Gläser richten, der Sommer kommt rein

deliDauert zwar noch eine Weile bis wir uns tatsächlich wieder im Sommer befinden, aber die ersten heimischen Obst- und Gemüsesorten laden schon jetzt dazu ein, sie zu konservieren und Vorräte anzulegen – und darum geht es heute mal wieder. „Delikatessen Manufaktur. Marmeladen, Chutneys & Co“ heißt es bei Jeanette Marquis (blv Verlag) aus dem Fernsehgarten. Bevor wir alle Basics rund ums Einmachen erfahren, klärt uns Frau Marquis noch auf, wie sie damals im Fernsehgarten gelandet ist.. naja, kann man, muss man nicht unbedingt erklären. Mich interessieren vielmehr die Rezepte und denen widmen wir uns mit „Sommer im Glas“.deli2.jpg„Blutorangenmarmelade“ (der Einleitungssatz zu diesem Kapitel „wenn die Ernte aus dem eigenen Garten üppig ausfällt“ irritiert mich da etwas – also ich  kenne jetzt eher weniger Menschen hier in Deutschland, die zu viele Blutorangen im Garten hängen haben, aber okay), „Erdbeermarmelade“, „Aprikosenmarmelade“, “ Quitten-Orangen-Marmelade“, „Saures Trio“, „Goldenes Trio“, „Birnenmarmelade mit Safran“, „Sauerkirschmarmelade mit Walnuss und Lavendel“, „Erdbeer-Macchiato-Marmelade“, „Sauerkirschmarmelade mit Nougat“, „Ananas-Bananen-Marmelade mit Chili“, „Tomatenmarmelade“, „Himbeergelee“ und „Rhabarberhonig“, „Roségelee mit Rosenblüten“ und auch „Rieslinggelee  mit Trauben“ lassen keinen Wunsch offen. Allerdings fehlen mir wie immer zumindest grobe Angaben zur Haltbarkeit.

deli3Wer es lieber weniger süß mag, für den gibt es bei „Herzhafte Köstlichkeiten“ „Johannisbeerchutney“, „Aprikosen-Paprika-Chutney“, „Quittenchutney“, „Erdbeer-Balsamico-Sauce“, „Zwiebelconfit mit Himbeeren“, „Riesling-Rosmarin-Gelee“, „Salzzitronen“, „Gewürzkirschen“, „Petersilien-Mandel-Peso“, „Rucola-Walnuss-Pesto“, „Cashew-Senf“, „Apfel-Calvados-Senf“, „Schokoladensenf“, „Birnen-Senfsauce“ – okay, manches ist mir dann doch ein wenig zu gewagt, aber in Summe eine nette Auswahl. Es folgt „Feines zum Genießen“ mit „Cake Pops“, „Biskuitkuchen aus dem Glas“, „Mini-Pfannküclein mit Früchten“, „Lemon Curd“, „Englische Scones“, „Kaffeelikör“, „Kartoffelpralinen“, „Dulce de leche“, „Orangen-Schokoladen-Trüffel“, „Eierlikör“ und „Schwarze Nüsse“. Irgendwo hatte ich das schon einmal mit dieser -für mich – nicht nachvollziehbaren Aufteilung, dass man nach den Marmeladen und Chutneys in einem solchen Buch plötzlich ein Kapitel mit Süßkram einfügt. Warum? Erstens ist der Großteil nichts, was haltbar wäre, zweitens sind das keine Delikatessen (Pfannkuchen zB) und drittens wirkt das ganze Kapitel in sich auch noch zusammengestoppelt. Da hat sich jemand keinen Gefallen getan, muss ich sagen. Dieses Kapitel wesentlich reduziert nur auf die Delikatessen, die etwas haltbar sind und zum Rest passen, wäre deutlich stimmige rund dankbarer.
Alles in allem ein nettes Buch, das sich mit dem letzten Kapitel aber selbst ein wenig ins Abseits schießt.

ANFÄNGERTAUGLICHKEIT: ☆☆☆ (Übung macht den Meister…)
ALLTAGSTAUGLICHKEIT: ☆☆☆☆ (bedingt)
GESCHENKQUALITÄT: ☆☆☆ (für alle, die sich gerne bevorraten möchten und noch kein ähnliches Buch besitzen)
ORIGINALITÄT: ☆☆ (Rezepte okay, aber nicht sonderlich ausgefallen, Konzept nicht ganz stimmig)
©ALLE BILDER/ blv
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