Winter 2018 – ich bin bereit

IMG_4131.JPGAlso nur so ganz theoretisch natürlich, denn gerade bete ich jeden Abend, dass der Winter 2017 endlich ein Ende findet und T-Shirts, Shorts und Ballerinas wieder Einzug halten dürfen. Stattdessen Graupelschauer, Nieselregen, Schneeflöckchen und teilweise klirrende Kälte. Nene, der Winter 2018 darf sich ruhig Zeit lassen. Was ich meinte war, dass ich mit „399x einlegen & einkochen. Marmelade, Gemüse, Sauerkraut, Fleisch und mehr einmachen“ die 8 Monate vor den nächsten kalten Tagen dazu nutzen werde, mit Hilfe von Cosima Bellersen Quirini (Ulmer Verlag) meine Vorratsschränke so aufzufüllen, dass ich bei Minusgraden das Haus gar nicht erst verlassen muss. So! Dann kann der Winter 2018 nämlich kommen und ich bin gewappnet…

IMG_4132.JPGNachdem wir ja bereits etliche Bücher zu ähnlichen Themen hier hatten und ich immer daran verzweifle, dass nirgends Haltbarkeiten angegeben sind, finde ich hier zumindest den Hinweis  auf „etliche Jahre“ und den Tipp „anschauen, riechen, probieren“. Und ganz ehrlich – recht hat sie ja, die Autorin. Schließlich wusste man bei Oma im Keller ganz oft auch nicht, was man da eigentlich genau in Händen hält und wann genau es eingekocht worden ist, aber nach einigen prüfenden Blicken wusste man zumindest, ob es noch gut war. Wir sollten uns schlicht mehr auf die Sinne und den Verstand verlassen. Danke für den ziemlich simplen aber guten Hinweis. Wie bei den anderen Büchern zum Thema „Haltbar machen“ gibt es erst einmal einen umfassenden Überblick über die einzelnen Methoden „Einkochen“, „Einmachen“ und „Einlegen“ einschließlich der gängigen Garzeiten, der Hilfsmittel und des notwendigen Zubehörs. Und schon geht es los  mit „Raffiniert und lecker: Herzhaft eingekocht“, wo uns Vorschläge erwarten wie „Ingwer-Möhrchen“, „Kürbisgemüse im Weißweinsud“, „Kräuter-Paprika“, „Trauben-karamell-Wirsing“, „Lavendel-Rahnen“, „Fleischfilet im Glas“, „Lamm mit Raucharoma“, „Orangen-Estragon-Hühnchen“, „Sauerfleisch“, „Corned Beef“, „Kräuterschmalz“, und „Kalbsleber-Aufstrich“, „Schinkenwurst“, „Gekochte Käsewurst“, „Tomatenlachs“, „Asia-Garnelen“, „Krabbensuppe“, „Cheddar-Klösschen“, „Kapernsauce“, „Satésauce“,“Mirabellen-Chutney“,“Feigensenf“ oder auch „Gremolata“. Die Bandbreite ist echt riesig und die Idee, selbst Fleisch einzumachen, finde ich gut, owbohl ich echt Respekt davor habe. Salmonellen und Fleischvergiftungen sind nicht so ganz ohne. Da muss man dann wirklich sehr sehr sauber arbeiten. Für den Fisch gilt das natürlich ebenso, wobei ich persönlich eher nicht auf die Idee käme, Fisch im Glas einzukochen, da ich Dosenfisch nicht leiden kann und die Möglichkeiten, welche die Tiefkühlwelt an Meerestieren bereithält, mehr als ausreichend finde. Da hab ich persönlich lieber ein Lachsfilet im TK und das ist auch in 30 Minuten fertig zubereitet auf dem Tisch.
