Burgerparty für alle

BurgerIch würde mich jetzt nicht als den klassischen Burgerfan bezeichnen – mit „Better Burger. Für die ganze Familie mit und ohne Fleisch.“ von Ruben Wester-Ebinghaus aus dem südwest-Verlag könnte sich das aber definitiv ändern. Bei „Burger“ dachte ich bislang immer an diverse Fastfood-Ketten, bei denen man eine Abbildung auf einer Verpackung sieht und dann das Produkt in real .. unsexy. Dank einer boomenden Burgerszene, Streetfood-Markets und dem Trend, Fastfood in seiner Wertigkeit zu heben, lohnt es sich jedoch, diese Erfahrungen ein bisschen zu verdrängen und sich neu auf das Abenteuer „Burger“ einzulassen. Ruben, eigentlich Kommunikatns- und Eventmanager, führte regelmäßige Battles gegen einen Kumpel in Sachen „der perfekte Burger“ bei dem irgendwann das Buns (Burgerbrötchen) backen und Fleisch wolfen zu den Grunddisziplinen gehörte. Der erste eigene Laden war also nur eine Frage der Zeit und da das Experiment glückte, hat er jetzt mehrere Restaurants, einen Lieferservice und wir dieses Buch. Finde ich gut. Burger2Aber mal zum Werk selbst: natürlich verrät er uns, wie wir die Brötchen selbst machen, welches Fleisch wir brauchen, wie wir es wolfen und anschließend in die perfekte Burgerform bringe, welchen Käse und welche Soße wir brauchen. Die Rezepte für „BBQ-Sauce“, „Ketchup“, „Spicy Ketchup“, „Paprika-Paste“, divese Pesto- und Majo-Varianten liefert er gleich mit, was ich sehr schön finde. Und da gerade auch die Burgderszene aktuell stark vom veganen Trend geprägt wird liefert uns der Autor zusätzlich Rezepte für vegane Brötchen und vegane Majo (die anderen Soßen sind ja generell eh vegan). Und auch neben klassischen Fleischburgern Chili-Burger, Cheese-Burger, Chorizo-Burger und Bifteki-Burger, Chicken und Crispy-Chicken-Burger gibt es kreative Kombis wie Avocado-Burger, Blue-Cheese-Burger und Gorgonzola-Burger. Sicherlich nicht jedermanns Geschmack, aber dafür gibt es in diesem Buch echt so viele Anregungen, dass für wirklich jeden das Passende dabei sein sollte. Wir haben Burgder mit Brien, Mozzarella, Steak, Kürbis und Parmesan, mit Scampi, Kabeljau, Thunfisch, Truthahn und Lachs. „Seelaachs-Wasabi-Burger“ ist ja so mein persönlicher Liebling – Fisch und scharf. Allerdings gebe ich zu, dass ich bei den äußerst leckeren Bildern wahrscheinlich jeden der Burger probieren würde, alleine aus Neugier. Und dann gibt es noch eine ganze Abteiklung für alle Vegetarier mit Feta- und Tofu-Burger, Champignonburger, kidney- oder auch Halloumi-Burger. Definitiv ausgefallen sind auch der „Vegan-Asia-Burger“, der mit einer Reis-Frikadelle daherkommt und der „Schwarze-Bohnen-Burger“ mit einer Frikadelle aus eben diesen. Auch wenn ich bei den fleischlichen Varianten bleibe, finde ich es sehr cool, dass es für alle Vegetarier mal mehr als nur eine Variante „Gemüse-Burger“ gibt. Ob die dann wirklch schmecken und nicht am Ende zu trocken werden, was ich bei dem ein oder anderen befürchte,  muss man eben ausprobieren. Und weil der Burger ja selten alleine auf dem Teller landet, gibt es auch die passenden Rezepturen für Pommes, Wedges, Cesar’s Salad, Cole-Slaw und Süßkartoffelchips, Onion-rings und Grill-Gemüse. Typisch amerikanisch eben – so wie es den Autor in seinem Austauschjahr in Amerika geprägt hat. Dementsprechend süß und mächtig fällt auch der Nachtisch aus, den wir vorgeschlagen bekommen: „Donuts“, „Cronuts“, „New York Cheesecake“ und natürlich „Brownies“. Etwas überraschend finde ich an dieser Stelle die „Mohnwaffeln mit Kirschen“, aber äußerst lecker. Alle Rezepte sind gut beschrieben, die Zutaten bodenständig und nicht irgendwie schwer zu bekommen, die Umsetzung einfach. Sicherlich dauert es eben, wenn man wirklich die Brötchen und die Soßen selbst herstellen möchte, dafür sind das dann aber definitiv WOW-Burger, die auch so aussehen und schmecken, wie man es sich erhofft. Wer also den Aufwand auf sich nimmt, wird belohnt, allerigs sollte man sich auch die Liste der Arbeitsutensilien zu Gemüte führen, denn heutzutage ist ein Fleischwolf sicher nicht mehr in jedem Haushalt Standard, wird aber eindeutig benötigt wenn man selbst wolfen möchte und mehr als nur zwie Portionen Burger-Fleisch herstellen muss. Alles in allem ein sehr ansprechendes Buch, das eindeutig zeigt, dass diverse Ketten den Burger in Verruf gebracht haben, dieser jedoch weit mehr ist als eine billige und schnelle Möglichkeit, satt zu werden. Mehr Burger für alle!

Anfängertauglichkeit: ☆☆☆☆
Alltagstauglichkeit: ☆☆☆☆
Geschenkqualität: ☆☆☆
Originalität: ☆☆☆☆

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