Original oriental – ohoh

orient.jpgDer Mitleser hat sich an dieser Stelle ausgeklinkt, denn orientalisch hat er so langsam ein wenig „over“. Klapp zu, Affe tot, Mann raus (zumindest aus diesem Buch). Macht aber nichts, weil ich diese Küche nach wie vor nicht „over“kriege und mich stets an ihr erfreue. Diesmal mit „Orientalische Küche“ von Stefan Wiertz aus dem Bassermann Verlag. Im Vergleich zu den vorherigen Büchern dieser Richtung ein Leichtgewicht mit nur rund 100 Seiten. Unterteilt sind diese in „Gewürze und Basics“, „Basisrezepte“, „Vorspeisen, Salate und Snacks“, „Suppen“, „Fleisch und Fisch“ sowie „Süßes“. Überschaubar, aber eindeutig ausreichend, wenn denn tatsächlich die Rezepte drin sind, die ich mir erhoffe.img_3952Der Autor beginnt im Intro mit einer Einführung in die Gewürze und Zutaten, welche wir kennen müssen und erläutert hierbei sowohl den Geschmack als auch den Einsatzbereich. Für alle, die sich diesem Thema als Neuling nähern ist das sehr dankbar. Weiter geht es  mit Basisrezepten wie „Eingelegte Zitronen“, „Smen – Butterschmalz“, „Harissa“ und „Schneller Ausbackteig“. Dann steigen wir auch direkt ein in die Vorspeisen mit „Marokkanischem Tomatenconfit“, „Kichererbsen mit Zwiebeln und Koriander“, „Kartoffel trifft Krustentier“, „Kräutersalat“, „Leichte Gemüsesticks mit Zitronen-Ayran“, „Ofentomaten mit Zimt“, „Spinatsalat mit Granatapfelkernen“, „Grüner Linsensalat mit Ingwer-Paprika-Salsa“, „Dattel-Olivensalat mit eingelegten Zitronen“, „Zitronen-Limetten-Salat mit gebratenem Ruccola“. Abgesehen davon, dass mir eindeutig Bilder fehlen, weil es nur zu etwa jedem fünften Gericht ein Foto gibt, bleiben die Rezepte allesamt blass. Und wie ich ernsthaft einen Salat essen soll, der fast  nur aus Zitronen und Limetten besteht, ist mir ein Rätsel. Vielleicht haben die Früchte im Orient ja ein anderes Aroma, aber bei uns? Brrrrr – da kräuseln sich mir die Nackenhaare.

img_3953An Suppe bietet uns Wiertz „Erbsenrahm mit Safran-Croutons“, „Knoblauchrahmsuppe“, „Fenchelbrühe mit rotem Zwiebel-Tatar“, „Kalten Gurken-Dill-Shooter“, „Kürbissuppe mit Zimt und frischer Minze“ sowie „Linsensuppe Marrakesch“. Alles durchaus lecker zu lesen und nicht zu komplex von der Umsetzung. Mehr und vor allem auch ansprechendere Bilder machen dieses Kapitel deutlich besser und auch die Rezepte an sich finde ich definitiv kreativer und spannender. Bei den nicht-vegetarischen Gelüsten locken „Ingwer-Garnelen mit geröstetem Sesam“, „Schnelles Fischgulasch  mit Senfschaum“, „Red-Snapper-Nuggets mit Pesto“, „Jakobsmuscheln mit Thymian-Karamell“, „Sesamlachs mit Minzspargel-Carpaccio“, „Zitronen-Entenkeulen mit Schmorquitten“,  „Backofen-Tafelspitz“, „Lammfinger auf Parmesanschaum“ und „Hähnchenbruststreifen in Curry-Kokosmilch“. Nahezu alles bebildert und schön anzusehen – da bekommt man richtig Hunger. Nach dem schwachen ersten Kapitel macht sich das Buch so langsam. Dass allerdings das Kapitel „Süßes“ genau „Pochierte Safranbirnen“, „Kokos-Creme-Caramel“ und „Mango-Granita“ umfasst, ist dann doch ein bisschen mau. Da hätte man sich die letzten paar Seiten auch schenken können, finde ich. Alles in allem aber für den Preis und für alle Einsteiger in die orientalische Küche, die mit einigen ausgesuchten Rezepten zufrieden sind, ganz in Ordnung.

Anfängertauglichkeit: ☆☆☆☆☆ (für die ersten Schritte und als Übersicht super)
Alltagstauglichkeit:  ☆☆☆☆☆ (problemlos)
Geschenkqualität: ☆☆☆☆☆ (für alle, die noch kein Buch in dieser Art haben)
Originalität: ☆☆☆☆ (schöne Bilder, ausgefallene Rezepte, aber nicht das Nonplusultra)

alle Bilder © Peter Rees/ Bassermann Verlag
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