„It’s my party and i’ll cry if i want to…“ – und wie ich schreie!

forsUnd weil die nächste Party sicher auch bald wieder vor der Tür steht kommt mir „Party, Party. Leckeres Essen für rauschende Feste“ mehr als gelegen. Die Autorin ist zwar nicht unbedingt mein persönlicher Liebling, da mich Lieselotte Forslin mit ihrem „“Endlich Freitag!: Schnell & einfach: Die besten Rezepte für den perfekten Start ins Wochenende.” leider so gar nicht überzeugen konnte, aber da mich der erste optische Eindruck anspricht, gebe ich ihr eine zweite Chance und hoffe, dass Lotte und Lotte diesmal eher auf einem Level sind. Inspiriert durch ihre Oma, die immer sehr gerne Feste gefeiert hat – und zwar keine netten Kaffeekränzchen mit Kuchen, sondern vielmehr Orgien mit Cocktails und Kurzen – möchte uns die Autorin ihre Begeisterung fürs Feiern näherbringen. Im Andenken an Oma beginnen wir mit „Old Fashioned“ und „Limonello-Martini“, „Champagner-Cocktail“ sowie „Melonen-Pops in Rosa Sektperlen“ – komm, geh fort. Essen wird doch eh überbewertet. fors2Deswegen gibt es dann auch nur ganz kleine Häppchen wie „In Sesamöl gebratene Edamame-Bohnen“, „Schokoladen-Brezeln“ (man überziehe fertig gekaufte Brezeln mit Schokolade), „Kartoffeln frittiert in Entenfett mit Kapernmajo“, „Zucchini-Crisps mit Sardellen-Dip“, „Zwiebelringe aus dem Ofen“, „Popcorn“, „Gemüserollen mit Erdnuss-Dip“, „Sellerie- und Pastinakensuppe mit Lachskaviar“ …. also entweder finde ich erneut den roten Faden nicht oder ich werde definitiv darin bestärkt, dass es hier schlichtweg kein Konzept gibt. Weder passen die Sachen zusammen, noch folgen sie einem Schema. Soll es nun schnell gehen, damit ich mich möglichst schnell wieder dem Trinken widmen kann, soll es möglichst fettig sein, damit ich mehr trinken kann oder möglichst merkwürdig, damit die Gäste nächstes Mal gar nicht mehr möchten, dass es bei der Party was zu essen gibt? Auf „Sashimi“ (rohen Lachs in Marinade) folgen „Cocktail-Hackbällchen mit BBQ-Soße“ und „Bibimbap“ (eine Art Eintopf aus Korea, der aus hundertausend einzelnen Minigerichten besteht) auch Nuggets, Eintopf und Festtagslachs finden wir in dem bunten Sammelsurium von Lieselotte. Natürlich gibt es auch Nudelgerichte, Pizza, Hamburger und Tarte. Hier findet sicher jeder irgendwas, was ihn anspricht, aber wie die DInge zusammenpassen sollen, warum gerade diese Rezepte sich für eine Party eignen und was die Autorin sich zur Hölle dabei gedacht hat, das finde ich nicht (heraus). Für alle Freunde des Süßen gibt es noch „Trifle mit Himbeeren, Mango und Kardamomcreme“, „Snickers- Eigenkreation“, „Zitronentorte mit weißer Schokolade“, „Zitronenschnitten“, „Tutti-Frutti mit Dip-Soße“ (Fruchtspieße mit Schlagsahne und Kondensmilch) sowie „Brownies mit salzigen Cashews“. fors3Äh, ja. Am Ende gibt es noch ein paar Worte zu den Machern des Buches und bei der Beschreibung der Autorin mit den Worten: „Sie kann auch an ganz normalen Tagen feiern, aus den Alttagsklamotten in ein lässiges Partyoutfit steigen, sich einen Drink mixen und bei fetzier Musik Blutwurst braten.“ ist mir dann so Einiges klar. Umformuliert: Die Autorin trinkt ganz gerne auch unter der Woche mal. Auf groß Kochen hat Sie dann keinen Bock mehr, aber Blutwurst braten geht gerade noch so. Reicht doch, wenn sie sich nach Party fühlt und gut ausschaut. Zumindest würde das dieses merkwürdig zusammengeschmissene Werk erklären und, warum die Cocktails sowohl am Anfang des Buches als auch am Anfang der Party sein müssen: damit man den Rest unbeschadet übersteht. Sorry, das war wieder nix. Du bist raus!

Anfängertauglichkeit: ☆☆☆☆
Alltagstauglichkeit: ☆☆
Geschenkqualität: ☆
Originalität: ☆

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