Mehrere Hände – ein Prinzip

0.jpgWer schon enmal versucht hat, abzunehmen, der weiß, dass das kein leichtes Unterfangen ist. Welche von den 1000 Methoden passt zu mir, ist für mich praktikabel – auch langfristig – und bringt vor allem wirklich was? Einen neuen Ansatz liefert dabei Suzy Wengel mit ihrem Werk „Schlank mit dem Handvoll-Prinzip: Die einfachste Diät der Welt“ (südwest Verlag). Klingt zumindest so, als wäre das total easy zu verstehen. Das Prinzip besteht dabei darin, dass man einfach mit den Händen die Portionen abmisst, die man zu sich nehmen soll. Zudem lernt der Diätwillige auf diesem Wege angeblich, sich wieder vernünftig zu ernähren udn auf seinen Körper zu hören.
4Damit wir auf unseren Körper hören können, müssen wir aber natürlich Grundlegendes zur Nahrung und dem Körper wissen. Das gibt es vorab unter anderem in den Kapiteln „Essen mit Vernunft“, „Das Tellermodell“, „Beispiele für Mahlzeiten“ und „So beginnen Sie, mit Vernunft zu essen“. „Pro Mahlzeit darf man 5 Hände voll leckerem Essen zu sich nehmen. Dazu gehören 1-2 Hände voll Gemüse, also zum Beispiel Tomaten, Paprika, Salat, Kohl und vieles mehr. Handvoll Nr. 3 ist voll von leckeren Proteinen wie Fleisch oder Fisch, magerem Käse oder Eiern. Die 4. Handvoll pro Mahlzeit besteht aus Stärke und Obst. Dazu gehören Brot, Nudeln und Kartoffeln, aber auch Erdbeeren und Kiwis. Auch Fett ist bei dieser Diät vorgesehen: 1-3 Esslöffel voll Butter, Öl, Mayonnaise und sogar dunkle Schokolade sind erlaubt. Beim Handvoll-Prinzip wird also weder auf Kohlenhydrate noch auf Fett verzichtet. Durch die Maßeinheit der Hände bekommt man wieder ein Gefühl für die richtige Menge und nimmt mit drei Mahlzeiten am Tag ganz natürlich ab, “ heißt es im Buch selbst zum Vorgehen.
1Ich gebe zu, dass ich hier schon ausgestiegen bin. Das mit dem „handvoll“ verstehe ich ja im Prinzip, aber bei Fetten ist es dann eben doch eher der Löffel voll, bei Milch eine Tasse usw. Das macht es schon wieder nicht ganz so einfach. Und dass die Autorin dann auch noch mit dem Gedanken irgendwelcher „Essenskisten“ anfängt, ist mir dann einfach echt zu viel. Ganz so simpel wie es klang, wird es wohl doch nicht. Sympathisch ist auf alle Fälle, dass Wengel elbst früher richtig dick war und nach der Geburt des zweiten Kindes und mit 100 Kilo lernen musste, sich selbst aus diesem Fress-Sumpf zu befreien. Das ist ihr auch erfolgreich gelungen und rund 40 Kilo weniger gibt es nun dieses Buch, das auch anderen mit der mthode „handvoll“ helfen soll.
3.jpgNach den Rezepten gibt es noch „Ernährungspläne für eine Woche“, „Nahrungsmittellisten“ sowie „Mass- und Gewichtstabellen“, die zur Orientierung beitragen. Die Rezepte selbst unterteilen sich in die Rubriken „Kleine Leckereien“, „Frühstück“, „Mittagessen“, „Abendessen“ und zur Freunde aller Abnehmwilligen auch „Kuchen und Dessert“. „Blumenkohlwraps“, „Grüne Burgerbrötchen“, „Marmelade mit Karotten und Orangen“, „Paprikapesto“, „Scharfe Tomatenmarmelade“,  und „Selbst gemachtes Müsli“ stehen am Anfang, dann folgen „Limabohnen in heller Sauce“, „Frühstücksburger“, „Haferreigel mit heißer Schokolade“, „Hüttenkäse mit Rhabarberkompott und Crunchies“, „Käsebrot  mit weich gekochtem Ei“, „Lachs mit Hüttenkäse“, „Overnight Oats mit Käseröllchen“, „Rühreier mit Kassler“ und „Spitzkohlwrap mit Spiegelei“. Also für Diät ist das definitiv alles echt lecker, reichlich und auch von den Fotos her definitiv etwas, womit man gut leben kann. Mittags schlemmen wir „Blinis aus Süßkartoffeln mit Steinbeißer-Rogen“, „Clubtortilla“, „Gemüsecarbonara“, „Gurkensushi“, „Hühnersalat Hawaii“, „Hummus mit Paprika“, „Krabben mit geröstetem Brot“, „Linsensalat“, „Rosenkohlsalat mit Äpfeln“, „Spitzkohl mit Krebsschwänzen“ oder „Zucchinitarte mit Bacon“.
2Abends gibt es dann auch keinen Schmalhans, sondern „Cottage Pie“, „Entenbrust mit Rotkohlsalat“, „Fischpaket mit Gemüse“, „Gefüllte Hühnerbrust mit Parmaschinken“, „Gefüllter Lachs mit Zuckererbsen“, „Griechische Frikadellen und Salat mit Roggenkörnern“, „Hacksteaks mit grünen erbsen“, „Lammkeule mit Knaobluch“, „Schnitzel mit Gemüsebeilage“, „Tortillaauflauf mit Hühnchen“, „Überbackene Koteletts“, „Weißer Spargel mit Schinken und Sauce hollandaise“, „Wokgericht mit Tigergarnelen und weißen Bohnen“. Schön, dass es offensichtlich möglich ist, auch mit leckerem und normalem Essen abzunehmen und nicht die hollandaise vom Spargel kratzen zu müssen oder die Panade vom Schnitzel -irgendwie extrem beruhigend.
Und sogar Nachtisch ist erlaubt, wie „Karottenkuchen mit Inger“, „Schwarze-Bohnen-Brownies“, „Skyr-Eis mit überbackenem Rhabarerkompott“ und „Süßkartoffelkuchen“ zeigen.
Wem das System liegt und wer das Prinzip gut versteht, der kann hier sicherlich gut ein paar Kilos verlieren. Gesund und ausgewogen ist es allemal, mir persönlich aber irgendwie ein bisschen zu umständlich.

ANFÄNGERTAUGLICHKEIT: ☆☆☆☆ (mit ein bisschen Übung auf alle Fälle …)
ALLTAGSTAUGLICHKEIT: ☆☆☆ (da ich echt zweifle, dass wir alle Zutaten mit dieser Qualität und diesem Aroma bei uns bekommen eher nicht)
GESCHENKQUALITÄT: ☆☆☆☆ (für alle, die dringend Urlaub bräuchten)
ORIGINALITÄT: ☆☆☆☆ (nicht unglaublich ausgefallen, aber schön und ansprechend)

©alle Bilder Südwest Verlag/ Skovdal Nordic