Pleite – aber dafür Gemüsechips

1.jpgDas war jetzt definitiv nicht der erste Versuch, Gemüsechips selbst zu machen. Aber wahrscheinlich so langsam mein letzter. Egal wie dünn ich schneide, vorher Wasser entziehe, vorsichtig im Ofen backe, das Ergebnis ist entweder lappelig oder verbrannt. Die Stufe „knusprig“ scheint es bei mir im Ofen nicht zu geben. Voller Vorfreude, dass ich vielleicht doch noch einen perfekten Kniff finde, der mir bislang gefehlt hat, um die perfekten Chips daheim herzustellen, stürze ich mich auf „Gesunde Chips & leckere Dips“ aus dem Komet Verlag. Rund 100 Seiten voller Ofenknabbereien erwarten mich …

11Eine lange Einführung informiert über die Vorteile des Trocknens, die Unterschiede zwischen Ofen und Dörrgerät, den Begriff Fruchtleder sowie mögliche Dips und Gewürze, die man einsetzen kann. Besonders schön und umfangreich: Eine Liste aller Obst und Gemüsesorten, die man einsetzen kann mit Hinweisen dazu, wozu sie geeignet sind und welche Inhaltsstoffe sie liefern. Erst dann geht es los mit der Rubrik „Obst- und Gemüsechips“ wie „Apfel-Birnen-Chips“, „Bananen-Ananas-Chips“, „Kartoffelchips mit einem Hauch von Orient“, „Grünkohlchips ungarisch“, „Wirsingchips mit Orangenmeerrettich“, „Süßkartoffel- und Pastinakenchips“, dann folgen Rohkostkekse und Cracker“ wie „Hafer-Dattel-Kekse mit Bananenglasur“, „Apfel-Walnuss-Kekse mit Feigen-Pflaumen-Füllung“, „Sauerkrautcracker“, „Walnuss-Tomaten-Oliven-Cracker“. In Teil drei folgt „Knabbergebäck“ mit „Chili-Grissini“, „Rosmarin-Shortbread“, „Kichererbsen-Sticks“, „Kümmel-Kartoffel-Sticks“, „Mandel-Schnittlauch-Kekse“ bevor „Knabbernüsschen“ wie „Wasabi-Erbsen“, „Salzmandeln“, „Honig-Senf-Cashews“ neben „Indisch gewürzten Knabberkernen“ folgen.
2.jpgAlles knusprig, lecker, tolle farbenfrohe und ansprechende Bilder. Leider kann ich bislang nur die Knabbereien und Nussvariationen zubereiten, da diese in überschaubarer Zeit im Ofen herzustellen sind. Die ganzen Chips müsste ich -da ich kein Dörrgerät besitze – teilweise 8 bis 12 Stunden im Ofen trocknen. Meinen die das ernst? Oder meinen die ernsthaft, dass das jemand macht? Das wären dann wohl die teuersten Chips meines Lebens, wenn ich die Stromkosten für eine handvoll Knabbertaler umrechne. Das ist Schmarrn, das ernsthaft vorzuschlagen, das so herzustellen. Da soll man doch lieber gleich ganz ehrlich sagen „Sie haben kein Dörrgerät? Vergessen Sie es!“
3Ähnlich sieht es leider auch bei „Heidelbeer-Vanille-Fruchtleder“, „Bananen-Dattel-Fruchtleder“, „Saure Apfel-Himbeer-Zungen“ aus, die ebenfalls rund 5 Stunden im Ofen benötigen. Zum Abschluss gibt es dann noch die Rezepte für „Orangensenf“, „Knoblauch-Basilikum-Majo“, „Camembert-Dip“, „Erdnussdip mit Frühlingszwiebeln“ und „Joghurt Hummus“. Die kann ich dann wiederum problemlos auch ohne Dörrgerät zubereiten. Zusammengefasst muss ich sagen, dass ich enttäuscht bin. Wenn der Titel „Gesunde Chips“ heißt, dann erwarte ich mehr als ein paar Chips-Ideen und haufenweise Plätzchen und Knabberkram – die sind dann nämlich auch nicht mehr gesund. Die Dips finde ich gut, aber da hier nur der halbe Titel tatsächlich eingehalten wurde und man mir ernsthaft vorschlägt, den Ofen mal eben 12 Stunden laufen zu lassen. Somit leider ein: Knapp daneben 😦

Anfängertauglichkeit: ☆☆☆☆ (mit viel Zeit, Geduld und einem Dörrgerät)
Alltagstauglichkeit: ☆☆ (nur, wenn man ein Dörrgerät hat)
Geschenkqualität: ☆☆☆ (unentschlossen)
Originalität: ☆☆☆ (tolle Rezepte und leckere Dips, aber zum Großteil nicht umsetzbar)

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