Die Chaotin erobert die heimischen Küchen

miaMirja Hoechst (Mia) kenne ich bereits seit längerem durch ihren Blog „kuechenchaotin.de“, den ich gerne und regelmäßig lese. Endlich gibt es eine Auswahl ihrer Rezepte in „Mias süße Kleinigkeiten. Rezepte der Küchenchaotin“, erschienen im Thorbecke Verlag. MIt dem Buch, so verrät die autorin im Vorwort, ist ihr ganz großer Traum in Erfüllung gegangen und wir erfahren auch gleich, warum ihre Rezepte auf den Bildern immer so verführerisch aussehen – die Gute ist hauptberuflich nämlich Fotografin. Auf jeden Fall freuen wir uns mit ihr zusammen, dass es nun diese Sammlung ihrer Leckereien gibt und wünschen weiterhin vile Erfolg – aber jetzt mal schnell zu den Rezepten. mia2„Auf die Hand“ heißt das erste Kapitel und liefert mit Scones und Brioches, gefüllten Quarktäschchen und Miniwindbeuteln eine internationale Auswahl an süßem „Fingerfood“. Die Anleitungen sind sehr präzise, knapp und sehen eindeutig nach „machbar“ aus. Die zweite Rubrik kommt dann mit „Törtchen und Küchlein“ daher und liefret uns unter anderem Rezepte für Avokadokuchen, Lemon-Curd-Streuselkuchen und Bananenbrot. Alles definitiv machbar und mit dem notwendigen Kick, dass man es nicht als „altbekannt“ abtut. Zwischen den Rezepten, die – wie sollte es bei einer Fotografin anders sein – natürlich alle ehrenhalber mit Foto dargstellt werden, gibt es unter anderm Tipps wie „Mein Vorrat für alle Fälle“ und „Meine 10 besten Backtipps“ (mich persönlich kriegt sie ja schon mit Punkt 1: „Anleitungen lesen“ *hust* … kennste, wenn du bei Schritt fünf bist und dann merkst, dass das blöd formuliert war und Punkt sieben schlussendlich doch vor Punkt fünf hätte gemacht werden müssen, ne?! Und versuch dann mal das Ei wieder aus dem Zucker zu kriegen oder die flüssige Butter aus dem Mehl…). Knappe und praktische Ratschläge halt, die erprobt sind und die ich von der Küchenchaotin daher gerne annehme. Mit „Aus Schüsseln und Gläsern“, dem dritten Kapitel, kommen wir dann zu dem, was ich persönlich ja sehr liebe: Cremes, Crumbles, Trifles. Von Blaubeercrumble, über Karamell-Frappucino, „Overnight Oats mit Schoko und Banane“ bis hin zu Cheeseckae im Glas ist hier alles dabei. Auch Klassiker wie Milchreis oder Tiramisu oder Rote Grütze mit Vanillesauce werden hier drapiert, wobei ich Milchreis und Rote Grütze, die beide einfach in Porzellanschälchen angerichtet werden jetzt nicht sonderlich innovativ oder neu finde. Das Tiramisu im Glas finde ich eine praktische Idee, wenn ich mich daran erinner, wie ein normales Tiramisu spätestens nachdem sich der dritte Gast bedient hat mehr einem Schlachtfeld gleicht, denn einem Nachtisch. Allgemein für mich dennoch das schwächste Kapitel, weil lecker, aber unspektakulär. Dass es auch anderes geht zeigt dann wiederum „Tartes und Tartelettes“ in dem „Banoffee-Tartelettes“ ( Bananen, Kekse, Dulce de Leche (eine gezuckerte Kondensmilch)), „Crème-Brulée-Tartelettes“ und „Schoko-Schoko-Schokompusse-Tarte“ meinen Speichelfluss in Wallungen bringen. Ich bin tatsächlich versucht, mal kurz am Buch zu lecken… okay, so wird das nix. Da muss ich wohl gleich selbst ran. Zuvor kämpfe ich mich aber noch tapfer mit den letzten nicht sabbernden Gehirnzellen (und das sind echt wenige gerade) durch „Aus dem Eisschrank“  mit Hugo-Eispops, Pfirsich-Maracuja-Granita und „Salziges Karamelleis“ während ich in Gedanken schon bei meinen „Crème-Brulée-Tartelettes“ verweile, die heute eindeutig fällig sind.
Mein Fazit zum Buch? Schön, lecker, ansprechend. Was könnte man auch bei einer Bloggerin, die zudem gelernte Fotografin erwarten? Und wer jetzt fragt, warum man sich denn bitteschön ein Buch kaufen sollte, wenn man die Rezepte doch auch kostenlos auf dem Blog bekommt, dem sage ich Folgendes: 1. weil Mia es verdient hat, 2. weil das Internet gerade in den Fällen, in denen man es braucht, spontan mal nicht tut und 3. weil ich mir die schönen Fotos so rund um die Uhr zu Gemüte führen kann und das Buch in meinem Schrank einfach gut aussieht 😉

Anfängertauglichkeit: ☆☆☆☆☆
Alltagstauglichkeit: ☆☆☆☆☆
Geschenkqualität: ☆☆☆☆☆
Originalität: ☆☆☆

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