Heimat, Hygge, Hausboot-Style

laekker.jpgWenn wir aktuell an die Dänen denken, dann ist da vor allem dieser „Hygge“-Trend, den man überall findet und natürlich Scandinavian Design. Schlicht, elegant und trotzdem gemütlich. So in etwas ist das auch mit dem Buch „Laekker! Di skandinavische Küche des verrückten Dänen“ von Brian Bojsen aus dem ZS Verlag. Der hat dieses nordische laissez-faire vermutlich auch mit der Muttermilch aufgesogen, zumindest gibt er sich schon auf den ersten Seiten so. Cooler Surfer, lockerer Vater, verrückter Kumpel – eben einer zum Pferde stehlen. Dass er genau diesen „Hygge“-Style auch lebt, erfahren wir schon recht früh, aber wir hätten das anhand der Bilder auch so geahnt … kochen ist einfach, gelingt jedem, macht Spaß und glücklich. Das ist seine zentrale Botschaft – neben so ein paar weiteren Dingen wie Familie, Freunde, Genuss, Hygge … ja, das Intro hat es auch seitenmäßig in sich.

laekker3.pngDas erste Kapitel „Vorher“ (Fost) legt auch gleich richtig zünftig los mit „Rote Bete mit Ziegenkäse“, „Ceviche von Austernpilzen und weißen Bohnen“, „Brians Thunfischtatar mit Avocadosalsa“, „Weiße Heringsfilets“, „Gebratener Hering mit Meerettichcreme“, „Thunfisch-Ceviche mit karibischer Kokossauce“, „Gegrillte-Garnelen-Ceviche“, „Cowboy-Kaviar auf Römersalat“, „Spinatsalat mit Erbsen und Parmesan“, „Tuna-Smorrebrod“, „Rührei mit selbst gemachter Salsiccia“ und dazwischen allerlei aus der Welt der Dänen und zu deren Kultur. Kapitel zwei lautet dann „Küstenküche und dänische Klassiker“ (Kytkokkenet og danske klassikere) und darunter fallen Gerichte wie „Jakobsmuscheln mit gebackenem Blumenkohl und Pankobutter“, „Flusskrebse aus dem Steinsfjord à la Ola“, „Miesmuscheln in Weißwein-Tomaten-Sauce“, „Heilbutt mit Erbsen-Speck-Püree“, „Makrelen-Hotdog“, „Garnelencocktail wie aus den 80ern“, „Karbonader vom Ibérico-Schwein“, „Pariser Boeuf“, „Hackbällchen in Apfe-Curry-Sauce“, „Lammkeule aus dem Ofen mit Baked-Potatoe-Chips“ sowie „Dänischer Schweinekrustenbraten mit süßen Kartoffeln“. Abgesehen davon, dass die Zutaten aus dem Meer bei uns vermutlich nicht ganz so erschwinglich sind wie in Dänemark, finde ich das alles schon extrem ansprechend und würde es sofort bestellen.

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Zu allen Gerichten – auch schon im Kapitel zuvor – gibt es Erklärungen, was dahintersteckt, was sie Brian bedeuten oder welche Rolle sie für die Dänen spielen. Informativ und interessant, zumal hier an der ein oder anderen Stelle zusätzlich noch Tipps und Tricks eingebunden sind.
Kapitel drei, das als „Einfach geil“ (Simpelthen laekkert) daherkommt, macht munter weiter mit „Gegrillter Ceasar-Salad“, „Surf and Turf auf Asia-Salat“, „Linguine mit Fenchel und Chorizo“, „Spaghetti mit zweierlei Lachs, Dill und Aquavit“, „Nudelauflauf mit vier dänischen Käsesorten“, „Pfifferlingsburger mit Ziegenkäse“, „Danish-French-Toast für Jaden“, „Rehrücken mit Hokkaido und Steinpilzen“, „Skandinavisch-indonesische supereasy Thai-Curry-Paella“ – also wenn das alles typisch für die Dänen ist, dann ist ein Urlaub dort eigentlich fast schon Pflicht. Sehr geil! Und alles begleitet von richtig schönen Fotos. Gefällt mir sehr gut.

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Das vierte und somit vorletzte Kapitel serviert als „Beilagen-Baukasten“ (Sides-vaerktojskasse) alles, was man noch dazu reichen könnte wie „Grillgemüse à la Brian“, „Eingelegte süße Rote Bete“, „Trüffelmayonnaise“, „Barbecuesauce“, „Sauce tartare“, „Brains dänische Remoulade“, „Kokossauce“, „Asia Salsa Verde“, „Kräuterbutter“ und „Süße Schalotten“ – hauptsächlich Dips und Saucen also. laekker5.pngMit der letzten Rubrik „Nachher“ (Bagefter) landen wir dann auch endlich dort, wo ich so richtig rundum happy bin: Beim Süßkram. „Rote Grütze mit Vanillesauce“, „Norwegisches Krokant-Sahne-Eis“, „Erdbeer-Kaltschale mit Kammerjunkere“, „Mandelmilchreis mit Kirschsauce“, „Omas Apfelkuchen im Glas“, „Lynchburg Lemonade“, „Crazy Dansk Lemonade“, „Rosemary Tequila Sour“, „Sunshine Baby“, „Siennas Nussnougatröllchen“, „Graubrottorte“ und „Cheesecake“. Ja, ich bin absolut zufrieden.
Das Buch überzeugt als Mischung aus Dänischen und kunterbunten internationalen Gerichten, denen Brian ein bisschen scandinavian flair einhaucht. Auch der Däne selbst präsentiert sich in diesem Buch äußerst sympathisch und zugänglich. Für mich besonders lobenswert natürlich, dass es richtig viele Fotos gibt und die Bilder des Autors und seiner Familie nicht anstatt der Foodfotografie eingebunden werden, sondern zusätzlich. Das gibt ein dickes Plus.

Anfängertauglichkeit: ☆☆☆☆ (das leider eher nicht, weil viel Fisch und Fleisch)
Alltagstauglichkeit:  ☆☆☆ (nicht unbedingt in unseren deutschen Landen)
Geschenkqualität: ☆☆☆☆ (für alle Fans des skandinavischen Lebensstils)
Originalität: ☆☆☆☆☆ (weil es ein rundum schönes und beglückendes Werk ist)

© alle Bilder: ZS Verlag/ Brian Bojsen/ Marco J. Drews