Süßes sonst gibt’s Saures? Nö, ich will Saures!

img_5755.jpgSchon als Kind konnte man  mich  mit einem Glas eingelegte Rote Bete oder Essiggurken glücklich machen und auch heute findet sich beides stets in meinem Vorratsschrank. Was läge da als näher als sich diese Vorräte einmal selbst anzulegen? Statt Gewürzgürkchen aus dem Spreewald heißt es dann Rieslinggürkchen aus der Pfalz… oder so ähnlich. Helfen soll mir dabei auf jeden Fall „Saures. Rezepte für Pickles, Kimchi, Fementiertes und mehr“ von Freddie Janssen aus dem AT Verlag. Auf dem Cover strahlt uns ganz schlicht auch nur ein kleines Gürkchen entgegen und ich weiß sofort, dass ich hier definitiv fündig werde.
img_5756.jpgFreddie, die (ja, es handelt sich dabei um eine Autorin) aus Holland stammt, erklärt uns eingangs ihre Begeisterung für eingelegte Zwiebeln und alles Saure, was zu diesem Buch führte. Okay, dass sie bereits als Kind mit Vorliebe solche Dinge verschlungen hat, finde ich ein klein wenig strange, aber anders hätte ich wohl kaum das Vergnügen, mich jetzt mit diesem Buch auseinandersetzen zu dürfen. Die Kapitel „Wissenwertes“, „Einlegen versus Fermentieren“, „Tipps für ein gutes Gelingen“ und „Zur Ausrüstung (und wie  wenig davon benötigt wird)“ vesorgen uns erstmal mit allen grundlegenden Informationen bevor wir uns auf die „Pickles“ stürzen. „Eingelegte Gurken“, „Thai-Schalotten“, „Eingelegter Meerfenchel“, „Eingelegte Szechuan-Wassermelone“, „Kaffee-Shiitake-Pickles“, „Bành-mí-Pickles“, „Rote Bete in Lakritzlake“ oder auch „Süße Fenchel-Pickles“, „Bourbin-Okra-Pickles“, „Kardamom-Reinecluaden-Pickles“, „Orangenblüten-Karotten“, „Eingelegte Chipotle-Eier“, „Auberginenpickles in rotem  Miso“ und „Holunderbütenessig“ lassen uns schnell erahnen, dass wir es hier nicht  mit 0815-Rezepturen zu tun bekommen. Die Anleitungen sind übersichtlich und kompakt, die Zutaten gt erhältlich – was mich lediglich stört ist die Tatsache, dassdie meisten Rezepte nicht wirklich „haltbar“ in dem Sinne sind, dass man sie im Keller als Vorrat lagern könnte. Zwei Wochen im Kühlschrank sind okay, aber das ist leider nicht ganz das, was ich mir erhofft hatte. Als Geschenke zu Weihnachten taugen die dann nämlich leider auch nur bedingt.

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Ebenso kreativ geht es im Kapitel „Fermentieren“ weiter, in dem wir neben „Dillgurken“, „Sauerkraut“ und „Daikon-Kimchi“ noch einige weitere Variationen zu den beiden letzten finden. Mehr gibt es leider nicht und so kommt diese Zubereitsungsart ein bisschen zu kurz, wie ich finde. Es knüpfen nahtlos die „Saucen“ an mit „Umami-Ketchup“, „Kimchi-Hollandaise“, „Stilton-Dip“; „Reineclaudensenf“ sowie hausgemachter „Sriracha-Sauce“. Alles praktikable, und gut umsetzbar – schön. Auch die Bilder sind definitiv ansprechend und hochwertig.
img_5757.jpgSehr gut finde ich die Idee, im Anschluss an diese Anleitungen auch gleich noch passende Rezepte anzubieten. Da finden wir dann zum Beispiel „Matjeshering“, „Amsterdamer Zwiebeln“, „Soja-Chilipickles mit Austern“, „Frittierte Bourbon-Okra-Schoten“, „Das ultimative Meatball-Sandwich“, „Sandwich mit grünen Tomaten, Senf und Schweinebauch“, „Chipotle-Schweinefleisch-Tacos mit Yucatán-Pickles“ oder „Gegrilltes Kimchi-Stilton-Sandwich“.
Und weil man natürlich nicht auf dem Trockenen sitzen darf, folgen direkt die „Getränke“ mit Vorschlägen wie „Pickletini“, „Kimchi Bloody Mary“, „Wasserkefir mit Rhabarber und Jasmin“, „Ginger Beer“ sowie „Tepache-ilada“. Ob ich jetzt der Typ dafür bin, in meinem Getränk auch noch diese Komponenten zu finden, weiß ich nicht genau. Ich bleibe da dann doch lieber bei meinem klassischen Glas Wein…. wobei ich die Vorschläge prinzipiell natürlich absolut passend und straight finde. Von daher passt das ja alles 🙂 Sehr cooles Buch, kleine Abzüge dafür, dass die Sachen leider echt nicht lange haltbar sind und man somit nur für den nahezu sofortigen Verzehr zubereiten kann (und dafür ist das manchmal einfach dann doch zu aufwändig).

ANFÄNGERTAUGLICHKEIT: ☆☆☆ (alles gut erklärt und übersichtlich)
ALLTAGSTAUGLICHKEIT: ☆☆☆☆ (ein klein wenig zu viel Aufwand, wenn es sich nur so kurz hält)
GESCHENKQUALITÄT: ☆☆☆☆☆ (für alle, die gerne neue Ideen zum Einlegen hätten)
ORIGINALITÄT: ☆☆☆☆ (ür die kreativen Anregungen gäbe es normal fünf volle Sterne, aber wegen der eingeschränkten Haltbarkeit, muss ich persönlich einfach einen abziehen)

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