspielt, aber nicht kitschig und nicht überladen.
Beim Aufbau des Buches folgen auf eine kurze Erklärung der Autorin, wie Sie zum Kochen kam („Der Papa, experimentierfreudiger Hobbykoch aus Sri Lanka, die Mama, versierte Hobbybäckerin mit portugiesischen, holländischen und englischen Vorfahren..“) direkt die Rezepte. Eine Einteilung nach herzhaft, süß oder Ähnlichem erfolgt nicht – also stürzen wir uns mittenrein in die Welt der Snacks. Ein paar der Gerichte waren zugegeben vorhersehbar (Polenta-Ecken, gefüllte Datteln, Hummus, Hackbällchen, Guacemole…), ein paar – wie leider ziemlich oft in solchen Werken – schlichtweg überflüssig (Garnelen mit Schnittlauchröllchen, Sandwich mit Lachs, Gemüsesticks) und einige – in meinen Augen – einfach unpassend als Häppchen oder Fingerfood (Kohlrabisüppchen, Hähnchen im Kaffir-Kokosbad, Omelett mit Shitakepilzen). Vielleicht habe ich bei dem Titel ein bisschen andere Vorstellungen, aber „Häppchen, Snacks & Fingerfood“ verbindet bei mir optimalerweise die Tatsache, dass man sie kalt essen kann, man außer den Fingern und vielleicht einem Pikser oder einer Gabel nichts braucht und man es im Stehen verspeisen kann. Alles, was Suppe ist, fällt damit schonmal raus. Chili con carne lasse ich mir noch gefallen, weil man das bei einer Party auch mal stundenlang auf dem Herd erwärmen kann ohne, dass es schlechter wird. Aber bevor das jetzt so klingt, als könnte ich dem Buch nichts abgewinnen – nein, es gibt durchaus auch positive Aspekte. Abgesehen von der schönen optischen Aufbereitung finde ich es sehr schön, dass viele der Rezepte vegetarisch sind, man alle ohne großen Aufwand zubereiten kann und keines der Gerichte wirklich viele oder komplizierte Zutaten braucht. Zudem sind ein paar der Snacks richtig kreativ abgewandelt (erklärt sich vermutlich durch den multikulti Einfluss) wie zum Beispiel „Möhrensalat mit Orange und Zimt“, „Gurkensalat mit Chilinote“, „Bruschetta mit Zucchini und Limette“ oder auch das „Rote-Bete-Türmchen mit Kaki-Etagen“. Ein eindeutiges Urteil fällt mir schwer. Für jemanden, der noch nicht viele Fingerfood-Bücher hat, lohnt sich das Werk sicherlich, für alle, die erwarten, dass das Rad hier neu erfunden wird, ist es nichts (aber immerhin rollt das Rad)…

Anfängertauglichkeit: ☆☆☆☆
Alltagstauglichkeit: ☆☆☆☆☆
Geschenkqualität: ☆☆
Originalität: ☆

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