Jetzt backt sie wieder – zum Glück!

backen.jpgNachdem Aurélie Bastian mich mit „Macarons für Anfänger“ und „Tartes & Tartelettes“ beglückt hat, war ich von „Französisch kochen mit Aurélie“ nicht ganz so angetan und bin nun umso erfreuter, dass es mit „Französisch backen“ (südwest Verlag) wieder zurück zu den Anfängen geht. „Petit déjeuner“ (Frühstück), „Pâtisserie“ (Gebäck), „Goûter“ (Kaffeezeit) und „Grandes occasions“ (Besondere Anlässe) versprechen Seiten voller zuckriger Gaumenfreuden. Vorher erklärt uns die Autorin noch, dass sie sich auf acht Basic-Rezepte für Teige und Cremes beschränkt hat, da man mit diesen Grundteigen unendlich viele Variationen gestalten kann. Keep it simple also – gut so! 

IMG_4624Dann gibt es noch ein paar Tipps und Tricks sowie allgemeine Infos zum Einsatz von Butter vs Margarine, Gelatine vs Agar-Agar, frische Hefe vs Trockenhefe und spezielle Hinweise zu den einzelnen Gebäcken und Teigsorten. Das ist auch durchaus sinnvoll, denn weder Hefeteig noch Blätterteig gehören zu den idiotensicheren Rezepten, würde ich mal behaupten. Ich persönlich stoße da schon mal an meine Frustgrenze… aber damit es gar nicht so weit kommt, lese ich brav alle Hinweise und stürze mich dann in die französische Dessertwelt. Wir starten mit „Croissants au chocolat“ (Schokoladencroissants), „Croissants aux amandes“ (Mandelcroissants), „Baguette“, „Pain couronne“ (Brotkranz), „Pain aux céréals“ (Mehrkornbrot), „Pains au lait“ (Milchbrötchen), „Ma brioche“, „Gâche“, „Chinois“ (Hefeschnecken) und „Cramique“ (Rosinenbrioche) – so kann der Tag durchaus starten.
Auch „Choux á la crème au caramel au beurre salé“ (Windbeutel mit Karamellcreme), „Éclairs“, „Mille-feuilles“, „Puits d’amour“ (Liebesbrunnen), „Tartelettes au citron merinquées“ (Zitronen-Baiser-Tartelettes), „Babas au rhum“, „Bisquits roses de Reims“ (Rosa Biskuits aus Reims), „Gâteau aux noix“ (Walnusskuchen), „Far breton“ (Bretonischer Pflaumenkuchen) und „Croustade landaise“ (Apfelkuchen aus der Gascogne) laden zum Schlemmen ein – wenn auch alles ziemlich zuckrig süß ist.
IMG_4627Da wunder eich mich doch wieder, dass die Franzosen nicht alle dick und kugelrund sind. Vermutlich hängt das damit zusammen, dass die Patisserien die Leckereien immer als winzige Portionen zu horrenden Preisen anbieten – da kommt man gar nicht in Versuchung riesige Mengen zu verdrücken. Auf alle Fälle alles verdammt lecker mit tollen Bildern und hilfreichen Tipps- Für die bin ich hier besonders dankbar, da etliche der Rezepte durchaus so ihre Tücken haben.
Für die Kaffeezeit wird es dann mit „Madeleines“, „Cannelés“, „Tuiles aux amandes“ (Zarte Mandelplätzchen), „Financiers“ (Eiweißküchlein), „Pets de nonne“ (Nonnenfürzlein) und „Crêpes“, „Gaufres“ (Waffeln), „Visitandines“ (Mandelküchlein), „Gâteau au yaourt“ (Joghurtkuchen) und „Clafoutis“ nicht weniger lecker, aber ein bisschen weniger übersüß. Aber das mag eher meine Meinung sein, da ich auf geballt süß wie Schokolade und Pralinen nicht sonderlich scharf bin….
IMG_4626Dass es in Frankreich für quasi jeden Feiertag ein eigenes süßes Gericht gibt, wusste ich nicht, finde ich aber sehr schön Insbesondere, wenn es so tolle Sachen sind wie „Charlotte aux fruits“, „Gâteu renversé à l’orange“ (Gestürzter Orangenkuchen), „Pompe à l’huile“ (Weihnachtliches Hefebrot), „Bûche de Noel“ (Weihnachtsbaumstamm) oder „Galette des rois“ (Dreikönigskuchen) und „Croquembouche“ (Windbeutelpyramide).
Also ganz ehrlich: da würd‘ ich mich doch glatt in das ein oder andere Rezept am liebsten reinwerfen so toll sieht das aus. Wahnsinn! Und das sag ich jetzt nicht nur, weil es sogar zwei Rezepte mit dem tollen Namen „Charlotte“ gibt ^^…

ANFÄNGERTAUGLICHKEIT: ☆☆ (würde ich jetzt eher mal anzweifeln)
ALLTAGSTAUGLICHKEIT: ☆☆☆☆ (zum Teil doch ein bisschen zu aufwändig für den Alltag)
GESCHENKQUALITÄT: ☆☆☆☆☆ (für alle, die Frankreich lieben)
ORIGINALITÄT: ☆☆☆☆☆ (Toll, toll, toll)
©ALLE BILDER/ südwest/ Aurelie Bastian
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