Achtung, Liebe: Heiß und lecker!

suppeIch liebe Suppe seit jeher. Angeblich wurde die Familienleidenschaft von Seiten meines Großvaters mütterlicherseits übertragen, aber wie auch immer… wenn nichts mehr geht, geht Suppe. Das hat meine Mama dann auch früh dazu veranlasst einfach alles, was ich nicht essen wollte (insbesondere jegliche Gemüse) zu pürieren und in Suppe zu verwandeln. Hat auch meine gesamte Kindheit hindurch perfekt geklappt. Danach musste ich leider lernen, das Gemüse auch in seiner ursprünglichen Form zu genießen. Auf alle Fälle ist diese Suppenliebe geblieben und keine Kartoffelsuppe, Tomatensuppe oder Pastinakensuppe ist vor mir sicher. Und wenn man dann mit diesem heißen Teller voller Kindheitserinnerungen an einem kalten Wintertag die Sonne zumindest innerlich zurückholt, dann ist die Welt in Ordnung und alles ein kleines bisschen besser. Keine Frage also, dass „Suppenliebe.Herzerwärmende Rezepte für jede Gelegenheit“ von Belinda Wlliams aus dem Thorbecke Verlag in meiner Sammlung nicht fehlen darf. Die Autorin, die selbst ein Unternehmen leitet, in dem Sie Suppen kommerziell produziert ist auf dem Gebiet eine Expertin, was man dem Buch in alles Aspekten ansieht. Als Intro gibt es eine kurze Erklärung dazu, wie man diverse Fonds selbst zubereitet, dann geht es auch schon los. „Herzhaft und Gesund“ heißt es und es erwarten uns „Gemüsesuppe mit Hühnchen, Kokosnuss und Ingwer“, „Zwiebelsuppe mit Bier und Thymian“ oder auch „Mediterrane Paprika-Auberginen-Fenchel-Suppe mit schwarzen Oliven und Basilikum“ und „Britische Boullabaisse“. Manche der Rezepte sind etwas aufwändiger, aber das hier die Suppe als komplette Mahlzeit zelebriert wird und nicht nur als Vorspeise, ist das absolut okay. Die Bilder sind durch die Bank ansprechend und machen sofort Lust daraf, sich in die Küche zu stellen und loszulegen. „Glatt und cremig“ wird es im nächsten Teil, in dem Williams „Geröstete Tomaten-Knoblauch-Suppe mit ofenwarmem Parmaschinken-Auberginen-Fladenbrot“, „Brokkolicremesuppe mit Blauschimmelkäse“, „Spinatsuppe mit Minze, Erbsen und Koriander“ sowie „Rote-Bete-Suppe mit Meerettich“ auftischt. Alles eben in einer passierten/ pürierten Variante ganz ohne Stücke. Für die etwas Mutigeren gibt es so Vorschläge wie „Pastinaken-Honig-Suppe mit Vanille“ und „Birnen-Selerie-Suppe mit Blauschimmelkäse, Walnüssen und Rucola“. Alle Bilder sind so farbenprächtig und lecker, dass ich mich auf jede der Suppen mit einem Aufschrei stürzen würde und auch die Tatsache, dass die meisten Gerichte vegetarisch sind oder zumindest in vegetarischer Form gekocht werden können, überzeugt zusätzlich. Das Kapitel „Etwas Besonderes“ fällt dann mit „Annabels Fasanensuppe“, „Wildconsommé mit weich gekochten Wachteleiern und Brioche“, „Perlhuhn-Risotto mit getrockneten Steinpilzen, Kürbis und Thymian“ oder „Staudenselleriesuppe mit geräuchertem Hähnchen und Pinienkernen“ wesentlich fleischlastiger aus. Anregungen wie „Kartoffelcremesuppe mit gerösteten roten Zwiebeln und gesalzenem Karamell“ oder „Topinambursuppe mit Sauerampfer und Salbei“ gibt es aber auch hier. Im letzten Abschnitt kommen dann noch „Internationale Aromen“ und die entführen uns nach Mallorca mit „Gazpacho“, nach Spanien mit „Hähnchen-Paella-Suppe mit Chorizo“ und zum Beispiel nach Südfrankreich mit „Soupe au piston“, einer Gemüse-Nudelsuppe mit Basilikum, Knoblauch und Parmesan. Aus Schottland winkt eine „Wurzelgemüsesuppe mit Perlgraupen und Thymian“, aus Indien eine „Cremige Kokos-Lamm-Suppe mit Kreuzkümmel, kardamom und Mandeln“ – und ich bin verzaubert. Es gibt hier nicht ein Rezept, das unästhetisch aussieht und sogar die Fleischgerichte, mit denen ich optisch pft so meine Probleme haben, sehen einladens und schmackhaft aus. Insgesamt ein absolut überzeugendes und kreatives Buch mit vielen außergewöhnlichen Ansätzen und Anregungen. Gerne mehr davon!

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