1001 Asia Noodlesnacks – oder so.

essenSchnelle asiatische Küche. Suppe, Salate & Wokgerichte“ heißt es bei Les Huynh im Bassermann Verlag. Klingt für mich schonmal vielversprechend, da ich erstens immer dankbar für schnelle Gerichte bin und zweitens bislang tatsächlich noch kein asiatisches Kochbuch besitze. Die Aufmachung ist modern, farbenfroh, das Softcover angenehm. Ich blättere, blättere, blättere und gehe unsicher zurück zum Intro, wo ich dann auch schnell die Erklärung für meine Irritation finde: „Die Rezepte sind Variationen traditioneller asiatischer Rezepte. Für alle brauchen sie Nudeln…“. Ahhhh – ich esse doch keine Nudeln. 

essen1Das war nämlich tatsächlich das erste, was mir bei den Rezepten sofort aufgefallen ist: Keines – weder die Suppe, noch der Salat – kommt ohne Nudeln aus. Also eher ungünstig für mich. wobei ich ja durchaus die ein oder andere Sorte Nudeln vertrage, da die Chinesen ja auch Glasnudeln, Reisnudeln etc verwenden. Trotzdem ist das ein Manko für mich, das ich gerne vorab als Info gehabt hätte. Aus dem Titel kann ich das nämlich nicht schließen. Aber für alle, die Nudeln mögen (und ich weiß, dass das nahezu alle sind) hier ein paar asiatische Eindrücke: „Sichuan Nudelsuppe mit Rindfleisch“, „Pho Rindfleischsuppe“, „Glasnudelsuppe mit Krabbenfleisch“, „Malaysische Nudelsuppe mit Garnelen“, „Glasnudelsuppe mit Hackfleischbällchen“, „Eiernudelsuppe mit Grillhähnchen“ .. na, auch schon bemerkt: hier dreht sich alles um Nudelsuppe. Rund 25 Suppen (alle natürlich mit Nudeleinlage) zeigen eindrucksvoll, dass sie in der asiatischen Küche einen wichtigen Platz einnimmt. Was mir gefällt ist dabei die Vielfalt der der Nudelvariationen: Glasnudeln, Eiernudeln, Reisnudeln, Mungobohnen-Glasnudeln. Allerdings sind die Bilder – so appetittlich und farbenfroh sie auch sind, doch sehr ähnlich. Ist ja auch im Prinzip immer eine ziemlich gleiche Sache: Nudeln mit Brühe, Fleisch oder Fisch. Was mir aber auc noch ein wenig aufstößt ist die Tatsache, dass einem „schnelle“ Küche versprochen wird, ich bei vielen Rezepten aber vorher einen Tag oder mehrere Stunden einlegen und marinieren muss, die Suppe aufkochen, köcheln lassen, wieder aufkochen, abgießen, aufkochen usw soll und das dann oft auch in Summe länger als eine Stunde dauert. Bei mir ist das alles andere als „schnell“.
essen3Weiter geht es dann mit den Salaten und „Reispapierrollen“, „Nudelsalat mit Entenbrust und Koriander“, „Eiernudelsalat mit Gemüse“, „Nudelsalat mit Grillhähnchen“, „Nudelsalat mit Fischfilet aus Nordvietnam“, „Glasnudelsalat mit Garnelen und Tintenfisch“, „Reisnudelsalat mit Rindfleisch und Zitronengras“…. irgendwie samsame zum ersten Teil nur ohne die Brühe. So langsam habe ich mich dann doch an den Nudeln sattgesehen. Ich bin mir sicher, dass die Rezepte richtig genial schemcken, weil auch viele viele frische Kräuter verarbeitet werden, aber irgendwann ist es einfach genug genudelt.
Und unter „AsiaPfannen“ geht es halt auch so weiter: „Gebratene Eiernudeln mit chinesischem Gemüse“, „Gebratene Eiernudeln mit Entenbrust“, „Knusprige Nudeln mit Gemüse“, „Reisnudeln Pad Thai mit Ei und frittiertem Tofu“, „Eiernudel-Combo mit Huhn, Garnele und Schweinefleisch“, „Eiernudeln mit Meeresfrüchten und Chilimus“ uns so weiter.
Müsste ich aus dieser Nudelfülle wählen, wäre ich schlicht überfordert. Irgendwie ist das einfach ein bisschen viel . Viel und ähnlich. Nicht gleich, aber von der Struktur zu einheitlich. Man hätte das Buch halt 1001 asiatische Nudelgerichte nennen sollen, dann hätte man eher gewusst, was einen erwartet. Schön sind aber auch die kurzen Erklärungen zu den jeweiligen Kapiteln und die Grundrezepte, die unter anderem verraten wie man „Tamarindensaft“, „Sambal Oelek“, „Chiliöl“ oder auch „Scharfe Satay-Sauce“ selbst herstellt. In Summe muss ich aber sagen, dass es für Nudelfans sicher mal eine gelungene Alternative ist zu all den italienischen Pasta-Kochbüchern und wirklich ästhetisch umgesetzt wurde.

Anfängertauglichkeit: ☆☆☆☆☆
Alltagstauglichkeit: ☆☆☆☆☆
Geschenkqualität: ☆☆☆☆
Originalität: ☆☆

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