Mehr Achtsamkeit für Körper und Geist

eatIch beschäftige mich regelmäßig mit aktuellen Ernährungstrends und bin auch immer daran interessiert, neue Erkenntnisse der Forschung zu erfahren. Dass sich in regelmäßigen Abständen alle Testergebnisse widersprechen, wissen wir ja. Dennoch gilt nach wie vor, dass ein gesunder Geist nur in einem gesunden Körper wohnt und da ich den gesunden Geist (oder auch Verstand) ganz hilfreich finde, bin ich dann durchaus auch um den gesunden Körper bemüht. Unumstritten ist, dass es nur eine gesunde Kombi aus „Ernährung“, „Bewegung“ und „psychische Ausgeglichenheit“ vermag, einen gesunden und stabilen Körper zu gewährleisten. Ganzheitlich soll das Prinzip daher sein und alltagstauglich. Mit „Eat Train Love. Ganzheitlich gesund mit Clean Eating und Yoga.“ vermute ich, genau diesen Ansatz zu finden, der all das verbindet. Erschienen ist das Werk von Kristin Woltmann im Irisana Verlag und verspricht uns mittels „Clean Eating“, „Yoga“ und „Achtsamkeit“ mehr Wohlbefinden und Einklang mit sich selbst. 

„Clean Eating“ ist ja auch gerade so ein Trend, bei dem man quasi nichts isst, was die eigene Großmutter nicht auch als Essen erkannt hätte. Sprich  möglichst unverarbeitet und unbehandelte Produkte ohne zugesetzen Zucker, Farb- und Aromastoffe – kurz, kein Convenience. Gerade in der heutigen Zeit, wo sich (laut aktuellem Artikel meiner Tageszeitung) zwar immer mehr Menschen Gedanken um das Essen machen und Wert auf gutes Essen legen, haben immer weniger davon Zeit, sich dem aufwändigen Kochen hinzugeben und greifen dann eben doch zu Tiefkühlkost und Mikrowellengerichten. Man muss dabei natürlich erwähnen, dass nicht generell alles, was man nicht selbst aus den Grundzutaten herstellt, par se schlecht ist, verboten ist es beim „Clean Eating“ trotzdem. Wobei man fast nicht von Verboten sprechen sollte, denn wie die Autorin formuliert, sind die Einschränkungen, die man sich selbst setzt, individuell. Es gibt hier keine strikte Richtlinie, wer sich vegetarisch ernähren möchte, tut dies, es ist aber keine Voraussetzung. Allerdings sollte man auf Bioqualität und Nachhaltigkeit achten.
Im Netz heißt es dazu „Clean Eating ist also der Schritt zurück zur Natur, zur ursprünglichen Ernährung weit weg von Farben und Geschmack aus dem Reagenzglas. Wir essen also alles was in seiner ursprünglichen Form ist, also nicht industriell verarbeitet wurde und vermeiden leere Kalorien, solche, die uns keine Nährstoffe liefern, wie Weißmehl oder Industriezucker. Wir kochen alles frisch und verwenden keine fertigen Soßen oder Dipps und auch keine „Kochhelfer“ in Tütenform. Wir kaufen alles was frisch ist, wie Obst und Gemüse. Auf Getreide versuchen wir weit möglichst zu verzichten.“(clean-eating.de). Die Grundregeln und Einschränkungen sind dabei auch recht kurz zusammenzufassen:
– minimum 2 – 3 Liter Wasser am Tag trinken (stilles Wasser, Grüntee und 100&ige Säfte)
– 5  Mahlzeiten über den Tag verteilen (3 Hauptmahlzeiten und 2 Snacks)
– erkenne dein natürliches Hunger- und Sättigungsgefühl
– iss Obst, Salat und Gemüse in seiner ganzen Vielfalt (so bunt wie möglich)
– auf eine ausgewogene Ernährung achten (Speiseplan befolgen)
– verzichte auf Fast Food, Fertiggerichte und Ähnliches
– verzichte auf Lebensmittel mit künstlichen Inhaltsstoffen

Woltmann rät zudem dazu, sich den regionalen und saisonalen Gegebenheiten anzupassen (ein Kalender, was wann wo wächst, befinde sich direkt im Klappentext) und auch eine Liste der „zugelassenen“ Zutaten gibt es natürlich im Buch. Daneben erhalten wir allerlei Hinweise auf dem Weg zum „Clean Eating“, Tipps und Tricks, wie wir die Ernährung und unsere Gewohnheiten umstellen, wie wir den Alltag mit Bürojob meistern und, wie wir durchhalten. Hilfreich finde ich persönlich auch die Tabelle einiger „Superfoods“, die uns erklärt, was genau Rote Bete, Avocado und Co enthalten und, warum sie für uns so gesund sind. Es gibt Anleitungen für Smoothies und Pläne mit Variationen für eigene Kreationen, Oatmeal-Rezepte und Variationsvorschäge. Daneben gibt es ein Kapitel mit Rezepten wie „Zuckerfreie Pancakes mit buntem Beerenjoghurt“, „Sechskörniges Vollkornbrot  mit gewissen Extras“, „Cashew-Frischkäse mit frischen Kräutern“, „Vegane Süßkartoffelsuppe“, „Spinatsalat mit Datteln und Ziegenkäse“, „Pfannkuchenröllchen mit Wildlachs und Ruccola“, „Flammkuchen mit Spargel und Zitronencreme“ sowie „Süßkartoffel-Gnocchi mit Chili-Garnelen“ und „Kokos-Milchreis mit Schoko-Mandarinen“ und eine Abteilung mit Yoga-Übungen für den gelungen Start in den Tag, das Power-tanken zwischendurch oder auch das Ritual für Abends zum Runterkommen. Man kann hier schwer einzelne Aspekte herausgreifen, da es sich wie oben beschrieben, um ein ganzheitliches Konzept handelt. Ein Youtube-Kanal und der Blog der Autorin sind weitere Quellen für alle, die sich mehr Inspiration und Anregungen wünschen. Ich persönlich werde durchaus den ein oder anderen Punkt beherzige, aber ohne meinen Milchkaffee am Morgen bin ich einfach nur ein halber Mensch und Kaffee ist hier leider schlicht nicht vorgesehen 😦 Aber alles in allem ein sehr harmonisches Konzept, das sich gut in den Alltag integrieren lässt und auch keine großen Kosten verursacht.

Anfängertauglichkeit: ☆☆☆☆☆ (alles ist super erklärt und groß gekocht wird nicht)
Alltagstauglichkeit:  ☆☆☆☆☆ (nur nicht für diejenigen, die ständig Geschäftsessen haben)
Geschenkqualität: ☆☆☆☆☆ (für alle, die einen neuen Ansatz suchen)
Originalität: ☆☆☆ (neu ist es nicht, aber ansprechend und informativ umgesetzt)

 

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