Verflixt und rausgedreht – mehr Spiralen

spiralWir hatten ja bereits mehrmals das Thema Spiralschneider („Gekringelte Gemüseliebe“ und „Neue Kringel für Lotte„), wobei ich mit den beiden Büchern ja nicht ganz zufrieden war. Da das noch besser geht, musste „Spiralize it! Spaghetti aus Gemüse und Obst“ auf jeden Fall getestet werden. Erschienen ist das Buch beim Fackelträger Verlag, ausgearbeitet hat es Christina Wiedemann. Auch hier gibt es – wie bei den beiden anderen- eine Übersicht über die Hilfsmittel, die zur Herstellung von Spiral“nudeln“ taugen sowie eine Auflistung der geeigneten Obst- und Gemüsesorten. Ist gar nicht so doof, weil man dann gezielt ein einfaches Gemüse für die ersten Schritte wählen kann und nicht gleich entmutigt scheitert. Vier Kapitel erwarten uns und zwar: „Roh“, „Kochen, Dünsten & Pochieren“, „Braten & Ausbacken“ sowie „Backen“. 

spiral2Roh serviert werden „Kopfsalat-Wrap mit Erdnuss-Dip“, „Rotkohl-Granatapfel-Salat mit Kohlrabispaghetti“, „Bunter Coleslaw mit Tahin-Dressing“ oder auch „Zoodles-Salat mit Roquefort und Walnüssen“, „Tandoori-Hähnchenbrust mit Möhrenspaghetti“ und „Nashi- und Apfelspaghetti mit Ricottacreme“. Alles wirklich leckere und ansprechende Rezepte mit tollen Bildern, aber dass man hier den Spiralschneider einsetzt, ist rein fürs Auge und nicht notwendig, weil ich zwingend eine Nudelform brauche.
Im nächsten Kapitel erwarten uns „Cremige Suppe mit Kohlrabispaghetti und Räucherforelle“, „Misosuppe mit schwarzen Rettichnudeln“, „Thai-Kokos-Curry mit Gemüsenudeln“, „Steckrüben-Spaghetti mit Berglinsen und Maronen“, „Zucchini-Linguine mit frischer Tomaten-Avocado-Salsa“ und „Gelbe Zoodles alla Vongole“. Mit den Rezepten bin ich dann auch absolut einverstanden, weil man das Gemüse hier auch wirklich als Nudel einsetzt, da macht das alles Sinn. Mal abgesehen von „Gedämpfter Zander im Wirsingblatt mit Brokkolispaghetti“ – wie soll man aus Brokkoli auch Nudeln kriegen. Und nein, auch aus dem bisschen Stil, den der hat, geht das nicht, das ist bekloppt.
spiral3Wenn es dann ans Braten geht, locken „Kokossuppe mit Möhrenspaghetti und Garnelen“, „Spaghetti mit Roter Bete und Pastinaken mit Hummus“, „Zoodles alla carbonara“ sowie „Spaghetti aus Knollensellerie mit Rucola-Pesto und Shrimps“. Alles echt lecker und optisch umwerfend. Aber wenn ich dann „Tofu in Süßkartoffelhülle mit scharfer Tomatensauce“ habe und dabei nur ein Faden aus Kartoffel um den Tofu gebunden wird oder auch beim „Auberginen-Burger mit Süßkartoffel-Bun“ nur ein kleiner Süßkartoffel-Spiralturm auf dem Burger drapiert wird oder man aus den Spiralen „Spaghetti-Puffer mit Pastinaken und Kürbis mit scharfem Minze-Dip“ macht, dann bin ich nicht ganz überzeugt. Klar, sieht toll aus, aber muss das spiralförmig sein? Da lohnt sich doch bei manchen Geräten das Putzen gar nicht für das bisschen.
Von den Ideen her finde ich „Kardamom-Milchreis mit karamellisierten Kaki-Spaghetti“ oder „Birnenspaghetti in Bierteig“ aber schon ganz geil, muss ich zugeben. Zumindest überzeugen mich die Rezepte und ihre Umsetzung deutlich mehr als in den beiden anderen Büchern.

Beim Backen verschwinden die Spiralen dann meist unter irgendeiner Haube, was sie gänzlich überflüssig macht. Lecker lesen tun sich „Selleriespaghetti-Flans mit Mangold“, „Kartoffelspaghetti-Lasagne mit Blattspinat“, „Pizza aus Kürbisspaghetti mit Manouri und Pinienkernen“ neben „Saftige Brownies mit Birnenspaghetti“ und „Gebackene Apfelnester mit Marzipan“ natürlich trotzdem.
Also alles in allem ein richtig cooles Buch mit tollen Bildern, guten Anregungen und deutlich weniger Unsinn als viele andere „Spiralschneider-Kochbücher“, bei dem auch tatsächlich „Gemüse-Nudeln“ also solche eingesetzt werden

Anfängertauglichkeit: ☆☆☆ (ja, aber ich glaube nicht, dass alles problemlos klappt)
Alltagstauglichkeit:  ☆☆☆ (ist doch ein wenig zu spielerisch für jeden Tag)
Geschenkqualität: ☆☆☆☆ (idealerweise zusammen mit einem Spiralschneider)
Originalität: ☆☆☆☆ (deutliche innovativer und besser als manch anderes Buch)

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