IMG_4134.JPGWas mir leider so ganz und gar nicht gefällt, ist Enge der Rezepte. Keine Bilder, aber dafür teilweise 8 Rezepte auf einer Seite – das macht leider so gar keinen Spaß das durchzublättern. Das hier nehme ich wirklich nur in die Hand, wenn ich ganz konkret eine Anleitung suche, denn inspirieren lassen kann man sich nicht.
Es folgt „Süß und saftig: Verführungen aus dem Einmachglas“ wie „Apfelkompott“, „Orangenfilets im Portweinsud“, „Himbeeren im Blütensud“, „Zitrusfrüchte in Safran-Sherry“, „Erdbeerkonfitüre mit Vanille und Limette“, „Zwetschgenmus“, „Getreide-Obst-Brei“ (fürs Baby) und „Gemüse-Kartoffel-Fleisch-Brei“ (ebenso). Dann schließen sich mit „In Sud oder Öl: Pikant eingelegt“ Ideen wie „Eingelegte Gürkchen“, „Senf-Honig-Gurken“, „Honigmelone aus dem Glas“, „Pikante Paprika-Chili-Streifen“, „Süßsauer eingelegte Bratheringe“, „Chili-Austern“, „Soleier“, „Eingemachte Limetten“, „Thymian-Salz-Zitronen“, „Pilze in Rotwein-Sud“, „Sauerkraut“, „Kimchi“, „Fenchel-Möhrenkraut“, „Kräuter Kapusta“, „Karamell-Schmorlauch“, „Chili-Kräuter-Mozzarella“, „Antipasti in Öl“, „Apfel-Kürbis“ und „aromatisierte Öle“.
IMG_4133.JPGAlles nicht schlecht, gute Rezepte, schöne Ideen und alles kurz und knackig erklärt. Bei den Sachen, die etwas komplizierter sind, gibt es entsprechend eine umfangreichere Anleitung, so dass auch Einsteiger sich zurechtfinden. Dann gibt es mit „Ein Schluck Glück: Selbst gemachte Getränke“ leckere Rezepte für „Rhabarbersaft“, „Heidelbeer-Erdbeer-Saft“, „Kirsch-Johannisbeer-Vanille-Saft“, „Aprikosen-Apfel-Saft“, „Maronen-Möhren-Saft“, „Scharfer Tomaten-Paprika-Saft“, „Orangensirup“, „Milchsirup“, „Rübensirup“, „Zitronen-Basilikum-Sirup“, „Limo-Basis Cola-Sprizz“, „Limo-Basis Beeren“, „Bowle“, „Bellini“, „Kalte Ente“, „Kräuterlikör“, „Winterzauber“ (Kirschlikör), „Kakao-Kaffee-Likör“ und mehr. Amüsant finde ich hier besonders das Rezept für „Ochsenblut alkoholfrei“: 1l Champagner und 2 Tassen rote Beeren…. okay, in der Pfalz ist eine Schorle ja auch das, was der Fahrer trinkt, aber ganz ehrlich – kleiner Fehler,ne?!
Das Ende bildet dann „Aus Weckglas oder Dose: Haltbare Brote und Kuchen“ mit Vorschlägen á la „Toastbrot“, „Ciabatta“, „Früchtebrot“, „Becher-Nusskuchen“, „Schoko-Kuchen“ und passenden Aufstrichen (die natürlich nicht lange haltbar) wie „Hummus“, „Mango-Chili-Aufstrich“, „Falscher-Liptauer“, „Eingemachter Käse“, „Spekulatiusaufstrich“, „Schokocreme“ und „Erdbeer-Mandel-Vanille-Aufstrich“.
Alles in allem ein gutes Nachschlagewerk, in dem man sicherlich alles findet, wenn man gezielt sucht. Zum Stöbern und Anregungen holen taugt es aber so gar nicht.

Anfängertauglichkeit: ☆☆☆☆☆ (alles kurz, knapp und problemlos erklärt)
Alltagstauglichkeit:  ☆☆☆☆☆ (sicher doch)
Geschenkqualität: ☆☆☆☆☆ (für alle, die gerne mal selbst einen Vorrat anlegen möchten)
Originalität: ☆☆☆ (ein sauberes Werk mit guten Ideen, aber nicht überragend innovativ)

© ALLE BILDER: Ulmer Verlag/ Cosima Bellersen Quirini

 

 

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