Weihnachts-vor-vor-vor-Freude

pfefferObwohl ja bereits seit rund einem Monat im Supermarkt wieder Lebkuchen, Spekulatius und Dominosteine erhältlich sind, kommen mir diese Sachen definitiv nicht vor Ende November ins Haus. Irgendwie schaffe ich es tatsächlich das in allen Läden so auszublenden, dass es mich bislang noch nicht in Versuchung geführt hat. Mit „Pfefferkuchen Wunderland. 30 Zauberhafte Rezepte“ von Mina Sinclair aus dem Hölker Verlag schwappte dann aber doch klammheimlich ein erster weihnachtlicher Vorbote ins Haus. Okay, ganz ausnahmsweise drücke ich mal beide Augen zu und stürze mich mit offenen Augen hinein in die bunte Adventswelt. 

Im recht umfangreichen Intro erhalten wir erstmal die Rezepte für „Hellen Lebkuchenteig“ und „Dunklen Lebkuchenteig“, Hinweise zu Allergien, Tipps für Teig und Backvorgang sowie Anregungen für Melasse, Glasur und Dekoration des Gebäcks. So gut vorbereitet empfangen uns dann „Kekse“ wie „Lebkuchenfamilie“, „Schneeflocken“, „Rudolph-Keksen“, „Doppeldecker-Cookies“, „Matroschka-Puppen“, „Spekulatius“ und „Lebkuchen Springerle“. Bis auf die beiden letzten Rezepte werden dabei alle Gebäcksorten wahlweise mit dem hellen oder dunklen Grundteig hergestellt, lediglich das Dekor bzw die zusätzlichen Deko-Elemente variieren. Einerseits finde ich das super, weil man eben nur einen Teig herstellen muss, andererseits wird es dann wiederum geschmacklich schnell eintönig. Da ich selbst kein Fan von Zuckerguss oder Glasur bin, wäre das in erster Linie fürs Auge und den „Vorzeige-Teller“ daheim.
Dann folgt ein Kapitel „Häuser“, in dem uns ein „Londoner Stadthaus“, ein „Festliches Waldhäuschen“ oder auch das klassische „Knusperhäuschen“ verzaubern. Optisch ist das der absolute Wahnsinn und eine tolle Idee. Allerdings ist das alles ziemlich zeitaufwändig und wenn ich mich recht entsinne, hatten wir in meiner Kindheit auch mal so ein Häuschen, das man fertig kaufen kann und dann selbst dekoriert. Das steht dann die Feiertage über rum und danach will es keiner mehr essen, weil es hart ist, eine leichte Staubschicht trägt und es alle Gäste irgendwie angefingert haben. Also ebenfalls eher ein Dekostück oder auch Mitbringsel.

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Unter „Dekoratives“ verbreiten „Sternenkranz“, „Tiere im Wald“, „3D-Weihnachtsbaum“, „Tassenhäuschen“ und „Lebkuchengirlanden“ festliche Stimmung. Wunderschöne, filigrane und ansprechende Ideen. Wiederum in erster Linie nicht zum Essen und – das finde ich ein bisschen schade – absolut nicht für Kinder geeignet, da es hier wirklich um zierliche Details geht, für die man Fingerspitzengefühl braucht. Da aber das Backen an Weihnachten doch gerade für Familien mit Kindern ein Highlight ist und die Ideen nicht kindgerecht sind, ein kleiner Minuspunkt an dieser Stelle.
Und bevor im Anhang zahlreiche Kopiervorlagen für die tollen Stücke warten, folgen noch „Spielereien“ wie „Lebkuchen-Cupcakes mit Schoko-Buttercreme“, „Pain d’épices mit Schokosauce“, „Lebkuchen-Streusel-Tarte mit Äpfeln“, „Lebkuchenschnecken“, „Pfeffernüsse“ und „Lebkuchensirup“.
Wer also einmal so richtig im Weihnachtswunderland versinken möchte oder sich sein eigenes daheim aufbauen mag, der ist hier absolut richtig. Zeit, Fingerspitzengefühl und Geduld muss man dafür aber zu ordentlichen Teilen mitbringen. Für alle Hobbybäcker mit Weihnachtsfaible ein tolles Buch.

Anfängertauglichkeit: ☆☆ (der Teig vielleicht schon, aber nicht die Feinheiten)
Alltagstauglichkeit:  ☆☆ (als Deko ja, aber nicht zum Essen)
Geschenkqualität: ☆☆☆ (für alle, die an Weihnachten nicht nur Plätzchen machen wollen)
Originalität: ☆☆☆☆ (ja, optisch ein wahres Highlight)

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