Doppelte Inselfreuden

0Da Zypern ja gleich zu zwei Ländern gehört, also zu Griechenland und zur Türkei, ist auch die Küche dort entsprechend vielschichtig und höchst abwechslungs-reich. In „Aphrodites Küche: Der Geschmack von Sommer und Zypern“ bringt uns Bloggerin Christina Loucas ihre von unterschiedlichen Einflüssen geprägte Heimatküche näher. Und nicht nur türkische und griechische, sondern auch syrische, libanesische und israelische Traditionen sind hier deutlich spürbar. Die perfekte Mischung also, um sich mit großer Sicherheit den perfekten Sommer-Mix auf den Teller zu holen.
3Die Autorin, die selbst als Kind regelmäßig im Urlaub dort war, beschreibt ihre Sehnsucht nach der traditionellen Küche und ihre traurige Erkenntnis, dass diese langsam ausstirbt, weswegen sie sich dazu entschloss, das hier vorliegende Werk zu verfassen und möglichst viel er Erinnerungen zu konservieren. Schwarz-weiß-Fotografien ihrer Kindheit gibt es dabei gleich zu Beginn sowie zahlreiche Erläuterungen zur Küche Zyperns, den Zutaten und den Zubereitungsarten. Wir beginnen mit Flüssigem, also den Getränken und „Verbene-Eistee“, „Zitrussaftschorle“, „Zyprischer Kaffe“, „Zyprische Limonade“. Zu jedem einzelnen Rezepten gibt es stets vorne im Kapitel eine kurze Sequenz, in der wir etwas darüber erfahren woher es kommt, welche Tradition damit verbunden ist oder, was Christina für Erinnerungen daran knüpft. Schön und persönlich. Etwas problematisch finde ich hier nur, dass gerade bei den Getränken mit wenigen Zutaten es maßgeblich darauf ankommt, dass diese extrem aromatisch sind, was bei den hier gekauften eher weniger der Fall sein dürfte. Das schmeckt dann vor Ort wahrscheinlich alles viel intensiver, nehme ich an.
2.jpgEs folgen „Brot, Pasteten & Co“ mit „Bourekia mit Hackfleisch“, „Damenfinger“, „Frittierte Bulgurbällchen mit Schweinefleischfüllung“, „Halloumi-Scones mit Minze“, „Kleie-Muffins mit Johannisbrothonig“ oder auch „Olivenbrot“, „Zyprische Crepes“ und „Zyprisches Osterbrot mit Käse“. Alles durchaus nett, mir persönlich ein wenig zu fettig, aber von den Fotos her, die übrigens reichlich und richtig schön sind, nicht unlecker. Bei „Suppen, Salate & Kleine Gerichte“ erwarten uns „Bohnensuppe“, „Bulgur-Pilaw mit Tomaten“, „Kaktusfeigensalat“, „Portulaksalat“, „Saure Weizenschrotsuppe mit Halloumi“ und „Wassermelone mit Halloumi“. Hmm… irgendwie dachte ich, dass es hier viel mehr Feta gäbe.
Als Hauptgang serviert man hier „Artischocken und Erbsen mit Dill“, „Feta-Ricotta-Ravioli“, „Frittierter Tintenfisch“, „In Rotwein geschmorter Octopus“, „In Wein geschmortes Kaninchen“, „Pikant gefüllte Zucchiniblüten“, „Zucchiniküchlein“ und „Zyprische Souvlaki“. Ds ist jetzt eher das, was ich bislang erwartet hatte bzw das, was man eben so klassischerweise kennt. Die Beilagen, also „Pickles, Dips & Extras“ wie „Eingelegte Kaperntriebe“, „Mispelkonfitüre“, „Orangenbütenwasser“ und „Zerstoßene Oliven mit Koriander“ kenne ich noch gar nicht, finde ich aber extrem spannend.

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Und dann gibt es natürlich zum Abschluss, wie könnte es anders sein, noch so eine richtig krasse Ladung Zucker mit „Apfelbaiserkuchen“, „Baklava mit Pistazien“, 5„Granatapfel-Baiser-Torte“, „Halloumi-Napfkuchen mit Minze“, „Mandelmakronen“, „Pflaumentarte mit Rosenwasser“, „Reispudding mit Rosengeranien“, „Süß eingelegte Walnüsse“ und „Traubengelee“. Alles recht mächtig und teils eben wirklich pappigst süß, aber wenn ich nach den Bildern gehe, würde ich es auf alle Fälle probieren wollen.
Ein schönes Buch, bei dem man merkt, dass es eine Herzensangelegenheit der Autorin ist, die Rezepte zu bewahren und weiterzugeben. Für alle, die den nächsten Urlaub kaum erwarten können sicher eine gute Möglcihkeit, sich den Sommer vorab nach Hause zu holen.

ANFÄNGERTAUGLICHKEIT: ☆☆☆☆ (bei ein wenig Begabung …)
ALLTAGSTAUGLICHKEIT: ☆☆☆ (da ich echt zweifle, dass wir alle Zutaten mit dieser Qualität und diesem Aroma bei uns bekommen eher nicht)
GESCHENKQUALITÄT: ☆☆☆☆ (für alle, die dringend Urlaub bräuchten)
ORIGINALITÄT: ☆☆☆☆ (nicht unglaublich ausgefallen, aber schön und ansprechend)

©alle Bilder ZS Verlag/ Christina Loucas
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