Im Cupcake-Wunderland mit Ana

cupWer Probleme  mit bunten, dekorierten und zuweilen recht kitschigen Leckereien hat, der kann sich „Cup Cake Queen. Anas Grandiose Rezeptideen.“ von Ana Laura Mühle Braga (Landwirtschaftsverlag) direkt sparen. Alle anderen (sprich, so ziemlich die ganze Frauenwelt ^^) darf sich auf eine wahre Farb- und Verzierungsbombe freuen (wer sich gerade in der Fastenphase befindet oder auf Kalorien achtet, der sollte vorsichtshalber auch einen grooooßen Bogen um das Buch machen, denn im Prinzip besteht das Topping, also die Creme auf dem Törtchen, wahlweise aus Butter und Puderzucker oder Butter, Puderzucker und Frischkäse…) Da der Cupcake halt einfach vom Topping lebt, kann man dieses auch nicht figurfrendlich umgestalten, sondern es gilt stattdessen: je opulenter, desto besser. Die Autorin (anhand der Bilder kann man sehen, dass nicht nur ihre Backwerke, sondern auch ihre Haare häufiger mal ein bisschen Farbe abbekommen), die nach eigenen Angaben seit ihrem achten Lebensjahr backt und bei einem Amerikaurlaub ihre Leidenschaft für die kleinen Küchlein entdeckte, verspricht uns im Intro bereits „ein kleines Stück Himmel auf Erden“. Eingeteilt in die Kategorien „Sweet’n Heavenly“, „Fruity & Bright“, „Luxury Delight“, „Fun for Kids“, „Famous Stars“, „Creepy Creatures“, „Great Parties“, „Flower Power“, „Vegan Pleasures“ und „Crazy Creations“ liefern rund 30 Rezepte ein eindrucksvolles Bild der Cupcake-Vielfalt. Der Teig ist im Prinzip immer ähnlich (man könnte also auch einen Teig machen und diesen mit unterschiedlichen Toppings garnieren), den Unterschied macht in erster Linie die süße Krönung „on top“. Mal mit Erdnussbutter, Marshmallows, Nutella oder Karamellsauce – eigentlich lässt sich aus jedem süßen Grundprodukt, das für sich alleine schon sündig gut ist, auch ein tolles Topping zaubern. Hinzu kommen dann natürlich noch (ziemlich oft) Lebensmittelfarbe, Perlchen, Glitzer, Schokodrops, Marzipan und Gummibärchen als Dekoration – erlaubt ist, was gefällt.
cup2Zu jedem Rezept gibt es eine ganze Seite mit einem Foto des (hoffentlich) zu erwartenden Endproduktes und ich muss sagen, dass mich fast alle Cupcakes optisch umhauen. Ich gebe allerings zu, der Regenbogen-Cupcake (sieht so aus, wie es klingt) und Kompositionen wie „Shark Bites“ (grüner Teig mit einem Topping, das an pürierten Schlumpf erinnert) sind mir dann doch ein bisschen zuuuu gewagt, zumal ich ungerne blaue und gründe Dinge esse, bei denen es sich nicht um Obst oder Gemüse handelt… „Creepy Creatures“ mit Halloween-Küchlein, die Kinderabteilung und das, was Ana „Crazy“ oder „Flower Power“ nennt, würde ich jetzt nicht unbedingt den Kollegen vorsetzen – man ist sich beim Anblick der wilden Farbexperimente einfach nicht ganz sicher, ob das nicht doch giftig ist – die anderen Rezepte hingegen finde ich toll. Besonders zeitgemäß ist auch, dass es auch ein Kapitel für Veganer gibt, in dem Ana mit Kokosnussöl, Kokosnussmilch, Mandelmilch und Rapsöl mindestens ebenso leckere Kreationen entwirft. Meine Favoriten? „Salted Caramel“, „Carrot Minicakes“ und „Peanut Treat“ – wenn Sünde so lecker ist, kann sie doch nicht schlimm sein ^^. Hervorheben möchte ich noch die Rezepte-Einteilung der Autorin in „einfach“, „mittel“ und „knifflig“ so dass sich jeder Anfänger langsam herantasten kann und nicht mit dem ersten Rezept gleich ein Frusterlebnis verbuchen muss.

Anfängertauglichkeit: ☆☆☆☆☆
Alltagstauglichkeit: ☆☆☆☆☆
Geschenkqualität: ☆☆☆☆☆
Originalität: ☆☆☆☆☆

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