Kräuter sind gesund – ex und hopp

10673.jpgZumindest bekommt man, während man sich durch die schönen Geschichten in „Einer geht noch. Kräuterschnäpse und -liköre“ von den vier Kräuterschnaps-Liebhabern Melanie Jonas , Dorthe March , Nanette Andrée und Holger Janßen (Delius Klasing Verlag) liest so ganz allmählich den Eindruck, dass so ein ordentlicher Kräuterlikör nur gut tun kann. Da wird von der desinfizierenden Wirkung, der Anregung von Magen- und Darmtätigkeit, der Stärkung von Leber und Kreislauf der einzelnen Bestandteile gesprochen und so allmählich verstehe ich meine Nachbarn, die sich weit in dern 90ern noch bester Gesundheit erfreuen – sicherlich auch danke ihres umfangreichen Schnapsschränkchens. Angemessen dosiert kann der ein oder andere Absacker also allem Anschein nach doch ganz bekömmlich sein. Doch das Buch erzählt noch weit mehr..

IMG_3759.JPGNeben Geschichten aus der Höhle des Hasens auf St. Pauli, bei dem die Frage geklärt wird, ob ein Kräuterschnaps auch als Aperitiv taugt, der Entstehung des Campari „Rot wie die Liebe“ und dem Nationaldrink „Fernet-Branca“ mit Cola werden auch zahlreiche weitere Kräuterliköre und Kräuterschnäpse vorgestellt. Alles mit schönen Bildern, alten Werbeanzeigen der Spirituosen sowie coolen Collagen.
Chartreuse, Wermut, Helbing, Jägermeister sowie Averna und Ramazotti (die direkt miteinander verglichen werden) sind nur einige der Destillate, deren Hintergründe hier beleuchtet werden. Dabei gibt es nicht nur die historischen Fakten, sondern auch kleine Anekdoten, humorvolle Erinnerungen und natürlich Rezepte für Klassiker und Neukreationen mit Kräuterschnaps wie „Mondino Tonic“, „Bijou“, „Cyborg“ und „1772 Smash“. Daneben erklären uns die Autoren, was eigentlich in einem Kräuterdestillat drinsteckt und wie die einzelnen Zutaten (z.B. Enzianwurze, Angelikawurzel, Kümmel, Bitterorange und Zimtrinde) wirken und schmecken.
IMG_3756.JPGUnd natürlich probieren die Autoren auch selbst aus und wagen sich an das Experiment, einen eigenen Kräuterlikör im Selbstversuch herzustellen und ausgiebig zu verkosten. Es beantworten Kräuterschnaps-Experten allerlei Fragen rund um das Getränk und wir erhalten die Möglichkeit, einem Experten bei der Produktion über die Schulter zu schauen. Es wird die getestet und geklärt, welcher Schnaps am besten zum Grünkohl passt ( der hier quasi in einem Wettessen in rauen Mengen vernichtet wird) und den Magen schön aufräumt und, weil eine ja nicht fehlen darf: Auch die „Grüne Fee“ (Absinth) hat ihren Auftritt uns so gehen die Verfasser des Werks dem Mythos von Absinth auf den Grund, bis zu der Bar, in der die „sagenumwobene Wermutspirituose“ in über 400 Versionen verkostet werden kann. So viel sei verraten: die 400 schaffen sie nicht, aber allem Anschein nach, haben Sie sich alle Mühe gegeben 😀
IMG_3757.JPGFür alle, die gerne mal schnäpseln und gerne mehr über das wüssten, was da (leider) oft viel zu schnell in einem Schluck gekippt wird, ist hier viel Wissenswertes zu erfahren. Dass Jägermeister zum Beispiel keineswegs ein billiger und nicht hochwertiger Disko-Absturz-Drink ist, ist nämlich absolut falsch – gerade dieser wohlbekannte Kräuterschnaps ist wesentlich besser als sein allgemeiner Ruf! Auch ich habe also was gelernt. Schön, kurzweilig, optisch schön umgesetzt – gefällt.

Anfängertauglichkeit: fällt hier weg
Alltagstauglichkeit:  Schnaps?! Äh 😀
Geschenkqualität: ☆☆☆☆☆ (für alle, Kräuterschnäpse und -liköre mögen)
Originalität: ☆☆☆☆ (kurzweilig, interessant und unterhaltsam)

©alle Bilder Delius Klasing & Co.KG / Pressebilder der Hersteller
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