Zuckersüß doch zuckerfrei – gesundes Naschen

süßSüßes ist bekanntlich ein Laster, dem man sich nicht allzu oft hingeben sollte. Zucker macht abhängig, ist ungesund und dabei doch so ungemein lecker. Dieses Problem hat auch Ulrike Hoffer erkannt, die mit „Süsses ohne Frust. Leckere Kuchen und Desserts ohne Zucker, Gluten & Lactose“ (erschienen im Landwirtschaftsverlag) gleich mehrere Zielgruppen bedient. Für viele ist Süßkram nämlich nicht nur wegen des Zuckers ein Problem, sondern wegen der beiden oben erwähnten anderen Inhaltsstoffe. Es ist zwar weiterhin strittig, ob die Menschheit tatsächlich eine größere Intoleranz gegen diese Stoffe entwickelt hat oder viele sie einfach nur meiden, weil es ja sein könnte dass man… Fakt ist, dass bei diesen Rezepten alle glücklich sind und bedenkenlos zugreifen können. Da muss man sich dann keinen Kopf drüber machen, wenn man das beim Geburtstag hinstellt oder im Büro verteilt. süß2In der Einleitung erzählt die Autorin wie Sie zu ihrem Projekt kam, wie Zucker unser Gehirn und Blutzucker die Stimmung beeinflussen und wie man sich selbst „re-set-et“, um aus diesem Teufelskreis auszubrechen und Süße wieder bewusst wahrnehmen zu können. Im Prinzip das, was ganz viele in der Fastenzeit auch machen. Okay, spätestens an dem Punkt ist klar, dass die Autorin irgendwas mit Ernährung zu tun hat – und tadaa, eine Ernährungeberaterin. Das erklärt dann auch die umfangreichen 16 Seiten Introtext, in denen Sie dann auch noch die Zusammenhänge von „Stress und Naschlust“ und „Kaffee, Schlaf und Naschlust“ hinterfragt. Wir wollen was Süßes, wenn wir im Stress sind, an Schlafmangel leiden, Kaffe trinken … blöd, ne. Aber natürlich gibt sie auch Tipps, wie wir diese Fallen umgehen oder das Verlangen zumindest eindämmen können. Danach geht es noch um die Diskussion, ob Stevia gesünder ist als Zucker, Gluten- und Milchunverträglichkeit und die gesunde Ernährung insgesamt. Boah – was ein Stress, da brauch ich doch glatt erstmal ein Stück Schoko, bevor ich mich jetzt den Rezepten zuwenden kann. ^^
Fünf Rubriken erwarten uns: „Gebäck“, „Eis & Fruchteis“, „Süßigkeiten“, „Desserts“ und „Smoothies & Drinks“. Für alle mit klassischen Allergien/ Nahrungsunverträglichkeiten wie „Nüsse“, ist das Buch wenig geeignet, da man Milch, Zucker und Gluten ja irgendwie ersetzen muss. Die Süße kommt dabei ganz oft über Bananen, Datteln, Feigen – da ich die beiden letzteren nicht vertrage, ist das für mich nicht ganz so gut umsetzbar… Zudem habe ich persönlich eine ganz großes Problem mit Hasel- und Walnüssen, die leider auch für das benötigte Fett zum Einsatz kommen. *damn*. Ich vermute, dass man auch andere Trockenfrüchte nehmen kann und eventuell auch andere Nüsse, aber da im Kapitel „Süßigkeiten“ in wirklich jedem Rezept Datteln verarbeitet werden, bin ich schon ein wenig frustriert. Dafür kann die Autorin aber nichts, deswegen lasse ich das bei der Bewertung außen vor. Man kann ja nun wirklich nicht auf alle Unverträglichkeiten eingehen und mit einem einzigen Werk schon „Lactose, „Gluten“ und „Raffineriezucker“ aufzugreifen, finde ich eindeutig beachtlich genug. Da halte ich als Randgruppe mal die Klappe und freue mich für alle, denen die Rezepte den Genuss von Süßem ohne Reue und Bauchweh ermöglichen. Haferkekse, klassische Muffins, Pralinen, das sind eben Klassiker, ziemlich ausgefallen finde ich die Rezepte für „Süßkartoffel-Muffins“, „den „Kardamomkuchen“ und den „Chocolate Chai Mudcake“. Auch die Bilder sprechen mich an und rufen definitiv nicht auf fünf Kilometer schon „Achtung! Ich bin gesund!!!“, sondern „Achtung! Ich bin lecker!“ Was auffällt ist, dass man bei velen Rezepten den Hinweis erhält, dass das Produkt nicht ganz fest wird und eventuell etwas „feucht“ wird. Wer seine Kuchen und Naschereien also lieber nicht so saftig mag, der sollte bei traditionellen Rezepten bleiben. Die Eiscremes sind ebenso etwas gewöhnungsbedürftig, da hier keine Milch und keine Sahne zum Einsatz kommen, sondern diverse Nüsse, die püriert für die notwendige Fettigkeit des Eises sorgen. Muss man probieren, ob es einem zusagt. Für alle, die ansonsten auf den Genuss von Eis verzichten müssten, sicherlich eine gute Alternative. In „Süßwaren“ erwarten uns diverse Pralinen, Zimtrauten, Snickersriegel und Trüffeln. Wie oben beschrieben, nicht meine Kategorie. Im vorletzten Kapitel gibt es dann Obst und Kuchen („Erdbeeren mit Haselnusssauce“, „Tolle Blaubeertorte“), im letzten Teil bietet uns das Buch dann noch Leckeres zum Schlürfen wie „Pink Milch“ (Cashewkerne und Erdbeeren), „Green Milk“ (Cashewkerne, Minze, Petersilie) oder „Himbeer-Lakritz-Zitrus“. Auch hier muss die klassische Kuhmilch eben ersetzt werden, weswegen Hafermilch, Madelmilich und diverse Nüsse zum Einsatz kommen. Ich gebe zu, ich tue mir etwas schwer. Ich stehe auf Milch und Sahne (derzeit lactosefrei, weil ich mit der normalen Milch so meine Probleme habe und mit allen anderen Milchersatzarten einfach geschmacklich nicht einig werde), aber so Hafermilch und so… nee, das ist nicht meines. Zudem die Nüsse, die Datteln, die Feigen. Für mich ist das Buch leider eher ungünstig, weil es gerade diese Produkte einsetzt, um andere (die ich vertragen würde) zu ersetzen. Dennoch finde ich das Buch toll, weil es wie schon gesagt, mehrere „problematische“ Zielgruppen bedient.

Anfängertauglichkeit: ☆☆☆☆☆
Alltagstauglichkeit: ☆☆☆☆
Geschenkqualität: ☆☆
Originalität: ☆☆

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