Neues Jahr, neuer Vorsatz

soul1Kaum denken wir an „Silvester“, „Jahreswechsel“, „Neujahr“ und „Anfang“ asoziieren wir damit auch „Besserung“, „Chance“, „Vorsatz“. Ich persönlich würde ja echt gerne mal die Statistiken, der WeightWatchers, von Pfitzenmeier oder den Anonymen Alkoholikern in dem Zeitraum sehen. Ich möchte ja wetten….
Aber lassen wir das und kommen wir mal zum eigentlich Thema: Gute Vorsätze. Im Prinzip laufen diese ja alle auf ein Ziel hinaus – dass es uns besser geht. Ob jetzt körperlich, mental oder wie auch immer. Weniger Alkohol, mehr Sport, weniger Fleich, weniger Zigaretten, mehr Gemüse, weniger Stress, weniger Flüche und viel mehr Gelassenheit, Besonnenheit und Entspannung. So will es der 31. Dezember… und wenn es gut läuft wollen das auch noch die ersten Januartage.Zeit also, sich endlich „Soul Food. Das Kochbuch für den achtsamen Genuss.“ von Dr. Ilse-Maria Fahrnow und Jürgen Fahrnow aus dem Irisana Verlag zuzuwenden, das hier seit gefühlten Monaten auf den passenden Moment wartet.
soul3.jpgIm Zusammenhang mit dem oben Erwähnten, finde ich das doch recht passend. Was uns das Buch verspricht? „Moderne Rezepte für Genießer, basierend auf dem Erfahungsschatz der 5-Elemente-Lehre. Nachhaltigkeit bei der Auswahl der Lebensmittel und eine achtsame Zubereitung der Speisen bilden den Rahmen für Gaumenfreuden, unter denen Sie Ihren persönlichen Stimmungen und Ihren Bedürfnissen entsprechend wählen können.“ Wir haben diesmal die Kategorien „Für Körper, Seele und Geist!“, „Frische und Energie“, „Momente der Freunde“, „Feste feiern“, „Trost für die Seele“, „Wärme und Geborgenheit“. Was ich persönlich erwarte? oO – wir fragen mal nicht..  oder okay, weil es ja perönlich sein darf. Mein Soul-Food, das was meine Kindheit mit dem Gefühl von „Liebe im Bauch“ füllt – Milchnudeln, Griespudding, frisches Weißbrot mit dick Butter und Nusscreme und dazu Kaba, Flan mit Karamellsoße…. also nix, was gesund ist oder für den Vorsatz 2016 taugt…. aber schauen wir doch mal, was wir hier unter Soulfood verstehen dürfen.
Im Intro, in dem uns die Autorin ihren Weg zum gesunden Essverhalten schildert (als Ärztin war sie oft zu gestresst, um bewusst zu genießen) wird uns erklärt: „Alles entspringt einem ruhigen Fluss tiefer Bewusstheit. Thythmen des Lebens. Rhythmen der inneren Sensibilität. Rhythmen der Seele. So wird Nahrung zu Soulfood. Nahrung aus der Seele, für die Seele. (…) Soulfood genießen bedeutet, Geborgenheit, Genuss und Freude im Leben zu verankern.“
soul2.jpgSo belehrend diese Sätze, so auch die nächsten Seiten mit Tipps zu Achtsamkeit, Bewusstsein, Küchenethik, gesundes Wasser, gutes Werkzeug, gutes Öl und natürlich die 5-Elemente-Lehre. Knapp 40 Seiten später beginnt dann auch tatsächlich das Kochbuch. Da erfreuen uns „Kichererbsenpfanne mit Staudensellerie und Möhren“, „Mangold-Kartoffel-Lasagne“, „Geschmorter Treviso-Salat mit Orangen-Zitronen Dressing“, „Spinat in Sesamsauce mit Gemüsespießchen“ oder so etwas wie „Petersilien-Zitronen-Wasser“. Tatsächlich finde ich das alles richtig gelungen und würde alles essen, was man mir so vorschlägt. Eingestreute Zitate wie „Die Verdauung beginnt in der Küche“ finde ich zwar irgendwie irritierend, aber „Essen ist ein Bedürfnis, Genießen ist eine Kunst“ wiederum sehr schön gesagt. Die Fotos zu den Gerichten sind durch die Bank ästhetisch und machen Lust auf den Genuss – alles bunt und frisch. Gefällt mir sehr gut!
Die „Momente der Freude“ bringen uns „Lauwarmer Schokoladenkuchen“, „Warmer Zuckerhutsalat mit Kürbis und Haselnüssen“ oder auch „Rote-Bete-Schaumsuppe  mit Sauerrahm und Koriandertunke“. Zum Fest folgen „Joghurtterrine auf Edbeersauce“, „Maronenpüree mit gerösteten Sonnenblumenkernen“, „Muskatwürziges Pastinaken-Möhren-Gemüse“ (das durch Rosinen eine süße Note erhält), „Klassische Apfelpfannkuchen“ und mehr.
Jetzt muss ich aber doch mal einen Blick in die 5-Elemente-Lehre werfen, da mir das Konzept nicht so ganz klar wird. Okay, man ordnet die Lebensmittel den unterschiedlichen Elementen zu und kombiniert diese dann im HInblick auf den Gemütszustand.. äh… ich glaub, ich blieb doch lieber bei den Rezepten, die jetzt zum Seelentröster werden mit „Gelbem Linsengemüse mit Schnittlauchpuffern“, „Kohlrabigemüse mit Zitronenkrusterln“ oder „Salat vom schwarzen Rettich mit Paprika und Orange“. Im letzten Kapitel gibt es dann „Wärme und Geborgenheit“ mit „Belugalinsen-Tarteletts mit Schafsjoghurt und Minze“, „Möhrentee mit Kurkuma“, „Frittierte Auberginenbällchen mit Zitrone“ und „Gebratene weiße Bohnen mit Spinat und Roquefort“.
Hmm…
Auch wenn ich das jetzt irgendwie wohl überlesen habe, scheint das Buch vegetarisch zu sein, was mir aber entgegenkommt. Zudem finde ich persönlich es super, dass es keine Nudeln und kein Brot in den Rezepten gibt, sondern jede Menge Gemüse zum Einsatz kommt. Wurzelgemüse und Hülsenfrüchte sind sozusagen das Zentrum der Seelenbalance.
Mein Fazit daher: Auch, wenn das  mit der 5-Elemente-Lehr nicht so meins ist (da mein guter Vorsatz aber eindeutig „geduldiger sein“ ist, setze ich mich damit vielleicht auch nochmal ein bisschen intensiver auseinander) und ich das Intro arg belehrend finde, gefallen mir die Ideen richtig gut und dass das von Innen glücklich macht, kann ich mir sehr gut vorstellen.

Anfängertauglichkeit: ☆☆☆☆
Alltagstauglichkeit: ☆☆☆☆☆
Geschenkqualität: ☆☆☆☆
Originalität: ☆☆☆☆

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