224 Seiten Endorphine in Reinform

schokolade.jpgWeihnachten rum, Plätzchen vernichtet, jetzt passt wieder Schokolade rein. Wie schön, dass „Schokolade. Verführung pur.“ da auf meinen Tisch gesegelt ist. Da wusste der Parragon Verlag wohl, dass ich nach Weihnachten ganz dringend was Süßes brauchen kann, was nicht in Keksform daherkommt beziehungsweise ein paar Anregungen, wie ich alle Weihnachtsmänner, die noch übrig sind, verarbeiten kann. (Wurstsuppe für Weihnachtsmänner quasi – all in!). Aufgeteilt ist das Buch in die Kategorien „Knabbern“, „Weich“, „Zart Schmelzend“, „Knackig“ und  „Himmlisch“. Aber bevor wir uns der sündigen Versuchung hingeben, erhalten wir eine kurze Einleitung in die Welt der Kakaobohne, ihre Herkunft, ihre Zubereitung, ihre Sorten und Aromen. Kurz und bündig, informativ und gut. So mag ich das. Und schon geht es mitten rein in die üppige braune-schwarz-weiße Endorphinwelt.

schoko2.jpgIch muss ja an dieser Stelle noch ein kurzes Geständnis ablegen… ich stehe nicht so auf Schoko. Ich bin eher der salzige Typ. Wann immer man mir eine Schüssel Erdnüsse und wahlweise eine Tafel Schoko hinhalten würde, wäre meine Entscheidung lange vorher gefallen. Wenn es sich aber um Lindt-Schoko (die mit dem unglaublichen Schmelz) handelt oder um eine Sorte, die ich noch nicht kenne (Honig-Salz-Mandel, Vanillekipferl, etc), dann lasse ich mich natürlich dazu hinreißen, sie zu verkosten. Da ist das erste Rezept „Schokoladen-Brezel-Fudge“ doch ein netter Kompromiss aus süß und salzig. (Ich kaufe natürlich auch diese ganzen „Versuchs-Süßigkeiten“, wie ich sie nenne, wie schokolierte Salzbrezeln, Schoko-dipped-Tortilla-Chips, Popcorn-Chips etc). Auch mit dem „Karamell-Schoko-Konfekt mit Salz“ und den „Schoko-Energiekugeln mit Erdnusscreme“ oder den „Schokoladen-Churros mit Chili“ trifft das Buch bei mir voll ins Schwarze. Lecker. Für alle, die es weniger experimentell mögen, gibt es „Cake Pops mit Schokolade & Haselnüssen“, „Schokolade-Orangen-Cannoli“ und „Warmen Schoko-Schichtkuchen“. Zugegebenermaßen würde ich auch den Rest durchaus probieren, weil die Bilder schon verdammt verlockend sind. So Kreationen wie „Brownies mit Marshmallows“, „Safran-Brioches mit Schokokern“, „Brotauflauf mit Schokolade“, „Eclairs mit weisser Schokolade & Passionsfrucht“, „Zimt-Madeleines mit weißem Schokoguss“, „Kürbis-Schokoschnitten“ oder auch „Schokoladen-Semifreddo“ sind mir bislang gänzlich neu und sowohl die Zusammensetzung als auch die Bilder machen mich jetzt (dafür, dass es sich um Schoko handelt) doch verdammt heiß darauf! Und mir fällt an dieser Stelle auf: Ich habe drei Schokovariationen unterschlagen, für die ich nahezu Morde begehen würde: 1. Hot Brownie mit Eis (gibt es auch bei einer sehr großen Burger-Kette und ja, ich schäme mich, das zuzugeben, aber der ist verdammt geil!), 2. Weiße Trüffel-Schokotorte (eigentlich nur ein toller Bisquitboden mit einer schnittfesten Creme aus weißer Schoko mit Unmengen an Sahne, Creme double und Schmand, aber die ist so göttlich) und last but not least 3. Mississippi Mud Pie (den ein guter Freund damals von seiner Mama zum Geburtstag bekam und bei dem er nach zwei Stücken so einen Overkill hatte, weswegen ich den  ganzen Rest mitnehmen durfte und ja, dieser Kuchen ist die Sünde in Perfektion mit Sahnehaube – wortwörtlich). Und genau diesen Kuchen finde ich hier. Damit hat das Buch sich gerade sowas von in die erste Liga gespielt. Tödlich genial. Und wer jetzt fragt, was Mississippi Mud Pie ist, dem sei gesagt – die Trüffeltorte ist dagegen gesund. Nur so viel.
Aber auch der „Schokoladen-Cheesecake“, das „Schokoladen-Kokos-Eis-Sandwich“,  das „Cremige Schokoladen-Risotto“ und die „Kürbiskernknabberei mit Schokoladenüberzug“ sehen göttlich aus und klingen umwerfend. Ich möchte gerne aufhören, zu schwärmen, aber bei „Schokotörtchen mit Salzkaramellkern“, „Erdbeer-Millefeuille“, „Mini-Florentinern mit Cranberrys & Ingwer“ oder auch „Schokotalern mit Chili & Kardamom“ gelingt mir das einfach nicht. Wenn das Zeug auch nur halb so genial schmeckt wie es klingt und aussieht, dann werde ich mein Urteil über Schoko nochmal grundlegend überdenken müssen (und noch ein paar weiter Schokogründe, die einen Mord rechtfertigen würden). Auf alle Fälle gibt es bei mir in nächster Zeit definitiv Schoko. Mehr Schoko. Und noch mehr Schoko. Und das nicht nur, weil die Weihnachtsmänner weg müssen!

Anfängertauglichkeit: ☆☆☆☆☆
Alltagstauglichkeit: ☆☆☆☆☆
Geschenkqualität: ☆☆☆☆☆
Originalität: ☆☆☆☆☆

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