Lecker und stressfrei ins Wochenende

freitagEndlich Freitag, denkt sich wohl der Großteil der arbeitenden Bevölkerung, wenn das Wochenende unmittelbar vor der Tür steht. So auch Liselotte Forslin, die mit „Endlich Freitag!: Schnell & einfach: Die besten Rezepte für den perfekten Start ins Wochenende.“ aus dem Edel-Verlag die passende Anleitung für einen garantiert relaxten Wochenausklang bietet. Verspricht Sie zumindest… denn wer hat am Freitagabend schon groß Lust, lange in der Küche zu stehen? Ebend! Ob Salat, Sandwich, Baguette, Eintöpfe, Pastagerichte, Tacos oder auch Suppen – bei der Liselotte ist freitags alles drin. Da gibt es von der „Freitagsabendbrotzeit“ (belegte Stullen) über „Freitagspizza“ oder „Burger nach meinem Geschmack“ quasi alles, was man in weniger als 30 Minuten zubereiten kann. Mir persönlich fehlt da irgendwie der rote Faden. Mokka-Eis mit Schokoladen-Granache, Miesmuscheln mit Pesto-Baguette oder Carbonara. freitag2Das ist alles weder besonders ausgefallen, noch erschließt sich mir, warum sich gerade diese Rezepte für den Start ins Wochenende anbieten. Zumal ich eigentlich eher dazu bereit bin freitags ein paar Minuten länger in er Küche zu stehen als unter der Woche, wenn ich weiß, dass ich morgens wieder früh raus muss. Aber da die Liselotte Food-Journalistin, Food-Stylistin und Kochbuchautorin ist, hat sie wohl auch freitags einfach keine Lust mehr, groß zu kochen (ein Wunder, dass Sie überhaupt noch Essen sehen kann) und dann muss es da eben (wie jeden Tag) schnell gehen. Zumindest die Bilder finde ich wirklich lecker und ansprechend, wobei diese nicht von ihr stammen, sondern von Ulrika Ekblom. Ein anderes Buch von Liselotte heißt übrigens „Junk Food. – Aber richtig!“ – erklärt zumindest mal, warum auch freitags Pizza, Burger, Pommes und Co dabei sein müssen.
Die Rezepte selbst sind unkompliziert umsetzbar und
erfordern keine große Vorbereitung. Das geht schon alles recht ratz-fatz. Trotzdem bin ich mit dem Titel udn dem Konzept nicht ganz einverstanden – man versucht verzweifelt irgendeinen gemeinsamen Nenner für eine willkürliche Auswahl an Gerichten zu finden, die alle zwar lecker sind, aber nichts miteinander zu tun haben. Könnte quasi auch einfach heißen: „Lises 30-Minuten-Rezepte.“, „Kochst du noch oder isst du schon?“ oder „Schneller gekocht als gegessen.“ Würde sich aber wohl nicht so gut vermarkten lassen.
Und ganz ehrlich: Wenn ich mir „Zwiebelsuppe“, „Weiße Bohnen mit Salsicca“ oder „Puy-Linsen mit Kürbis, Ziegenkäse und Feigen“ als Abendbrot wünsche, dann sicherlich nicht, weil ich die Person im Bett neben mir besonders gut leiden kann… (soviel nur zu dem Aspekt „fürs Abendessen“).
Insgesamt optisch toll, inhaltlich durchaus nett, konzeptionell äußerst schwach. Sorry Liselotte, bleib doch lieber beim Anrichten der Speisen.

Anfängertauglichkeit: ☆☆☆☆
Alltagstauglichkeit: ☆☆☆☆
Geschenkqualität: ☆
Originalität: ☆

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