Und sonst so? Fisch. Viel Fisch!

fischIch bin ja ein Verfechter von sinnvoller Ernährung, sprich regional und saisonal. So mit Superfoods und Paleo, vegan und Raw bin ich skeptisch. Insbesondere, weil einem viele Ernährungstrend das Geld aus der Tasche zeihen und dann herauskommt, dass der Trend jetzt doch nicht wirklich ultra-gesund ist. Stattdessen nur das kaufen, von dem ich weiß, wo es herkommt und wie es erzeugt wurde, finde ich viel gesünder. Zeit also mal für ein regionales Kochbuch: „Das Beste vom Bodensee. Fisch.“ von Christiane Leesker und Vanessa Jansen aus dem Südwest-Verlag. Für mich eine logische Sache: See = Wasser= Fisch. Aber ich gebe zu, dass ich noch nie am Bodensee war und von daher keinen Plan habe, was da drin so kreucht, fleucht und umherschwimmt. Nach dem x-ten Rezept mit „Felchen“ weiß ich immerhin, dass der sich dort scheinbar tummelt. Soll sogar die Spezialität am Bodensee sein – und schon wieder was gelernt. Schön.

Kurz und bündig gibt es neben einem kurzen Vorwort genau zwei Bereiche: „Vorspeisen & kleine Gerichte“ und „Hauptspeisen“. Im Intro lerne ich dann noch, dass es am Bodensee auch Hecht, Zander, Seeforelle, Flussbarsche, Seesaiblinge und Felchen (Lachsfische) gibt. Aber auch Flusskrebse findet man dort auf ausgewählten Karten. Nicht schlecht. Los geht es dann mit „Gebratenes Felchen nach Winzerart“ (mit Sauerkraut und Speck), „Räucherfelchen mit Meerrettich und zweierlei Salaten“ (Gurkensalat und Grüner Salat), „Gebratenes Eglifilet mit Mais, Vogelmiere und Speck“, „Zanderknusperle mit Bärlauchdip“, „Hechtleber auf Rührei mit Kürbiskernöl“ sowie „Felchenaufstrich nach Fischerart“ (Schmand und Petersilie) und „Matjes vom Bodenseefelchen mit Sauce Tartare“. Bis auf die Leber klingt das ja alles ganz okay, aber die Bilder machen einen ganz eindeutig nicht an. Kein schönes Geschirr, kein appetitlicher Fisch und alles in allem extrem altbacken. Auch die Hauptgerichte wie „Mooser Fischtopf mit Rouille und Croutons“, „Felchen mit dreierlei Blumenkohl und Kapern“, „Felchen blau mit Beurre blanc“, „Saiblingsfilet aus dem Ofen mit Fenchel und Zitronenhollandaise“, „Geschmorter Hecht nordbadischer Art“ (Speck, Petersilie, Zwiebel) und „Felchen mit Kartoffel-Sellerie-Kruste an Apfel- und Rote-Bete-Spalten“ sowie „Zander mit Rotwurstkruste und Mandelmöhrchen“ muss ich jetzt nicht unbedingt haben. Einzig der „Zander auf Costini mit Rotweinbutter und Mangoldgemüse“, die „Zweierlei Hechtklöse mit Bärlauch-Jus und gebratenem Spargel“ oder das „Lachsforellenfilet mit Krebsschaum auf Mangoldgemüse“ würde ich mir im Lokal bestellen. Hier lesen sich die Rezepte nicht nur gut, sondern auch die Fotos dazu sind ansprechend und machen Hunger.
Für mich, die ich ja immer ankreide, wenn ein Buch zu wenig Bilder hat, gilt hier ganz anderes: weniger wäre mehr. Manches würde ich vielleicht probieren, wenn ich nicht vorher das Foto dazu sehen würde, denn leider machen die meisten davon nichts her. Und für 16,00 € muss ich sagen, bin ich doch stark enttäuscht. Gerade auch, weil das Buch mit 25 Rezepten sehr überschaubar ist.

Anfängertauglichkeit: ☆☆☆
Alltagstauglichkeit: ☆☆☆☆
Geschenkqualität: ☆☆
Originalität: ☆

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