Bunt, bunter – boah, Regenbogenkuchen

bunt.jpgEs vergeht ja kaum ein Tag, an dem ich bei Facebook nicht irgendwo einen quietschebunten Kuchen präsentiert bekommen – höchstens noch getoppt von der Version, bei der zusätzlich kübelnde Einhörner darauf drapiert werden. Nichtsdestotrotz muss ich ja zugeben, dass die, sofern sie gut gemacht sind, schon ein optisches Highlight darstellen. Voller Elan stürze ich mich also auf „Regenbogenkuchen. 30 einfache Rezepte für farbenfrohes Backwerk“ von Coralie Ferreira aus dem südwest Verlag und weiß schon beim Anblick des Einbandes, dass alle Fans von Lebensmittelfarbe hier voll auf ihre Kosten kommen werden 😀
bunt2.pngbunt2Ganz kurz und knapp erfahren wir, welche Arten von Lebensmittelfarbe es gibt und worin sie sich unterscheiden und schon geht es los. „Regenbogentorte“, „Umgekehrte Regenbogentorte“ (in diesem Fall ist die Füllung eingefärbt und nicht der Teig), „Dreistöckige Regenbogentorte“, „Regenbogentorte mit Blaubeeren und Brombeeren“, „Himmelstorte mit Kokos und weißer Schokolade“, „Regenbogenkuchen mit Limette und Mandeln“, „Rosen-Regenbogentorte“ – da ist für jeden Farbwunsch das passende dabei, wobei mir so etwas wie die Rosentorte besser gefällt, bei der quasi ein „ombre-Farbverlauf“ im Inneren stattfindet, also hellrosa Schichten oben zu kräftig dunklen unten werden.
Ähnlich ist das auch bei „Regenbogentorte mit Kokos. Mango & Passionsfrucht“, bei der es von dezentem gelb zu rot geht, „Regenbogentorte mit Orangenblütenwasser“, „Regenbogenherz mit Beeren“, „Schokoladen-Krokant-Regenbogentorte“ und Regenbogenstern mit Himbeeren & Schokolade“ finde ich ebenfalls alle ansprechend, weil sie entweder rötlich oder in verschiedenen Brauntönen daherkommen.
Die „Regenbogentorte mit schwarzem Sesam & Matcha“ in Grau- und Schwarz-Schattierungen müsste ich hingegen eher nicht auf dem Teller haben, da ich schon schwarzes Sesam-Eis nicht sonderlich ansprechend finde…
bunt3.pngVon den Zubereitungen her sind die Rezepte überschaubar, keine komplizierten Zutaten, keine lange Vorbereitungszeit und abgesehen davon, dass man eben immer mehrere Schüsseln für die verschiedenen Farben braucht auch alles vom zusätzlichen Aufwand zu einem „normalen Kuchen“ her überschaubar. Vom Aufbau her ist alles übersichtlich und klar strukturiert – für Anfänger, die es bunt treiben wollen also perfekt geeignet.
Noch schlimmer sind aber definitiv der „Regenbogen-Marmorkuchen“ und der „Regenbogen-Käsekuchen“ oder auch der „Regenbogen-Engelskuchen“, bei denen alle Farben wild durcheinander gemischt werden. Das würde ich nicht nur dankend ablehnen, da würde ich mich sogar gänzlich verweigern das zu essen. Bäh. Gleiches gilt übrigens auch für „Regenbogen-Rolle“, „Regenbogen-Cupcakes“, „Regenbogen-Macarons“ und „Regenbogen-Cakepops“ – ich bin kein Spießer, aber ich finde das einfach echt nicht lecker, wenn das so grausig bunt ist.
Dann doch lieber eine Spur dezenter so wie bei „Roter Kuchen mit Frischkäsecreme“, „Battenberg-Kuchen“ (nur weiß und rosa), oder „Gefüllte Regenbogen-Cookies“ – da hat eben jeder Keks ne andersfarbige Füllung. Die Regenbogen-Baisers sehen auch eher ein bisschen nach Knete-Objekten als nach Essbarem aus, aber noch angenehmer als diese knallfarbigen Kuchenmonster.
Hmmm… vielleicht bin ich  noch nicht reif für dieses Zeug und brauche erst mal ein Kind, das mich dafür begeistert, aber etliche von den Rezepten finde ich einfach too much. Gerne bunt und ansprechend, gerne farbenfroh und mit Farbverläufen aber alles mit Maß, bitte.

Anfängertauglichkeit: ☆☆☆☆☆ (auf alle Fälle)
Alltagstauglichkeit:  ☆☆☆ (wenn man unter 18 ist oder für Kinder backt…)
Geschenkqualität: ☆☆☆☆ (für Einhornfans)
Originalität: ☆☆☆☆ (mehr Regenbogenvariationen gibt es fast nicht mehr)

© alle Bilder: südwest Verlag/ Régis Baudonnet