Frisches ohne Fisch vom See

bodensee.. natürlich ist auch hier wieder die Rede vom Bodensee.  Bei „Das Beste vom Bodensee“ handelt es sich nämlich gleich um eine ganze Reihe und so kommt nach dem „Fisch“ jetzt die Version „Vegetarisch„. Auch hier haben sich  Christiane Leesker und Vanessa Jansen mit dem Südwest-Verlag zusammengetan und die Bodenseeregion erkundet. Herausgekommen ist erneut ein kleines, feines Büchlein mit überschaubaren 60 Seiten in einer handlichen Größe. Und auch hier lerne ich wie bereits mit dem „Felchen“ schon im Intro einen neuen Begriff kenne: „Höribülle“. Klingt für mich nach „Kinder von Büllerbü“, ist aber eine regionale Besonderheit, die man nur dort findet (geschützte geografische Angabe): eine rote Speisezwiebel. Eine Zwiebel als Besonderheit? Okay, ich bin ein wenig skeptisch. 

Aufgeteilt ist das Büchlein wie wir es schon kennen in „Vorspeisen & kleine Gerichte“ und in „Hauptspeisen“. Für Desserts hat man hier nichts übrig – hoffentlich aber für Vegetarier. Los geht es mit „Gebackener Ziegenkäse an Wildkräuterspinat und Höribülle-Konfitüre“ klingt gut und auch das Foto überrascht mich positiv. Weiter geht es mit „Rahmsuppe von Spinat und Wildkräutern“, „Höri-Artischocke mit Bülle-Vinaigrette“, „Perlgraupen-Risotto mit grünem Spargel und Kirschtomaten“, „Panini mit Birne und Tattnanger Birnen, dazu Höribülle-Chutney“. Gerade bei letzterem fällt mir wieder auf, dass die Fotos einfach nicht überzeugen. Ein weißes Brot mit hellen Sesamkörnern und weißen Birnen und weißem Käse auf einem nahezu weißen Brett mit einem beigen Deckchen drunter ist einfach von vornherein eine doofe Idee. Auch den „Eiershwämmli-Ravioli mit Zitronenbasilikum und Sbrinz“ hätte neben dem weißen Teller, den hellen Nudeln, dem weißen Käse und dem beigen Handtuch durchaus ein auffälligerer Farbklecks gut getan. Die pseudo-Basilikumblättchen in hellgrün reißen das leider nicht raus. Zu blass, zu farblos, zu unansprechend. Danach folgen „Grünkern-Quark-Küchle auf Tomaten-Lauch-Ragout“, „Kartoffel-Gemüse-Rösti mit Bergkäse überbacken“, „Strudel von Wurzel – und Blattgemüse mit Tomatensauce und Quarkschaum“ – und ebenso unauffällig wie viele der Fotos ist auch der Übergang von Vor- zu Hauptspeise, da er im Buch nicht kenntlich gemacht wird. „Gebratene Serviettenknödel auf Rahm-Kräuterseitlingen“, „Kräuter-Pfannkuchen mit buntem Gemüse und Kürbisschaum“, „Spinatköndel mit Bergkäse überbacken“ oder „Grill-Höri-Aubergine mit Basilikum-Pesto“. Die Rezepte finde ich durchaus ganz nett, aber von der blassen Aufbereitung gleiten wir allmählich in eine grobschlächtige und irgendwie unappetitliche. Da kommen die „Käsespätzle mit Bergkäse und Röstzwiebeln“ eindeutig in so einem Gefäß daher, in dem man bei uns den Saunaaufguss anrührt, die „Hausgemachte Nüdele mit Kirschtomaten und Ziegenfrischkäse“ sehen gelinde gesagt aus wie „schonmal durchgekaut“ und auch die „Mangold-Ravioli mit Bergkäse und Salbeibutter“ hatte doch vorher schon wer im Mund, oder? Im Vergleich zum Fisch finde ich die Fotos um Welten besser und habe eine deutlich höhere Trefferquote bei Rezepten, die ich durchaus gerne probieren würde, aber auch hier wären mir die 16,00 € eindeutig zu viel. Ein paar schöne Ideen, aber nicht überzeugend im gesamten. Leider.

Anfängertauglichkeit: ☆☆☆
Alltagstauglichkeit: ☆☆☆☆
Geschenkqualität: ☆☆
Originalität: ☆☆

 

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