Den Sommer im Herzen

sommerEs regnet, es stürmt, die Blumen auf meinem Balkon ertrinken, mein Kater schmollt, weil er nicht raus darf und ich wünsche mir nur eines: Sonne. Da das aber nicht auf Knopfdruck funktioniert, beame ich mich mit „Mediterrane Sommerküche für heiße Tage und beste Freunde.“ von Corinna Jausseran aus dem Bassermann Verlag zumindest gedanklich in die warme Jahreszeit. Schon der Einband macht Lust auf Meer und mehr – sind doch Melonen so ein eindeutiges Indiz dafür, dass es Zeit ist, die FlipFlops und Trägerkleidchen aus der Versenkung zu holen. Das Buch gliedert sich in die sieben Kapitel „Kleine Köstlichkeiten zum Aperitif“, „Erfrischende Vorspeisen, Salate und Suppen“, „Herzhaft Gebackenes“, „Fisch und Meeresfrüchte haben Saison“, „Fleischgerchte für warme Tage“, „Sommerliche Beilagen“ und „Desserts“. sommer2Dips, dipbare Knusperstangen, Crostini, Tortillas sind der Anfang bevor es unter anderem mit den Melonenbällchen des Covers als Salat, „Champignon-Carpaccio mit Ruccola“ und zahlreichen kreativen Salaten wie „Salat von Mango, Avocado und Gurken“ in die frische Richtung geht. Auch eine „Kalte Gurkensuppe mit rotem Rettich“ und die klassische „Gazpacho mit Tomate und Melone“ finden wir hier – lecker. Die Bilder sind stimmig, farblich perfekt abgestimmt und liebevoll bisins kleinste Detail ansprechend arrangiert – ich kann mich sogar für die Servietten und das Geschirr begeistern. Da ist nichts überstilisiert und leblos, da springt einen mit jedem Bild der Sommer quasi an. Was mich ein bisschen irritiert ist die Tatsache, dass die einzelnen Kapitel nahtlos ineinander übergehen und weder durch Überschriften noch durch abgesetzte Seiten kenntlich gemacht sind – stört jetzt nicht wirklich, aber irgendwie ist man das einfach gewohnt so dass es ein „hoppala“-Effekt ist, wenn man merklich plötzlich ohne „Vorwarnung“ in einem anderen Kapitel landet. Was mir sofort positiv auffällt: Es gibt nicht ein Kapitel „vegetarisch“ oder „Gemüse“, sondern bis auf das Kapitel „Fleisch“ ist alles andere fleischfrei. Dass das keinesfalls ein Problem darstellt beweisen Rezepte wie „Herzhafter Kuchen mit Paprike, Ananas und Feta“, „Auflauf mit Cocktailtomaten und Spargel“ oder „Gestürzte Auberginen-Paprika-Tarte“. Die beiden Abteilungen „Fisch“ und „Fleisch“ folgen mit „Seeteufel vom Grill  mit Tomaten-Basilikum-Salat“, „Lachstopf mit Herz- und Miesmuscheln“, „Tintenfisch à la Saint-Jean-de-Luz“, „Kalbssteak mit Knoblauchcreme“ oder auch „Rindfleisch-Köfte“. Was im vorletzten Kapitel als Beilage definiert wird, geht teilweise auch als komplettes Gericht durch so wie „Risotto mit Zucchini, Erbsen und Kräutern“ oder „Penne mit Zitrone, Pecorino und Rucola“ – ich persönlich brauche dazu keine weitere Komponente. Bevor meine Sommerreise endet, erblicke ich noch „Weiße Schokoladen-Mousse mit Tonkabohnen und roter Sauce“, „Erdbeer-Tiramisu“, „Aprikosentarte mit Lavendel“ und „Limettentarte“. Sommer, du kannst kommen. Ich bin bereit. Am liebsten würde ich mich direkt ans Ausprobieren machen, aber da erfahrungsgemäß Obst erst dann wirklich richtig schmeckt, wenn es Saison hat und Grillen im Sommer einfach mehr Spaß macht, warte ich eben noch ein paar Monate und male mir bis dahin gedanklich schonmal aus, was es alles geben wird. Und falls es mir dann wieder zu trist wird, blättere ich einfach noch eine kleine Runde….

Anfängertauglichkeit: ☆☆☆☆
Alltagstauglichkeit: ☆☆☆☆
Geschenkqualität: ☆☆☆☆
Originalität: ☆☆☆

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