Italien auf meinem Tisch

tavola1A Tavola!“ bittet Christian Henze und verspricht „Die echte Cucina Italiana für Zuhause“, erschienen im Südwestverlag. Für Henze bietet die italienische Küche, die er automatisch mit dem „dolce vita“ verbindet, zahlreiche Vorteile: „Sie ist schnell, sie ist einfach, sie ist ehrlich. (…) Wenn wir kochen, wollen wir (…) nicht ewig in der Küche stehen.“ Sehr sympathisch spricht er sich für eine Küche abseits von Pipette und Schäumchen aus und möchte lieber zeigen, dass gutes Essen nicht aufwendig sein muss. Auch seine Erklärung, dass alle Bilder in Deutschland entstanden sind, weil er gerade zeigen wollte, dass man das italienische Flair auch zu uns holen kann, gefällt mir. Dafür gibt es ein dickes „Like!“ Wie in der italienischen Küche üblich starten wir mit den „Antipasti“: „Thunfischtartar mit Chili und Rucola“, „Marinierte Pilze mit geschmolzenem Mozzarella“ und „Knusperparmesan mit Olivensalat“ nehmen uns mit auf die kleine Reise nach bella Italia. Unterbrochen werden alle Kapitel mit wunderschönen „Impressiono“, die den Koch, die Gerichte, oder einfach das „dolce vita“ zeigen. Das zweite Kapitel „Pasta“ überrascht mit ausgefallenen Versionen wie „Fregola Sarda mit Parmaschnken und Taleggio“, „Pasta mit Tomaten-Rotwein-Sauce“ oder auch „Geschmolzene Strozzapreti mit Lachs, Scamorza und Trauben“. Ich gebe aber zu, dass ich an dieser Stelle die ein oder andere Zutat googlen muss, weil ich noch nie davon gehört habe… Ich betrachte das mal als Horizonterweiterung für den nächsten Urlaub. Auf Pasta folgt „Pizza“ und auch hier finden wir keineswegs nur die Klassiker: „Kartoffelpizza mit Thunfisch“, „Weiße Lachspizza mit Mascarpone und Sardellen“ und „Olivenpizza mit Scampi, Rucola und Knoblauchcreme“ präsentieren die Vielfalt abseits von Salami-, Pilz-, oder Schinkenpizza. Das vierte Kapitel „Verdure“, also Gemüse, freut mich sehr, da ich es immer schade finde, wenn dieses allzu kurz gerät oder quasi nur als „Beilage“ abgehandelt wird. Hier demonstrieren stattdessen „Gefüllte Zucchini mit Kartoffeln und Taleggio“, „Gegrillter Treviso mit Olivencreme und Parmesanchips“ und „Lauwarmes Fenchelgemüse mit Bulgur“, dass es kein Fleisch für eine perfekte Mahlzeit braucht. Ein Kapitel „Pesca“ und ein Kapitel „Carne“ gibt es aber natürlich trotzdem mit Lachs, Jakobsmuscheln, Thunfisch, Kalb, Hähnchen und allem, was da Herz begehrt.

tavola2Da wird gebraten, gegrillt, gebacken, gedünstet etc…. alles frisch, alles lecker, aber mich reizt dann doch noch viel mehr die letzte Abteilung „Dolci“, denn was wäre Italien ohne seinen Nachtisch? Das Tiramisu gibt es diesmal als „Mandeltiramisu“, die „Panna cotta“ kommt in Begleitung von Lavendel und Pistazien auf den Tisch und der Schokoladenkuchen umgibt sich mit Amarettosahne. Wer es klassisch mag, der bekommt die „Cassata à la Siciliana“, wer es kühl mag, erfrischt sich an „Amaretto-Eis mit Vanillegrissini“. Lecker! Insgesamt ein wirklich ansprechendes Werk mit tollen Bildern, ausgefallenen Rezepten, bei denen wirklich jeder etwas findet, was ihm schmeckt.

Anfängertauglichkeit: ☆☆☆☆
Alltagstauglichkeit: ☆☆☆
Geschenkqualität: ☆☆☆
Originalität: ☆☆☆

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