Ein System – kaum Variationen

smoothieIch geb ja zu, obwohl ich bei so allen Foodtrends mal mehr mal weniger aufmerksam werde und gegebenenfalls sogar selbst aufspringe, konnte mich eines (abgesehen von Paleo und vegan) noch so gar nicht vom Hocker hauen: Smoothies. Man püriert mal mehr mal weniger kreativ diverse Früchte zusammen und haut sich dann diese meist recht süße und recht kalorienhaltige Fruchtbombe rein. Ne, das muss nicht sein. Da esse ich mein Obst doch lieber so und werde dabei noch ein wenig satt und hab was zum Kauen zwischen den Zähnen. Die neuste Version „Smoothie Bowls“ dachte ich, könnte mir da doch entgegenkommen, da ich ja nicht nur Smoothie hab, sondern auch noch was zum Knabbern und Knuspern. Her also mit „Die besten Smoothie Bowls“ von Gabriele Redden, erschienen bei Bassermann. 

smoothie1Ich sag mal so: Das Prinzip ist easy – man püriere sich einen Smoothie und dekoriere diesen in einer Schale mit diversen Nüssen, Früchten und anderem Kram. Sieht nett aus, macht kaum Mühe und keinen Dreck. Soweit so gut. Ist auch alles recht gesund, da man ja nicht direkt Zucker zugibt (aber halt Müsli, Nüsse, Mus, Nuss-Nougat-Creme, Erdnussbutter…). Für die „Bananen-Mango-Bowl“ püriert man Banane mit Mango, Schmelzflocken, Chiasamen und Kokosmilch und gibt dann Toppings wie Nüsse, Hanfsamen oder Schoko-Knuspermüsli drauf. Bei der „Bananen-Kokos-Bowl“ mixt man mit Mandel- und Kokosmilch sowie Vanille-Extrakt und toppt das mit Obst, Kokosflocken oder Mandeln. Ähnliches Procedere bei „Erdbeer-Joghurt-Bowl“, „Himbeer-Mandel-Bowl“, „Banane-Papaya-Bowl“, „Ananas-Beeren-Bowl“, „Blaubeer-Bananen-Bowl“ oder „Himbeer-Pitaya-Bananen-Bowl“. Na, wem fällt es auf? Richtig. Langweilig! Ich püriere zwei oder mehr Obstsorten mit einer Milchform und gegebenfalls ein paar quellenden Flocken und verschönere das Ganze dann mit Obst, Nüssen, Müsli, Raspeln. Dafür brauche ich ganz offen gesagt kein Buch. Da hätte mir ein Beispiel gereicht – so kreativ bin ich gerade noch. Aber schauen wir mal weiter: „Smoothie Bowls mit Salat und Gemüse“ heißt es da. Ich bin gespannt.
smoothie2„Spinat-Avocado-Bowl mit Erdbeeren“ bedeutet, dass ich Spinat, Grünkohl, Avocado, Erdbeeren, Banane und Mandelmus mit Mandelmilch mixe und mit Kernen, Kokosraspeln und Pops serviere… Moment, das kommt mir doch sehr bekannt vor. Auch „Zucchini-Beeren-Feigen-Bowl“, „Babyspinat-Limetten-Bowl“, „Beeren-Spinat-Ananas-Bowl“, „Bananen-Karotten-Bowl“, „Grüner Super-Smoothie“, „Rote-Bete-Bowl“ oder „Mango-Mangold-Bowl“ sind jetzt nicht so der Brüller. Zumal die mit der grünen Farbe alleine schon etwas gewöhnungsbedürftig aussehen. Da kann auch das Topping nicht drüber hinweg täuschen.
Im Prinzip gilt für den zweiten Teil einfach, dass man dezente Gemüsesorten, die man roh essen kann (Spinat, Zucchini, Salat, Mangold, Kresse) mit sehr süßen und dominierenden Obstsorten kombiniert (Datteln, Feigen, Beeren, Mango, Banane). Da ich hier wohl zurückhaltender wäre als beim Obst, finde ich die Anregungen, was man kombinieren kann ganz gut, aber mir extra dafür ein Buch kaufen? Nee, das muss nicht sein. Zumal ich das irgendwie alleine schon beim Blättern zu eintönig finde. Wird wohl wieder nix mit dem Smoothie. Ich bleib beim rohen Obst.

Anfängertauglichkeit: ☆☆☆☆☆ (mehr als idiotensicher – vorausgesetzt  man kann pürieren)
Alltagstauglichkeit:  ☆☆☆☆☆ (schnell, easy, aber auf Dauer öde)
Geschenkqualität: ☆☆☆ ( für Smoothie-Fans sicherlich)
Originalität: ☆☆ (nee, nee, nee – das brauche ich nicht, sorry )

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