Jetzt backen wir nach Zahlen (und nach Bildern)

backen.jpgNachdem wir bereits mit Gabriela Scolik und „So geht kochen. Spielend leicht zum Meisterkoch. Das ultimative Anleitungsbuch.“ ( erschienen im Moewig-Verlag) gekocht haben, begeben wir uns jetzt mit ihr und ihrem Team in die vielfältige Welt der Backkunst. „“ heißt es im passenden Pendant zum ersten Werk. Vom Aufbau her finden wir auch hier das bewährte Prinzip vor, was mir auch diesmal immer noch richtig gut gefällt. Bevor es zu den Anleitungen geht (ich nenne das bewusst nicht Rezept, weil es eben den Charakter einer „Bauanleitung“ hat) gibt es allgemeine Hinweise und Tipps zum Buch, dann wieder eine Übersicht der Geräte, die man im Idealfall zur Hand haben sollte, eine Übersicht internationaler Weizenmehlarten und Tipps, wie man eine Garprobe vornimmt. Und schon sind wir auf dem besten Weg zum Profibäcker… 
Damit auch wirklich alles reibungslos läuft, folgen Umrechnungstabellen für Volumen, Gewicht, Temperatur und Längen falls wir uns nicht im deutschen Raum bewegen. Und damit auch alle blutigen Anfänger eine Chance haben, beginnt das Buch mit „Eier trennen“. „Eischnee schlagen“, „Eischnee unterheben“ und auch „Sahne schlagen“. Dass „Backform fetten“ dargestellt wird, finde ich jetzt zwar etwas übertrieben, aber in Zeiten, in denen es manchen nicht einmal klar ist, wie herum man einen Besen hält, hat wohl auch das seine Berechtigung. Bei „Zuckerfäden“, „Verzuckerte Blütenblätter“, „Kandierte Orangenscheiben“ oder auch „Mit Schokoladenglasur überziehen“ bin ich dann wiederum der Ansicht, dass das wohl die wenigsten mal eben aus dem Ärmel schütteln –  und mich schließe ich da ein. Nachdem die Basic-Techniken abgehakt sind, folgen „Grundmassen und Grundteige“, „Torten und Kuchen“, „Pies, Tartes und Aufläufe“, „Muffins und Cupcakes“, „Kleingebäck, Plätzchen und Macarons“, „Strudel, Brandteiggebäck und Cake-Pops“, „Soufflés und Puddings“ sowie „Saucen, Cremes und Glasuren“. Wir haben es hier also erneut mit einem Rundumschlag zu tun, der quasi alles abdeckt, was wir uns so unter „Süßigkeiten“ vorstellen können. Von diversen „Cheesecakes“ reicht die Palette der Kuchen und Torten von Klassikern wie „Schwarzwälder Kirsch“, „Sachertorte“ und „Linzertorte“ bis hin zu internationalen  Rezepten wie „Baba au Rhum“, „Panettone“ und „Buche de Noel“. Auch die Liste der Pies und Aufläufe bietet eine breite Auswahl mit „Kirsch-Pie“, „Süße Kürbis-Pie“, „Crème-Brûlée-Tartelettes“, „Italienischer Mandeltorte“ und „Apfel Crumble“. Viel mehr kann man definitiv nicht erwarten und auch die weiteren Kapitel punkten mit einer Bandbreite an Muffin-Variationen, „Madeleines“, „Brownies“, „Blondies“, „Shortbread“, „Scones“, „Macarons-Variationen“, „Baklava“, „Windbeuteln“ und quasi allem, was süße Naschkatzen lieben.
Wer ein bestimmtes Rezept (hier überzeugt vor allem die internationale Auswahl) sucht, wird hier fündig. Ähnlich wie das Kochbuch, verleitet einen das Buch aber nicht dazu, Hunger zu entwickeln, da die anregenden Rezeptfotos eben fehlen. Dafür nimmt es einem ein bisschen die Furcht davor, sich an Ausgefallenes und eventuell schwieriges heranzutrauen, da man ja nicht sieht, auf welches „Wagnis“ man sich einlässt. „Charlotte mit Bayrischer Creme“ klingt zum Beispiel recht unspektakulär, wer aber das Bild im klassischen Backbuch dazu kennt, erstarrt in Ehrfurcht. Man kann also sagen, dass dass „So geht Backen“ ein kleines Mutmachbuch ist, das einem dabei hilft, nicht zurückzuschrecken, sondern sich einfach ans Werk zu machen. Geht doch alles ganz einfach 😉
Da mir das Kochbuch schon hervorragend gefallen hat, ich Idee und Stil überzeugend finde, freue ich mich, dass es jetzt auch das Back-Pendant gibt und vergebe erneut volle Punktzahl, weil Scolik und ihr Team nicht lieblos irgendwas hingeklatscht haben, sondern erneut sauber, präzise und vor allem mehr als umfangreich zusammengetragen haben. Sehr schön!

Anfängertauglichkeit: ☆☆☆☆☆
Alltagstauglichkeit: ☆☆☆☆☆
Geschenkqualität: ☆☆☆☆☆
Originalität: ☆☆☆☆☆

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