Kräuterküche – aber süß!

back.pngWenn ich an Petersilie denke, an Thymian und Dill, Kerbel und Majoran, dann in erster Linie als Dip, als Kick für den Salat oder Geschmacksbonus für Suppen, Saucen und mehr. An Kuchen, Törtchen, Waffeln, Creme und Co denke ich dabei definitiv nicht. Zeit also, dass „Backen mit Kräutern und Blüten. Kaffeeklatsch mit Frischekick“ von Petra Katrin Scott aus dem Ulmer-Verlag daran etwas ändert, denn man kann nicht nur Lavendel, Minze oder Rosmarin in der süßen Küche einsetzen. Damit wir die frischen Kräuter auch immer vorrätig haben, gibt es vorab im Einband eine kleine Kunde zur Kräuterzucht und -pflege bevor wir uns den einzelnen Kräutern, ihrem Geschmack und dem, wozu sie passen, zuwenden. back2.pngDen Anfang macht gleich ein Klassiker: Basilikum. Wer erfahren zu jedem Kraut in einem Portrait etwas über die Herkunft und den Geschmack, wie man es verwendet und, was es bei der Verarbeitung zu beachten gibt. „Erdbeertarte mit Basilikum-Ganache“, „Vanillecremetarte mit Erdbeeren und süßem Pesto“, „Warme Küchlein mit Pfirsich- Basilikum-Salat“ klingen dabei ebenso lecker wie „Duftgeranienkuchen mit Frischkäse“, „Brombeer-Mango-Tarte mit Duftgeraniencreme“, „Estragon-Zitronen-Kekse“ (eher herb als richtig süß), „Limettenmuffins mit Estragon“, „Stachelbeerkuchen mit Holunderblütensirup“ oder „Erdbeertarte mit Holunderblüten-Joghurt-Mousse“. Die ansprechenden Fotos lassen nicht erahnen, dass es sich hierbei um so ausgefallene Rezeptkreationen handelt, was aber bei dem ein oder anderen Skeptiker ganz hilfreich sein könnte. Ich denke nämlich, dass das alles toll schmeckt, vielleicht kleine, unbekannte Nuancen bietet, aber keinesfalls störende Töne. Das muss man aber dem Anhänger des klassischen Apfelkuchens oder Frankfurter Kranz‘ vorab ja nicht so direkt sagen, dann wird er es nämlich ganz bestimmt essen und mögen.

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Beim Lavendel bin ich mit dieser Aussage etwas vorsichtig, weil der definitiv ein sehr spezielles Aroma hat, das man entweder mag oder hasst. „Earl-Grey-Küchlein mit Lavendel“, „Pfirsichtarte mit Lavendel und Pinienkernen“ oder auch den „Schokoladenkuchen mit Lavendel“ würde ich daher nur dann servieren, wenn ich weiß, dass die Gäste diese leicht parfümierte Note mögen. Leichter dagegen dann eindeutig die Minze mit „Grapefruittarte mit Minze“, „Papayaküchlein mit  Minze“, „Shortbread mit frischer Minze“ und „Schokoladentarte mit Minze und Erdbeeren“.
Schwer vorstellbar für mich „Quark-Himbeer-Törtchen mit Petersilie“, „Petersilien-Rechtecke mit weißer Schokolade“ – Petersilie in süß? Ich gebe zu, da bin dann ich der Skeptiker. Vorstellbar auf alle Fälle „Orangenkuchen mit Joghurt und Ringelblumenblüten“, „Ringelblumen-Pudding-Törtchen“, „Florentiner mit Cranberries, Rosenwasser und Rosenblüten“, „Rosenring mit Beeren und Sahnewolke“, „Erdbeertarte mit Rosmarin“ oder „Schokoladenmuffins mit Aprikosen und Rosmarin“.
Auch Salbei („Waffeln mit Salbei und glasierten Äpfeln“),  Thymian („Buttermilchkuchen mit Maracuja und Thymian“), Zitronengras („Zitronengras-Panna-Cotta-Tarte“), Zitronenmelisse („Rhabarberkuchen mit Zitronenmelisse“), Zitronenverbene („Kleine Cheesecakes mit Zitronenverbene“) sowie Dill, Kerbel, Koriander, Lorbeer und Majoran (mit je einem Rezept) werden hier süß zubereitet.
Definitiv ausgefallene Rezepte, von denen ich mir durchaus etliche überaus lecker vorstelle. Ob ich jetzt Petersilie oder Dill in einem Nachtisch haben muss, weiß ich noch nicht, aber ich würde es auf einen Versuch ankommen lassen – lecker aussehen tun die Fotos nämlich alle.

ANFÄNGERTAUGLICHKEIT: ☆☆☆☆ (es sind halt keine Rührkuchen…)  ALLTAGSTAUGLICHKEIT: ☆☆☆ (wenn es wirklich jeden Geschmack treffen soll…?) GESCHENKQUALITÄT: ☆☆☆☆ (für alle, die von Kräutern nicht genug kriegen…) ORIGINALITÄT: ☆☆☆☆☆ (defintiv! und mutig!)

©alle Bilder Heike Schmidt-Röger/ ulmer Verlag

 

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