Anleitungen für „easy peasy Party“

Fest.jpgIch gebe zu, ich bin mit „Ein Fest im Grünen für Gäste. Einfache Rezepte und Ideen für jeden Anlass“ von Erin Gleeson (Knesebeck Verlag) aktuell ein klein wenig spät dran, aber zumindest ein „Fest in rot-orange“ könnte man bei uns in den Weinbergen schon noch feiern 🙂 Und da es ja auch im Herbst und Winter Geburstage, Hochzeiten, Jubiläen und mehr zu feiern gibt, erhoffe ich mir den ein oder anderen Ratschlag, denn eine wirklich entspannte Feier, bei der ich nicht bis zur letzten Minute am Rennen bin, kenne ich kaum. Kein Grund also zu verzagen und rasch hinein in die Vorschläge zur Gestaltung einer stressfreien Feier….fest2Schon die ersten Seiten mit Fotografien, Zeichnungen und Wasserfarben-Farbverläufen sprechen mich an. Autorin Erin, die eigentlich Fotografin arbeitet und nebenbei als Hobby Aquarelle malt, hat sich mit diesem Buch einen Traum erfüllt – sehr cool, dass es hier sowohl die Rezepte als auch die Gestaltung aus einer Hand gibt. Dass nenn ich mal vielseitig begabt. Schön auch, dass die Fotos sie, ihr Haus, ihre Partys und ihre Familie zeigen. Dadurch wirkt das alles sehr authentisch. Im Intro erfahren wir von ihrem Umzug aus dem Hotspot New York City in die Wälder Santa Cruz‘ und ihr Faible für Einladungen. Deswegen gibt es neben den Rezepten auch Serviervorschläge, Anregungen zum Anrichten, allgemeine Dekotipps sowie Getränkeanregungen. Eben ein „rundum-sorglos-Paket“. Die Tipps, notfalls gekauftes Gebäck als Nachtisch zu reichen, lassen wir mal bitte weg, das gefällt mir so gar nicht. Dann halte ich mich doch lieber an die anderen Vorschläge zur Zeitoptimierung und mache das Dessert selbst.

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Aber kommen wir mal zu den Rezepten an sich: Das Buch gliedert sich in einzelne Motto-Partys, zu denen dann jeweils ein komplettes Arrangement kreiert wird. Los geht es mit dem „Frühlingsfest“ und „Bowle mit Blüten“, „Crostini mit Radieschenbutter“, „Kräutersalat“, „Zuckerschoten mit Parmesan“, „Pizza mit Spargel & Pistazien“ sowie „Eisbecher mit Erdbeeren & Balsamico“. Alles nicht da Hexenwerk , in sich aber stimmig und schön umgesetzt.
Weiter geht es mit einer Kategorie für mich: „Wein-&-Käse-Party“, bei der „Prosecco & Camambert: Crostini mit Nektarine“, „Pinot Grigio & Parmesan: Zucchini-Fladenbrot“, „Pinot Noir & Feta: Wassermelonen-Feta-Häppchen“, „Cabernet & Cheddar: Apfel mit Cheddar, Honig & Pfeffer“ und „Port & Gorgonzola: Käsekugel“ gericht werden.
Ich muss zugeben, dass mich die Rezepte jetzt nicht wirklich vom Hocker hauen, aber die Aufmachung des Buches und die Fotografien sind einfach wunderschön und reißen es ziemlich. An vielen Stellen wird halt nicht gekocht oder zubereitet (fertiges Vanilleeis mit fertigem Essig und Erdbeeren, Baguette mit Camambert und Nektarine belegen, Apfelscheibe miz Cheddar belegen und pfeffern), sondern eigentlich nur ein bisschen dekoriert. Mir persönlich ist das ein bisschen zu wenig – als Gast würde ich mich da auch wundern, wenn ich das gereicht bekäme.

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Es folgen noch die Kapitel „Salatbüffet“, „Eisteeparty“, „Sommerfest“, „Brunch“, „Picknick“, „Mittagseinladung“, „Herbstfest“, „Cocktailparty“, „Vegane & Glutenfreie Party“, „Winterfest“, „Urlaubscocktailparty“, „Abendeinladung unter der Woche“ und „Partybüffets“. In allen gibt es in der Regel einen Begürßungsdrink, einer Vorspeise, einer Beilage, einem Hauptgericht und einem Dessert. Die Auswal der Rezepte mit Vorschlägen wie „Marokkanischer Karottensalat“, „Knackiger Apfelsalat“, „Pfeffriges Shortbread“, „Heirloom-Tomaten-Tarte“, „Beeren-Zhymian-Bowle“, „Kürbislasagne“, „Butternuss-Hummus“, „Auberginensalat“, „Polentapizzas“ und Oliven im Teigmantel“ ist bunt und abwechslungsreich, aber wie oben schon erwähnt, gibt es hier auch einige Anregungen, die mich eher er- als anregen ( -und das mit negativen Sinn). Da wird für den Eistee einfach Tee gekocht, mit Wasser getreckt und dann mit ein paar Früchten garniert, Ananas gegrillt und mit Sahne garniert („Gegrillte Ananas mit Zimtsahne“), Schokoladeneis in Kaffee gestellt (affogato al caffè“), Chicoréeblätter mit irgendeiner trockenen Mischung gefüllt (Chicoréeschiffchen“), Gurkenscheiben mit Ricotta und Sonnenblumenkernen serviert („Getrüffelte Gurkenscheiben“), fertige Gnocchi mit Pesto angeboten. Das mag ja alles mal für eine schnellen Snack super sein, aber wenn ich mir Gäste einladen, dann weiß ich das eigentlich vorher und mache etwas selbst.
fest3Was mir hingegen richtig gut gefällt – und das geht sicherlich ebenso schnell wie diese pseudo-Fertigessen-Lösungen – sind die Büffettvorschläge am Ende des Buches. Bei „Taco-Frühstücksbüffett“, „Reisnudel-Bar“, „Grillkäseparty“, „Wrap-Büffett“ und „Polenta-Party“ werden einfach alle Zutaten in kleinen Schüsseln gerichtet und die Gäste können sich ihr Essen selbst zusammenstellen. Das ist nicht nur kommunikativ und interaktiv, sondern garantiert auch, dass wirklich jeder etwas findet, das ihm gefällt.
Und irgendwie tue ich mir mit dem Fazit hier ein wenig schwer. Es überzeugen mich bei weitem nicht alle Gerichte und Ideen, aber ich finde das Konzept schön, die Bilder und Malereien wunderbar und alles in allem stimmig und stimmungsvoll. Während ich das Buch durchblättere, bekomme ich spontan Lust, mir ein kleines Häuschen im Wald zu kaufen und dort eine kleine Party mit Freunden zu veranstalten. Mit Lichterketten, Blumendeko und genau dem Flair, den Erin mit ihrem Buch versprüht. Und wenn das einem Buch gelingt, dann ist das doch eigentlich ein sehr gutes Zeichen, oder?!

ANFÄNGERTAUGLICHKEIT: ☆☆☆☆☆ (da hier nur ein bisschen gekocht wird, ja)
ALLTAGSTAUGLICHKEIT: ☆☆☆☆☆ (kein großer Aufwand, fix erledigt)
GESCHENKQUALITÄT: ☆☆☆☆ (für alle, die den Aufwand vor Festen scheuen, aber gerne feiern wollen)
ORIGINALITÄT: ☆☆☆☆ (auch, wenn es die Rezepte nicht sind, das Konzept und die Stimmung machen es wett)

©alle Knesebeck/ Erin Gleeson
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