Hauptsache gefüllt – Lindas Leckereien

tarte.jpgDiesmal dreht sich alles um Pies, Tartes, gedeckte und ungedeckte Kuchen, Crumbles, Galettes und Teigtaschen, genau dafür liefert uns Linda Lomelino mit „Lomelinos Kuchen, Tartes & Pies“ (AT Verlag) die passenden Rezepte. Die äußerst ästhetischen Bilder, die Backkunst, Natur und Materialien verbindet, liefert augenscheinlich die Autorin selbst. Na, wer könnte auch besser den magischen Moment einfangen als der, der für ihn verantwortlich ist? Eben! Mich macht alleine der Einband schon mehr als neugierig und ich freue mich auf meine erste „Begegnung“ mit Linda.
tarte2Los geht es wie gewohnt mit einem Vorwort, in dem die Autorin kurz erklärt, warum Mürbeteig für sie das absolute Nonplus-Ultra ist und schon landen wir bei den Grundlagen mit „Mürbeteig zubereiten“, „Mürbeteig ausrollen“, „Streuselteig“ und „Blätterteig“ – letzteren würde ich aber jederzeit kaufen, weil mir der Aufwand schlicht zu groß ist… und weil nichts über die Optik geht, lernen wir auch gleich noch, den Teigdeckel zu flechten, Muster (Dekor, Zopfmuster, Kordel, gewellter Rand) herzustellen, Risse im Teig zu flicken und Reste sinnvoll zu verarbeiten.
Dann folgen Infos zu den verschiedenen Möglichkeiten, den Kuchen zu füllen, zu bestreichen oder auch, wie man Teige oder ganze Kuchen vorbereiten, einfrieren, aufbewahren kann. Ich denke, jetzt sind wir gewappnet für das Abenteuer.
„Gedeckte Kuchen“ lockt mit „Klassischer Apfelkuchen“, „Heidelbeerkuchen mit Buttermilch und Zitrone“, „Pfirsich-Erdbeer-Kuchen mit gebräunter Butter“, „Kirschkuchen mit Mandeln“, „Pflaumenkuchen mit Pistazien, Rum und Vanille“ oder auch „Apfel-Zimtschnecken-Kuchen“. Alles tolle und sicher leckere Rezepte, aber für meinen Geschmack sind die Kuchen auf den Bildern etwas zu dunkel und spätestens nach der vierten Aufnahme stört es mich, dass alle Kuchen von oben fotografiert wurden. Da es sich um gedeckte Kuchen handelt, sehen die nämlich alle mehr oder weniger gleich aus und was mich wirklich interessieren würde, die die Kuchen innen aussehen, welche Konsistenz sie haben oder wie hoch sie sind, weiß ich nicht.
tart3.jpgWeiter geht es mit „Crumbles“, also dem, was eigentlich nicht schief gehen kann. „Apfel-Crumble mit Honig und Pekannüssen“, „Streuselauflauf mit brauner Butter, Schokolade und Brombeeren“, „Rote-Johannisbeeren-Auflauf mit weißer Schokolade“ und „Karamelliger Birnen-Streuselauflauf“. Wer es etwas weniger gehaltvoll mag, der kommt sicher bei den „Galettes“ auf seine Kosten….
Okay, ich kenne Galettes als eine Version von Crêpes mit Buchweizenmehl, aber hier handelt es sich auch wieder um Mürbeteig. Nix Figurschonendes also, aber trotzdem lecker: „Galette mit Aprikosen, Brombeeren und Thymian“, „Glutenfreie Galettes  mit Nektarinen und Himbeeren“, sowie „Galette mit Erdbeeren und Rhabarber“, womit wir auch schon ganz fix durch das zugegeben recht kurze Kapitel durch wären.
Im vorletzen Teil „Küchlein und Tartes“ gibt es dann noch „Himbeer-Teigtaschen“, „Frittierte Apfeltaschen mit Karamell“, „Blätterteig-Tartelettes mit Heidelbeeren und Joghurtcreme“, „Bananen-Tarte-Tatin“,“Feigentarte mit Mascarpone , Rosmarin und Walnüssen“ und mit dem letzten Kapitel „ungedeckte Kuchen“ auch endlich mal etwas variierte Bilder, weil man tatsächlich was vom Kuchen sieht – finally!
„Crème-Brûlée-Tarte mit Zitrusfrüchten“, „Limetten-Tarte mit Kokos und weißer Schokolade“, „Pekannusskuchen mit Filoteig“, „Johannisbeerkuchen mit Baiserhaube“, „Banana Cream Pie“ – und ich erkenne, dass man auch bei den ungedeckten Kuchen nichts erkennt, weil obendrauf wahlweise Sahne, Baiser oder Kokos-Sahne ist – ernsthaft ? 😦
Da können „Coconut Cream Pie“, „S’Mores Pie“, „Banoffee Pie Mit Honeycomb“ und „Zitrus-Tarte mit karamellisiertem Baiser“ so schön klingen, wie sie wollen. Wenn ich nicht wirklich sehe, wie das Endprodukt angeschnitten aussieht, dann habe ich irgendwie keine rechte Lust, das nachzumachen. Nein, mich überzeugt das leider nicht. Die Rezepte sind toll, die Kuchen sicher wahnsinnig lecker, aber die Tatsache, dass (bis auf einen) alle Kuchen im immer gleichen Winkel von oben abgelichtet sind und ich nichts von der Füllung, dem Stand, der Höhe usw.. sehe, schreckt mich ab. Abwechslungs- und hilfreicher wären hier unterschiedliche Blickwinkel – schade.

ANFÄNGERTAUGLICHKEIT: ☆☆☆☆ (Mürbeteig kriegt man ganz gut hin, denke ich)
ALLTAGSTAUGLICHKEIT: ☆☆☆☆ (Kuchen und Crumble gehen doch immer)
GESCHENKQUALITÄT: ☆☆☆☆ (für Mürbetig-Fans)
ORIGINALITÄT: ☆☆☆ (tolle Rezepte, aber für die Fotos, gibt’s Punktabzug)

© ALLE BILDER AT-Verlag/ Linda Lomelino

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