Take a „Glas“ and have a break

glasDas Mittagessen ist ja immer so ein heikles Thema, wenn man berufstätig ist. Geht man essen, geht das auf Dauer schlicht ins Geld. Wärmt man sich jeden Tag das vom Vortag auf, geht das auf die Nerven und holt man sich im Supermarkt irgendeinen Snack, wird man dem einfach irgendwann überdrüssig. Die Lösung? Gibt es mit „Pause im Glas. Vegatarisches & Veganes zum Mitnehmen“ aus dem Hölker Verlag von Luisa Zeltner. Auch die Autorin hatte irgendwann keine Lust mehr auf pappige Pausenbrötchen und Kantinenimbiss, weil sie Geldbeutel und Hüften schonen wollte. Bevor es losgeht erhalten wir noch ein paar hilfreiche Tipps zu den Glasversionen und Anregungen, wo man sie bekommt. Und natürlich auch clevere Hinweise dazu, wie man das Glas schichten sollte, damit es nicht matschig wird und auch nach einer gewissen Dauer noch optisch ansprechend aussieht. Und damit auch alles wie immer zeitgemäß ist, gibt es dann ncoh ein paar Hinweise zu Regionalität, Saisonalität, Bio und Milch-Ersatzprodukten. Alle bedient? Dann kann es ja losgehen.

Es erwarten uns die Kapitel „Energiepakete und Wachmacher. Granola, Overnight Oats und Smoothies für einen perfekten Start in den Tag“, „Knackige bunte Salate. Ausgesuchte Blattsalate, frisches Gemüse und vieles mehr, das satt und glücklich macht“ sowie „Suppen und andere Lunchideen. Pikante Eintöpfe, wärmendes Ofengemüse und erfrischende Suppen.“ Klingen tut das auf jeden Fall schonmal vielversprechend. Im ersten Teil hätten wir dann „Avocado-Shake á la Marrakesch“, „Melonen-Petersilien-Smoothie“ (klingt spannend, sieht aber echt unappetittlich aus), „Mango-Cashew-Lassi“, „Knusper-Mohn-Müsli mit Pflaumen“, „Chia-Pudding mit Rhabarberkompott“, „Overnight Oats  mit Apfelmus“. Bis auf die pürierte Melone (s.o.) sieht das alles extrem lecker aus, ist aber auch nicht in 3 Minuten gemacht. Vieles muss bereits am Abend vorher zubereitet werden und über Nacht ziehen. Eine entsprechende Planung ist daher unerlässlich. Was mich ein bisschen stört ist die Tatsache, dass die Autorin echt auf jeden derzeit angesagten Food-Trendzug aufspringen muss. Ob „Paleo“, „Superfood“, „Overnigght Oat“ oder „Chia“ – da wird alles ausgegraben und eingesetzt, was derzeit angesagt ist. Aber solange es schmeckt, sei’s drum….
Weiter geht es  mit den Salaten und „Bohnensalat mit Radieschen und Sprossen“, „Fruchtigem Kichererbsensalat“, „Linsen-Quinoa-Salat“, „Gedünsteten Koriandermöhren mit Feldsalat“, „Spargelsalat mit Erdbeeren und Parmesan“, „Salat mit Kürbis und Mozarella“, „Artischockensalat mit Wirsing und Kapern“ oder auch Zucchininudeln mit getrockneten Tomaten und Walnüssen.“ Bis auf wenige Ausnahmen sind das alles richtig kreative und bunte Ideen, die ich so nicht kenne und die ich durch die Bank ansprechen. Dass das vegetarisch oder vegan ist, ist mir bis dato gar nicht aufgefallen, weil die Rezepte rund und stimmig sind. Da fehlt einfach nix. Und wer jetzt bemängelt dass er von Gemüse alleine nicht satt wird, dem empfehle ich „Hirse mit Blumenkohl, Granatapfel und Petersilie“, „Roter Reis mit Rosenkohl“, „Kräuter-Bulgur mit Romanesco“, „Zitronen-Quinoa mit Brokkoli und Cranberrys“ oder auch „Italienischer Couscoussalat“. Satt wird man hier in jedem Fall.
Danch geht es noch zu den Suppen und „Asia-Suppe  mit Räuchertofu“, „Cremige Apfel-Selleriesuppe“, „Frische Kokos-Erbsensuppe“, „Gazpacho“ – und dann verließen sie ihn. Oder zumindest die Autorin das Konzept, denn ich schon bemängeln muss, dass lediglich die erste Suppe durch die Zugabe von heißem Wasser im Glas zubereitet werden kann, müssen die anderen Suppen klassisch im Topf warm gemacht werden und was dann kommt, kann gerade mal im Glas transportiert werden: „Auberginen-Caponata“, „Cremige Pilz-Gnocci“, „Mediterrane Rigatoni mit Paprika und Ziegenkäse“ oder „Pikantes Kichererbsencurry“. Warum sollte ich das in ein Glas füllen? Also für die Müslis finde ich die Ideen toll, für die Salate auch, bei den Suppen werde ich nachdenklich, aber bei Nudeln mit Soße aus dem Glas frage ich mich ernsthaft, was das soll?! Das muss ich in einem anderen Gefäß warm machen und essen, warum sollte ich das in ein Glas füllen? Fazit: Lieber ein paar Seiten weniger und ein rundum gelungenes Konzept als dieses „gewollt aber nicht ganz gekonnt“. Schade drum. Trotzdem ein schöner Ansatz. Und einen Extrapunkt, weil sich alle Veggies und Veganer freuen dürfen 🙂

Anfängertauglichkeit: ☆☆☆☆
Alltagstauglichkeit: ☆☆☆☆
Geschenkqualität: ☆☆
Originalität: ☆☆☆

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