Schräge Sache das – crazy cakes

In natura habe ich bislang noch keine Schwebetorte, so der deutsche Begriff, gesehen, sondern lediglich bei so Backduellen im Fernsehen. Umso gespannter bin ich, was mir „Gravity Cakes. Die besten Rezepte für schwerelosen Kuchen“ von Jakki Friedman und Francesca Librae aus dem Bassermann Verlag so an Vorschlägen für die Umsetzung daheim unterbreitet. Meine Hoffnung, dass ich keine unglaublich komplexen Konstruktionen benötige, damit es hält, erfüllen sich bereits in der Einleitung, in der versichert wird, dass „ein günstiger Ballonstab mit Halterung“ völlig ausreicht. Ebenso wird beteuert, dass die eigene Küche genügt und die Zutaten problemlos erhältlich sind. Das klingt doch ganz vielversprechend.

Wir starten mit den wichtigsten Backutensilien (Basics) und kommen von den wichtigsten Zutaten dann zu den wichtigsten Arbeitsschritten wie „Ballonstab auf der Tortenplatte fixieren“, „Oberfläche des Kuchen begradigen“, „Crumb Coating – Krümel binden“ bevor wir mit der „Schritt für Schritt zur Schwebetorte“-Anleitung zumindest in Sachen erste Bauanweisungen den ersten Höhepunkt erreichen. Es folge Grundrezepte für „Buttercreme“, „Vanillecreme“ und „Zitronencreme“ und endlich die heiß erwarteten Rezepte. Wir lernen wie man eine „Süße Schokoladenkuppel“ und „Süßer Wasserfall“ baut, auch der „Doppelte Wasserfall“ und „Cornflakes“ werden erläutert…. wobei das Prinzip immer das Gleiche ist. irgendetwas kippt von oben aus einem Behältnis nach unten auf den Kuchen und ergießt sich darüber. In den obigen Beispielen eben Cornfalkes, Schokokugeln, Skittles und Gummibärchen. Aber auch die Anleitung für einen Pfannkuchenberg mit Schokoladensirup garniert, Waffel mit Beeren und Schokosauce oder ein Pralinenregen werden geboten. Abstrakter sind dagegen die „Teatime“, bei der sich ein Marmeladenglas über einem zur Teezeit gedeckten Tisch öffnet, der „Start in die Grillsaison“, bei welcher der Kuchen ein Grill und das fliegende Element eine Gabel mit einer Bratwurst . Ebenso gibt es das „Gärtnerglück“ mit Gießkanne und den Kuchen zu „Halloween“ als Hexenkessel mit Reagenzgläsern. Was ich lobend hervorheben möchte, sind die bebilderten und wirklich schrittweise formulierten Anleitungen für den Bau der einzelnen Objekte. Da kommt man gut mit.


Alles wirklich coole und lustige Ideen, aber im Prinzip muss ich sagen: „kennst du eine, kennst du alle“, denn es fehlt hier schlicht an Variation. Alles ist vom Aufbau identisch und bei den meisten Kuchenkreationen wird so viel Fondant verarbeitet, um die Elemente zu verbergen, zu verbinden und schwebend zu halten, dass ich den sicherlich nicht lecker finden würde.
Als Gag für einen Geburstag würde ich mir das vielleicht mal gefallen lassen, aber da bei mir der wichtigste Aspekt der Geschmack ist und dieser hier eindeutig nur eine Nebenrolle spielt, ist das nicht mein Buch. Leider.

ANFÄNGERTAUGLICHKEIT: ☆☆☆ (eigentlich einfacher als erwartet)
ALLTAGSTAUGLICHKEIT: ☆☆ (ist halt nicht einfach ein Rührkuchen)
GESCHENKQUALITÄT: ☆☆☆ (für alle, die gerne mal vom Boden abheben)
ORIGINALITÄT: ☆☆☆ (nicht schlecht und definitiv neu, könnte man aber besser machen)

alle Bilder @Bassermann/ Neil Langan
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