Achtung, feindliches Nachbarland ;)

ben.jpgWenn der Pfälzer eines hat, dann Geschmack. Zumindest beim Wein und bei deftigem Essen. Wer sich mit Hausmannskost anfreunden kann, der findet in der Toscana Deutschands ein bisschen den Himmel auf Erden (Vegetarier und Veganer ausgenommen). Auf der anderen Rheinseite sieht man das leider ebenso – Wein und gute Küche, das findet man laut den Badernern nämlich vor allem in ihrem Ländle. Zeit, also einmal einen Blick nach „drüben“ zu werfen. „Ben Kindler kocht Badisch. Klassisch. Kreativ“ aus dem belser Verlag bietet dafür eine optimale Ausgangslage.
img_5916Der weit gereiste Koch fasst sich in seinem Lebenslauf sehr kurz und kommt schnell zum Punkt: Wir in Baden sind Feinschmecker. Na dann, das soll er mir mal beweisen. Als badische Basics, die „bodenständig und heimatverbunden“ sind, gibt es „Brühe“ mit Einlagen wie „Badische Riebele“, „Griessknödel“, „Markklösschen“, „Flädle“. Badischer Kartoffelsalat“ sowie diverse Dressings für Salat wie „Walnussdressing“, „Chili-Senfdressing“, „Kräutervinaigrette“, „Dressings aus Saft“. Zu den meisten Rezepten gibt es dann noch Tipps und Kombinationsvorschläge. Natürlich dürfen auch „Brägele“, „Kartoffelstampf“, „Knöpfele“, „Klassische Sauce Kalbsjus oder Bratensauce“ und für Eilige  noch die schnellen Saucen „Zitronensauce“, „Orangensauce“ und „Balsamico-Rotweinsauce“. Als Vorspeise gibt es „Rotkraut mit Zander und Nussbutterschaum“; „Crème Brûlée von weißem Spargel“, „Flammkuchen in vier Variationen“, „Hecht-Ceviche mit grünem Spargel, Avocado und Grapefruit“, „Rote Bete aus dem Ofen“ oder auch „Gutedelrahmsuppe mit asiatischen Aromen“. Optisch ist das alles sehr ansprechend, die Rezepte sind übersichtlich, es gibt zu jedem Rezept ein Foto (!) und eben die bereits erwähnten Tipps. Das macht Spaß, ist gut verständlich und problemlso umsetzbar.
img_5917Zum Hauptgang dann „Rindersteak mit Röstzwiebeln und Rotweinschalotten“; „Schhäufele mit Linsensalat“, „Rehragout mit Gin, Feigen und Schokolade“, „Cordon Bleu mit Garnele, Chili und Bergkäse gefüllt“ oder „Mistkratzerle aus dem Ofen mit Gewürzbutter“. Für alle, die lieber Fisch wollen, gibt es : „Schwarzwaldforelle mit Kräuterkruste“, „Bodenseefelchen mit Mandelbutter und Kräutersauce“, „Gebackener Saibling auf asiatische Art mit Cremespinat“ – für alle, die weder das eine noch das andere Tier mögen als vegetarische Alternativen „Ofengemüse vom Freiburger Bauernmarkt“, „Nudeln mit Bröselbutter, Blumenkohl, Erbsen und Minze“, img_5918„Schwarzwurzel-Ragout“, „Gurkengemüse mit Tomaten und Kapern“.
Und wer dann noch hungrig ist, bekommt noch „Badischer Kirschplotzer á la Oma Klara“, „Gebackene Holunderblüten“, „Apfel- oder Aprikosenküchle mit Zitronengrassauce“, „Quarkmousse mit Tonkabohne und gebrannten Mandeln“ neben „Geeister Linzertorte mit warmer Himbeersauce“.
Als Pfälzer muss ich ganz ehrlich zugeben, dass die Badener auch eine ganz nette Küche haben. Kann unsere zwar nicht toppen ^^, aber gerade beim Nachtisch bin ich sehr angetan.

ANFÄNGERTAUGLICHKEIT: ☆☆☆ (gut erklärt, aber manches doch anspruchsvoll) ALLTAGSTAUGLICHKEIT: ☆☆☆☆☆ (auf jeden Fall)
GESCHENKQUALITÄT: ☆☆☆☆☆ (für Badener, die ihre Heimat vermissen und Pfälzer, die über den Tellerrand und den Rhein schauen wollen :))
ORIGINALITÄT: ☆☆☆☆ (nicht einzigartig, aber schön umgesetzt)

©alle Bilder Joss Andres/ belser Verlag
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