Alle meine Gläser – autark 2018 ^^

glasDen Traum von einem riesigen Keller mit Gläsern voller Chutney, Marmelade, eingeweckten Früchten und Gemüse, angesetzten Likören und Fruchtweinen, fermentiertem Kraut und vielem mehr, den träume ich seit einigen Jahren. Das mit der Marmelade und dem Chutney habe ich 2016 erstmals in Angriff genommen, aber da ist noch verdammt viel Luft nach oben (sobald eine größere Wohnung vorhanden ist dann hoffentlich auch entsprechend im Keller oder dem Vorratsraum). Mit „Selbstgemacht im Glas. Zum Einkochen, Mitnehmen & Verschenken“ von Nikolaus Tomsich (erschienen bei Brandstätter) habe ich auf alle Fälle schon mal das passende Werk für alle hochtrabenden Pläne. 
IMG_4096.JPGSchöne Umsetzung der Aufmachung (auch, wenn ich es schade finde, dass die tolle Optik nur mit Einband gegeben ist, da der ja doch recht fix mal einreißt und ich ihn bei einigen Büchern daher schon entfernt habe), sehr klare Struktur im Inneren. Los geht es mit „Ab ins Glas“, also einem kurzen Intro, dann folgt „Einfach selbst gemacht. Wichtiges rund ums Einkochen“, wo wir erfahren, wie man Lebensmittel haltbar macht, was genau Einkochen ist, was man an Zubehör braucht, wie das ideale Setting aussieht und was es für Arten von Konservengläsern und Verschlüssen gibt. Dann folgen mit „Fein & Frisch im Glas. Zum Zubereiten, Mitnehmen & Servieren“ die Rubriken „Smoothies & Overnight Oats“, „Aufstriche > Aufs Brot, zum Brot“, „Suppen > Heiß & kalt, klar & cremig“, „Salate & warme Hauptgerichte“ sowie „Desserts > Aus dem Kühlschrank, aus dem Ofen“.
Dann knüpft an „Feines haltbar gemacht. Zum Genießen, Verschenken & Lagern“ mit „Würzsaucen“, „Eingelegt & Fermentiert“, “ Wurst & Fleisch“, „Obst im Glas“, „Brot & Kuchen aus dem Backofen“, „Sirupe & Liköre“, „Salze & Zucker“ bevor mit „Zu guter Letzt. Noch einige Tipps, damit alles gelingt“ noch allerlei Tipps und Hinweise den Abschluss bilden.
IMG_4097.JPGKonservieren kann man mit Zucker, mit Salz, mit Essig oder Öl und wenn man (was bei mir selten vorkommt) Platz in der Gefriertruhe hat, kann man seinen Vorrat auch einfach dort haltbar lagern. So weit, so gut. Wie lange die Sachen dann aber mit den einzelnen Methoden lagerbar sind, das erfahren wir leider nicht. Für die ersten Rezepte aber zum Glück unwichtig, da diese ja zum gleich verzehren gedacht sind. „Goldene Cashewmilch mit Aprikosen“, „Erdbeer-Melonen-Fenchel-Smoothie“, „Aprikosen-Mango-Lassi mit Blütenpollen“, „Overnight Oats mit Apfel, Orangem Pflaume und Granatapfel“ – okay, nur ein Rezept dieser Rubrik ist enttäuschend wenig – „Sesam-Zitronen-Butter mit Knoblauch“; „Mohnbutter mit Basilikum“, „Erdäpfelkas mit Ei und Schafgarbe“, „Gebackener Thymian-Ricotta“, „Kalte Mandel-Knoblauch-Suppe mit Trauben“, „Zitronige Rucola-Kartoffel-Suppe mit Croutons“, „Quinoasalat mit Auberginen, Zucchini und Feta“, „Puntalette-Salat mit grünem Spargel, Avocado und Erdnüssen“, „Asia-Nudelsalat mit Huhn und Mandarine“, „Basilikum-Pinien-Eis mit Himbeersauce“, „Mousse auch Chocolat mit Sternanis“, „Nektarinen-Nuss-Crumble mit Portwein“ und „Mango-Aprikosen-Pralinen“.
