30 Suppen gegen den Winterblues

Frechon_ESuppen_159014.jpgDass nichts über eine gute Suppe geht – ob als Vorspeise oder als Hauptgericht, hat Eric Frechon erkannt und liefert uns mit „Suppen“ aus dem Bassermann Verlag 30 kreative Anregungen für warme und kalte „Schlürfereien“. Schlichter Titel, farbenfrohes Cover und auch innendrin ist alles übersichtlich. Keine zusätzlichen Einteilung, weil ist ja eh alles Suppe 🙂 Dass der gute Mann Franzose ist, merkt man spätestens, wenn er das dritte mal als kleines Topping „Trüffel“ vorschlägt. Bei uns würde man da etwas moderater vielleicht „Croutons“ oder „Schinkenwürfel“ vorschlagen, in Frankreich sind die Ansprüche da wohl etwas (ein minimales etwas *hust*) höher…„Maronensüppchen mit Topinambur und Trüffel“, „Muschelsuppe unter der Haube“, „Spargelsuppe mit Zitronencreme“, „Kokos-Garnelen-Suppe mit chinesischen Nudeln“ oder auch „Weiße-Bohnen-Suppe mit Pesto“ – die Rezepte sind ausgefallen und vielfältig. Besonders gut gefällt mir, dass man nicht nur die ansprechenden gerichte (sehr schöne Fotos im übrigen!) sieht, sondern auch ein Foto der Zutaten, was ich ja schon in dem ein oder anderen Buch zuvor lobend erwähnt habe. „Salatsuppe mit Jakobsmuscheln“, „Gebrannte Brotsuppe mit Ravioli“, „Gelbe Tomatensuppe mit grünem Tomatentartar“, „Gurkenkaltschale mit Kokosmilch“, „Weiße Spargelsuppe mit Erbsenpüree“, „Brunnenkressesüppchen mit Heringskaviar“ – hier isst eindeutig auch das Auge mit, denn das Farbenspiel dieser Suppen ist wirklich und wahrhaftig pompös. Damit das auch bei uns daheim so gelingt, müssen viele Gemüse blanchiert und in Eiswasser abgeschreckt werden – wird auch extra nochmal in den Tipps erwähnt. Zudem gibt es zu den meisten Rezepten noch einen Tipp für eine Alternative, ein Special oder eine besonders schöne Anrichte-Idee. So wie ich jetzt nicht unbedingt „Heringskaviar“ bräuchte, sieht es auch mit „Stopfleber“ und „Stopfleberravioli“ aus. Da merkt man eben auch wieder, dass das Buch im Original aus Frankreich kommt. Bei uns ist Stopfleber ja zum Glück weder eine Delikatesse noch eine Zutat, die man in gängigen Kochbüchern findet. Jaja, ich musste jetzt doch mal schauen, wer der Autor eigentlich ist. „Éric Frechon ist ein renommierter französicher Sterne-Koch, der in leitender Funktion im Pariser Restaurant Épicure im Hôtel de Bristol tätig ist. 2008 wurde er vom französischen Präsidenten mit den Insignien des Chevalier de la Légion d’Honneur ausgezeichnet. Ein Jahr später erhielt er vom Guide Michelin drei Sterne,“ verrät mir die Vita bei Bassermann – das erklärt so EIniges. Auch das mit dem unbekümmerten Einsatz von Trüffeln.
Ein einziges Rezept muss ich an dieser Stelle jedoch mit einem dicken fetten „bäääh“ kommentieren (und ich meine nicht mal die Stopfleber): „Schinken-Sandwich-Suppe“. Nein, man isst nicht zu einer Suppe eine Schinkenstulle dazu, man püriert stattdessen Schinken mit Butter und Wasser, kocht das auf und krümelt getoastetes Brot drüber. Pardon, das klingt doch einfach nur widerlich, oder? Was jetzt nicht heißen soll, dass ich es nicht probiere, denn ich kann es mir so überhaupt nicht vorstellen. Das ist so viel krasser als alle Mettwurstwitze, dass man es am eigenen Leib erfahren muss.
Aber kommen wir zurück zu den leckeren Aspekten des Buchs: „Melonenkaltschale mit Portweingranita“, „Schokoladensuppe mit Moccaeis“, „Zitruskaltschale mit Hibiskusblüte“, „Apfel-Himbeer-Kaltschale mit Kräutern“, „Pfirsichkaltschale mit Zitronenverbene“, „Erdbeersuppe mit Basilikum“ und mein Highlight: „Ananassuppe mit Koriander und Ingwer“. Die süßen Vorschläge sehen ebenfalls unglaublich toll aus und sind für den Sommer sicherlich eine tolle Alternative zu einem Obstsalat. Alles in allem ein schönes Buch und mit wenigen Einschränkungen absolut schön.

Anfängertauglichkeit: ☆☆☆☆☆
Alltagstauglichkeit: ☆☆☆☆☆
Geschenkqualität: ☆☆☆
Originalität: ☆☆☆☆

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