Wein weltweit – für Neulinge

heyneMit dem deutschen Wein – insbesondere dem der Pfalz natürlich – kenne ich mich recht gut aus. Sobald wir aber die Landesgrenzen überschreiten, wird das Wissen deutlich weniger. In Österreich kenne ich ein bisschen was, bei den Italienern danke des letzten Urlaubs auch eine Ecke, aber wenn ich da an den nächsten Frankreich -Urlaub denke, fühle ich mich ziemlich nackt. Zum Glück gibt es da hilfreiche Zusammenfassungen wie „Der ultimative Weinguide. Zum Kenner in über 333 Grafiken“ von Madeline Puckette und Justin Hammack. Na, da bin ich ja mal gespannt wie gut gewappnet ich mich nach den 333 Bildchen fühle. img_3969Wir beginnen erst mal mit den tatsächlichen Basics. Was genau ist Wein, wie wird er hergestellt, woraus besteht er im Grunde genommen, was hat es mit Zucker und Säure, Körper und Tanninen auf sich und wie verhält es sich mit den Kalorien je nach Sorte. Okay, das ist mir natürlich alles klar, aber schön und übersichtlich ist das auf jeden Fall und für alle, die noch so gar keinen Plan haben ein guter und dankbarer Einstieg. Was mich allerdings stört ist die Tatsache, dass in 150ml Gläsern gerechnet wird (es gibt 0,1l, 125 ml und 250 ml, aber niemand schenkt 150 ml aus) und, dass die Kalorien schlicht nicht stimmen. 150 ml Weißwein trocken haben so in etwa 140 Kalorien, keine 200 und mehr. Und bei den Schaumweinen ist die Überschrift schlicht irreführend, weil auch ein Sekt keine 20 Kalorien hat (hier wird man aus Bild und Text nicht schlau!). Aber da bin ich wohl pingelig, weil das den Laien wohl nicht hauptsächlich interessiert. Es wird erklärt, wie man verkostet, wie man riecht, was man schmeckt und wie die typischen Farbschema aussehen. Dann geht es weiter  mit dem richtigen Öffnen der Flasche, dem korrekten Glas und dem passenden Dekanter, weil ja jeder Wein seine Aromatik in einem bestimmten Glas optimal entfaltet.
img_3974Ich persönlich habe daheim etwa zehn verschiedene Sorten Gläser und denke, dass man nicht unbedingt acht Versionen an Rotweingläsern benötigt, wenn man kein professioneller Sommelier ist, aber gut zu wissen, dass es diese tatsächlich gäbe. Dann folgen praktische Hinweise dazu, welchen Wein zu welcher Speise und Erläuterungen darüber, welche Geschmacksnoten man bei welchem Wein erkennen kann, wo dieser angebaut wird, wie lange er lagerbar und welche Trinktemperatur die beste ist.  Wir nehmen dabei dann natürlich nicht nur die deutschen Klassiker durch, sondern mit „Vermentino“, „Carignan“, „Negroamaro“, „Semillion“, „Sauternes“ oder auch „Carménère“ durchaus Exoten, die mir nicht alle geläufig sind.
img_3975Dann gibt es für verschieden Weinbauländer (Argentinien, Australien, Chile, Deutschland, Frankreich, Italien, Neuseeland, Österreich, Portugal, Spanien, Südafrika, USA)  nochmals Kartenübersichten, die zeigen, wo welche Rebsorte angebaut wird – wobei man hier den Eindruck bekommt, dass in manchen Ländern nur genau an zwei kleinen Fleckchen Trauben wachsen und dann auch nur 2 oder 3 Sorten. Für die Pfalz werden Dornfelder, Müll Thurgau und Riesling genannt … Ja klar, die gibt es hier auch, aber eben noch rund 25 weitere Sorten, wenn das reicht. Aber es ist ja auch nur ein Eindruck und wer umfassende Infos zu einem bestimmten Gebiet möchte, der muss eben dann doch zu spezielleren Ratgebern greifen. Für den Einsteiger ist dieses Wissen sicherlich allemal ausreichend und ein guter Schritt in Richtung Weinkenner. Absolut okay.

Anfängertauglichkeit: ☆☆☆☆☆ (ist ja für diese gedacht)
Alltagstauglichkeit:  ☆☆☆☆☆ (ein bisschen Weinwissen schadet nie)
Geschenkqualität: ☆☆☆☆☆ (für alle, die in die Weinwelt einstiegen möchten)
Originalität: ☆☆☆☆☆ (schöne Umsetzung, interessante und vielfältige Grafiken)

© alle Bilder Wine Folly LLC /Heyne Verlag

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