Für unterwegs, für auf die Hand und für Gourmets

gourmetZeit ist Geld und Geld hat ja keiner, Zeit noch weniger. Flexibel und spontan, stets auf dem Sprung und zum Abmarsch bereit darf auch das Essen meistens nicht lange aufhalten beziehungsweise muss sich anpassen. Eingepackt und mitgenommen, gegessen wird, wenn es passt. Genau dazu passend gibt es mit „Gourmet to go. Köstliches für Picknick, Party und unterwegs“ von meinem geschätzten Thorbecke Verlag neue Anregungen. Zwar geht es hier in erster Linie um den Gedanken des „draußen Genießens“, aber im Prinzip ist da mein Anspruch „flexibel-to-go“ impliziert. Also schauen wir mal, was es die nächsten Wochen bei mir so geben könnte. 

Gourmet2Die fünf Kapitel heißen „Soupelicious -Suppen, Gazpacho & Friends“, „Es grünt so grün – Frische Salate on the go“, „Snack it – Leckere Kleinigkeiten für unterwegs“, „I’ve got hungry eyes – Gerichte mit Sattmacher-Garantie“, „Sugar for my honey – Süße Leckerbissen“. Das klingt doch schon mal sehr kreativ und vielversprechend. Stimmungsvolle Bilder mit viel Grün, die Lust auf den Sommer machen kombiniert mit „Gekühlte Gurkensuppe mit Kefir“, „Gazpacho mit weißem Spargel und Basilikum“, „Vichyssoise mit Sellerie und Kartoffeln“, „Gekühlte Rote-Bete-Suppe mit Kokosmilch“, „Avocadocreme mit Apfel und Garnelen“ oder „Gekühlte Melonensuppe mit Tomaten und Chili“.

Die Bilder sind ansprechend, das Geschirr ist schön ausgewählt, die Präsentation lecker und die Suppen farbenfrohe Augenweiden. Gefällt mir schon sehr gut. Auch die Angaben: Personenzahl, Dauer der Zubereitung, Schwierigkeitsgrad und der Hinweis ob das Gericht vegetarisch oder vegan ist jeweils unten in einer kleinen Leiste auf einen Blick zu erkennen, finde ich gut. Zudem gibt es – was sich bei diesem Titel ja anbietet- zu jedem Gericht noch einen Vorschlag zum guten Transport. Vom Aufbau her geht es bei den Salaten ebenso weiter und auch die Rezepte überzeugen mich genau wie bei den Suppen. „Weizensalat  mit Garnelen“, „Hummus und Taboulé“, „Salat mit Babyspinat, Feta und grünem Spargel“ und „Nudelsalat  mit Artischocke“ sind jetzt keine Neuerfindungen, aber sie werden schön präsentiert, sind einfach umzusetzen und bleiben auch mal ein zwei Stunden frisch. Wesentlich innovativer und kreativer zeigen sich dann die Snacks wie „Ceviche mit Dorade und Granatapfel“, „Basilikum-Terrine“, „Cheddar-Bacon-Sandwich mit lila Kartoffelchips“ und „Mini-Tartelettes mit Äpfeln und Hering“. Ich würde jetzt zwar generell bei allem, was mit Fisch zu tun hat, zurückhaltend sein, weil ich bei Fisch und Sommer ungute Erfahrungen gemacht habe (und „Sardellen im Weißweinsud“ leicht gewärmt stelle ich micr zudem geruchstechnisch .. nunja..) , aber das ist ja immer Geschmackssache.
Weiter geht es dann mit den Vorschlägen aus der Rubrik „Sattmacher“. Satt machen Ei und Käse, also gibt es „Frittata mit grünem Spargel“, „Quiche mit Brennesseln und Schinkenknacker“, „Tomaten-Broccoli-Tarte mit Frischkäse“, „Gemüsegratin mit Curry“, „Kleiner Kuchen mit Zucchini und Saubohnen“ und „Kleine Gemüseküchlein mit Ziegenfrischkäse“. Das lasse ich mir auch alles gern für draußen gefallen, aber bei „Hähnchenspieße mit Ratatouille“ und „Frühlingsrollen mit Garnelen + Gebratene Nudeln“ oder „Auberginen-Lamm-Crumble“ sehe ich nicht zwingend einen Vorzug, warum gerade diese Gerichte sich zum Outdoor-Verzehr anbieten. Noch weniger trifft dies auf „Omelett mit Reis und Bohnen + Frischkäse mit Erdbeeren“ zu, aber dieses Kuddelmuddel, das für mich so rein gar nicht zusammen passt, lasse ich einfach mal unter „da durfte jeder aus der Redaktion eine beliebige Zutat nennen und einer hat das dann alles in ein Rezept gepackt“- fallen. Anders kann ich mir diese willkürliche und  grausige Komposition nicht erklären.

Aber bevor ich mir den bislang guten Gesamteindruck vermiesen lasse, komme ich zum Süßkram – da kann man ja fast nix falsch machen. „Gelee mit Sommerlichen Früchten“, „Himbeer-Muffins mit Erdbeerdrink“, „Erdbeersüppchen mit Baiser“, „Mango-Mousse“, „Pfirsichspieße mit Rosmarin“, „Erdbeeren in Rotwein mit Ziegenfrischkäse“ und „Apfeltarte“. Da ist für jeden was dabei. Allerdings finde ich es ein bisschen ungünstig für ein Sommerpicknick (ich picknicke eben selten im Winter) Rezepte vorzuschlagen, bei denen steht, dass man sie nicht lange transportieren soll und schnell verzehren muss (s. Erdbeersüppchen), weil das schmilzt. Gerade solche Rezepte haben hier doch nichts verloren?! Okay, man kann mich doch enttäuschen. Die Auswahl bei den Süßwaren ist willkürlich, nur bedingt tauglich und sicherlich verbesserungswürdig. Schade. Trotz allem schöne Bilder, leckere Rezepte und sicher die ein oder andere Anregung, die sich für das Essen im Grünen sehr gut eignet.

Anfängertauglichkeit: ☆☆☆☆☆
Alltagstauglichkeit: ☆☆☆
Geschenkqualität: ☆☆
Originalität: ☆☆☆

Bild: Stockfood © 2016 Jan Thorbecke Verlag, Ostfildern

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