Grüße, Küsse und nette Kleinigkeiten

gruesseIch habe mich ja bereits mehrfach dem Thema „Do it yourself“ gewidmet und werde dem auch nicht überdrüssig, da ich nach wie vor der Überzeugung bin, dass Selbstgemachtes wertvoller ist als der meiste gekaufte Kram (einen Ring von Tiffanys würde ich natürlich trotzdem immer dankend nehmen 😀 ). Daher diesmal „Grüße aus meiner Küche. Leckere Geschenke selbst gemacht.“ von Lisa Nieschlag und Lars Wentrup aus dem Hölker Verlag. Insbesondere zu Weihnachten überschlugen sich mal wieder alle Kreativen und gerade diese Gläser mit verschiedenen Back- und Kochmischungen, die es derzeit quasi überall gibt (siehe auch Cover des Buches) haben es mir angetan. gruesse3Im Prinzip ist das eigentlich nur die optisch ansprechende Version einer Fertigbackmischung, denn genau wie dort muss ich noch Eier, Butter, Milch – also alles, was verderblich ist, zugeben. Trotzdem finde ich diese Gläschen sehr ansprechend – könnte man sich doch glatt als Deko hinstellen. Auf alle Fälle gefallen sie mir so gut, dass ich sie bedenkenlos verschenken würde. Allerdings nicht, wenn ich dafür 10 Euro zahlen muss. Lösung hierzu? Selbst machen! Aber wie ich schnell feststellen musste, leider nicht mit „Grüße aus meiner Küche“. Irgendwie war ich der Überzeugung, dass das Buch dem Cover entsprechende Tipps für sowas geben würde… tja, haste gedacht. Aber was bietet das Buch denn dann? Vorab sei an dieser Stelle angemerkt, dass eine kritische Betrachtung meinerseits auch immer unter dem Aspekt zu sehen ist, dass ich bereits eine ganze Reihe von Koch- und Backbüchern kenne und daher nicht sonderlich leicht zu beeindrucken bin. Wenn ich daher anmerke, dass ein Buch gut, aber nicht überragend ist, so liegt dem immer der Rückblick auf zahlreiche andere Werke zu Grunde. Und so ist das auch in diesem Fall: Da ich mich auf spezielle „Gläschen-Mischungen“ eingestellt hatte, war ich dann enttäuscht, dass diese Erwartungen nicht erfüllt wurden. Hatte mir ja aber im Prinzip keiner versprochen. Stattdessen erwarten mich „Granatapfel-Himbeer-Thymian-Marmelade“, „Blaubeer-Haferflocken-Muffins“, „Marzipan-Aprikosen-Küchlein“, „Pistazin-Marzipan-Kugeln“, „Schoko-Rum-Karamellbonbons“ und „Erdbeer-Zitronen-Bowle“. Alles äußerst lecker, einfach umzusetzen und schön zum Verschenken. Allerdings – wie ich es oft bemängele – nur recht zeitnah, da es nicht wirklich haltbar ist. Dem Umstand, dass Lisa und Lars Diplom-Designer sind, verdanken wir übrigens, dass es nicht nur die Rezepte gibt, sondern auch einen umfangreichen Anhang mit Kopiervorlagen für Etiketten, Aufkleber Anhänger und zahlreiche Dekovorschläge. Auch das ist jetzt nicht neu, aber eine dankbare Sache, finde ich.
gruesse2.jpgIm zweiten Teil des Buchs gibt es dann salzige Vorschläge wie „Scharfe Maissuppe mit Sternchencroutons“, „Pink Pesto, „Süßkartoffel Hummus“, „Käsestangen mit Sesam und Bier“ oder auch „Bacon-Parmesan-Popcorn“.
Alles in allem schöne Ideen, aber nichts, was mich wirklich umhaut. Für jemanden, der noch kein Buch in diese Richtung besitzt, häufiger mal zum Picknick oder Brunch, Geburtstag oder einer kleinen Party eingeladen ist, macht es aber durchaus Sinn, zumal die Anregungen für die Verpackungen und die Deko wirklich gelungen sind. Und weil Lisa und Lars ja nun nichts dafür können, dass mich das Titelbild auf eine falsche Fährte gelockt hat und ich halt einfach schon recht viel gesehen habe, gibt es trotz allem ein sehr wohlwollendes Gesamturteil. Vielleicht überzeugt ihr mich ja mit dem nächsten Werk richtig 🙂

Anfängertauglichkeit: ☆☆☆☆☆
Alltagstauglichkeit: ☆☆☆☆☆
Geschenkqualität: ☆☆☆☆☆
Originalität: ☆☆☆

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