IMG_4095.JPGAlso die Rezepte sind echt eine Wucht – super kreativ mit vielen Gewürzen und Kräutern, genau mein Fall. Ob ich das jetzt alles in ein Glas packen würde? Prinzipiell kann man ja alles in ein Glas packen, auch ne Wurststulle, ob es Sinn macht oder notwendig ist, lassen wir mal offen. ich für meinen teil würde wohl bei einigen Dingen eher die klassische Tupperdose wählen, weil ich bei Glas und Mikrowelle einfach ein ungutes Gefühl habe – egal wie hitzebeständig das ist.
Viel spannender sind ja aber eh die haltbaren Gläser. Um die geht es mir ja. „Walnuss-Koriander-Pesto“, „Pistazien-Minze-Pesto“, „Apfel-Basilikum-Senf“, „Kirschen-Chutney“, „Himbeer-Thymian-Ansatzessig“, „Eingelegter Grüner Spargel“, „Sherryzwiebeln mit Rosmarin“, „Salzzitronen“, „Frischkäsebällchen in Öl“, „Kalbfleischpastete mit Steinpilzen“, „Marokkanische Bratwurst“, „Wiener Saftgulasch“, „Rindfleischcurry in cremiger Sauce“, „Frühlingsmarmelade mit Rhabarber & Zitronenmelisse“, „Birnen Marmelade mit Marzipan und Zimt“, „Quitten-Apfel-Mus mit Gewürztraminer & Rosenwasser“, „Brot mit Oliven, Tomaten und Rosmarin“, „Würziges Bananenbrot mit Schokolade“, „Aprikosen-Kokos-Kuchen“, „Mango-Himbeer-Fruchtgummi“, „Ananas-Minze-Sirup“, „Orangen-Wacholder-Likör“, „Espressolikör“, „Bärlauch-Zitronen-Salz“, Chili-Kreuzkümmel-Salz“, „und „Rosen-Holunder-Blüten-Zucker“.
IMG_4094.JPGDie Auswahl dessen, was man so alles im Glas einlagern kann, ist schier unendlich. Und dabei so bunt und vielfältig. Ich bin baff. Besonders das mit der Wurst und dem Fleisch ist gänzlich neu – dabei weiß ich ja, dass man Bolo-Sauce und Gulasch in der Dose kaufen kann. Das selbst zu machen, ist mir irgendwie noch nie in den Sinn gekommen. Aber irgendwie tue ich mir damit schwer, dass da nicht dabeisteht, das ist ein Jahr haltbar, das ist drei Monate gut, das besser innerhalb von 8 Wochen verzehren …. wahrscheinlich ist das alles problemlos ein, zwei oder drei Jahre lagerbar, aber einfach mal so eine Info als Richtwert, wäre toll. Gerade wenn man so Sachen verschenken will, möchte man doch auch so ein MHD draufschreiben können und nicht nur „gut, solange es gut riecht und gut ausschaut…“.
Trotzdem ein tolles Buch mit sehr guten Anregungen, einer wahnsinnigen Bandbreite und vielen Ideen, die ich sicher mal testen werde.

Anfängertauglichkeit: ☆☆☆☆☆ (ich hoffe es :))
Alltagstauglichkeit:  ☆☆☆☆☆ (jeder sollte einen Keller voller Vorräte haben)
Geschenkqualität: ☆☆☆☆☆ (für alle, die auch mal ein bisschen autark sein wollen)
Originalität: ☆☆☆☆☆ (tolle Bilder, gut beschrieben, richtige gute Rezepte)

© ALLE BILDER: Brandstätter/ Eisenhut & Mayer

 

Advertisements