Nudelsuppe mit asiatischem Touch: Pho

pho.jpgNicht nur, aber auch diese gibt es in „Simply Pho. Die echte vietnamesische Küche“ von Thuy Diem Pham erschienen bei Knesebeck. Acht Kapitel von „Thuys Basics“, „Vietnam in meiner Küche“, „Suppen & Brühen“, „Straßenküche“, „Kleinigkeiten“ über „Salate & mehr“ bis hin zu „Thuys Kreationen“ und „Süße Genüsse“ entführen uns in die Küche des Küstenstaats in Südostasien, der bei mir normalerweise ganz allgemein unter „asiatisches Essen“ fällt, da ich es bislang schlicht nicht besser weiß. Hoffentlich bin ich nach der Lektüre ein ganzes Stückchen schlauer 🙂
pho1.jpgVorab erzählt die Autorin von ihrer Kindheit in Armut und mit viel Verzicht, in der schon der Verlust eines Stiftes quasi den Ruin bedeuten konnte, weil man nur mit Stift zur Schule durfte und ein neuer zu teuer gewesen wäre. Das Essen spielte damals – auch, wenn es keineswegs opulent oder ausgefallen war – eine große Rolle, weil ihre Mutter es stets mit viel Mühe und Liebe zubereitete. Neben dieser sehr persönlichen Erklärung zur Rolle des Essens im Vietnam nimmt uns Thuy aber auch mit auf die Reise durch ihr Land, erklärt uns Sitten und Gebräuche.
Und dann geht es los mit geschmackvollen Basics wie „Chili-Zitronengras-Marinade“, „Frühlingszwiebelöl“, „Karotten-Daikon-Pickle“, „Soja-Shiitakepilze“, „Salz-Pfeffer-Limetten-Dip“, „Cremige Kokossauce“, „Tamarinden-Fischsauce“, „Hoisin-Erdnuss-Sauce“, „Fischbrühe“, „Gemüsebrühe“ und mehr. Bei allem steht auch die originale Bezeichnung auf thailändisch dabei, bei der es aber so viele Dächelchen und Pünktchen gibt, dass ich das nicht nur nicht aussprechen, sondern auch gar nicht abtippen kann  – es sei mir verziehen.

pho3.jpgDas erste richtige Kapitel beginnt mit einem wunderbaren Stilleben und den Rezepten für „Karamellisierter Kokosfisch“, „Ingwerhähnchen“, „Gegrillte Aubergine mit Sojaglasur“, „Gebackener Wolfsbarsch mit Zitronengras, Chili und Ingwer“, „Vietnamesische Brokkoli-Knoblauch-Pfanne“, „Süßsaure Garnelensuppe“, „Schweinsterrine mit Ei“, „Bittergurken mit Hackfleischfüllung“ und „Glasierte Schweinerippchen“. Zu vielen Gerichten gibt es Fotos, die mich aber so gar nicht anmachen. Woran das liegt, kann ich nicht so richtig sagen, aber lecker ist das in meinen Augen nicht. Suppig wird es dann mit „Rinder-Pho nach Art des Hauses“, „Hähnchen-Pho“, „Nudelsuppe mit Taschenkrebs, Schweinefleisch und Tomaten“ oder auch „Pikante Nudelsuppe mit Rind-und Schweinefleisch“. Auch hier sind die Fotos eher künstlerische Stilleben, was ich manchmal ein wenig überladen finde. Da ist dann so viel auf den Bildern zu sehen, dass ich regelrecht überfordert bin und das eigentliche Rezept den Fokus verliert. Auch bei der Straßenküche sind die Bilder aufwändig arrangiert, aber oft ein wenig zu voll. TRotzdem klingen „Zuckerrohrspieße mit Garnelenküchlein“, „Knusprige Frühlingsrollen mit Schweinefleisch und Garnelen“, „Sommerrollen mit Räucherlachs, Mango und Veilchen“ (mein bisheriges Highlight auch optisch), „Mini-Pfannkuchen mit Garnelen“, „Rindfleischspieße in Betelblättern“ richtig gut. Vielleicht bin ich hier weniger kritisch, weil ich die Dinge kenne? Ich bin mir nicht ganz sicher, aber das Kapitel sagt mir definitiv mehr zu als die ersten. 

 

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Dann gibt es mit „Gegrillte Riesengarnelen in Honig“, „Venusmuscheln mit Zitronengras“, „Gegrillter Tintenfisch in Chili“, „Schweinerippchen und Chickenwings mit Zitronengras und Chili“ und „Schwenkfleisch“ ein paar Kleinigkeiten bevor „Pfannengerührter Wasserspinat“, „Nudelschale mit Tofu und Steinpilzen“, „Süßsauer Tintenfischpfanne“, „Hähnchen-Mango-Salat“, „Entensalat mit Erbsensprossen und Tamarindendressing“ zeigen, was man hier unter „Salat“ versteht.
pho4.jpgEigene Kreationen der Autorin dürfen natürlich auch nicht fehlen und so steuert sie „Gebackenes Kabeljaufilet mit Zitronengras“, „Glasierter Lachs mit grünem Pfeffer“, „Thunfisch-Ceviche mit Mango und Ananas“, „Entenconfit mit Pho-Aromen und Soja-Enteneidotter“ sowie „In Kokos geschmorte Rinderrippchen“ bei. Und dann fehlt halt noch der süße Abschluss, den man in der vietnamesischen Küche mit „Süße Ingwer-Mungobohnen-Klöße“, „Gedämpfter Bananen-Kokos-Kuchen“, „Pudding mit Schwarzaugenbohnen“, „Mungobohnenlollis mit Sesam“ gestaltet. Nennt mich konservativ, aber da bleibe ich ganz ehrlich doch lieber bei dem, was ich so unter Nachtisch verstehe ….
Wer ein authentisches Buch sucht, Lust auf eine Küche mit viel Zitronengras und Chili hat, der wird hier fündig. Von den Zutaten her ist das alles gut umsetzbar – man braucht halt ein paar Basics für die Küche, die dann aber wiederum in den meisten Rezepten auftauchen. Ich persönlich fremdel hier etwas, muss da aber die Gründe wohl bei mir suchen, denn das Buch an sich ist echt schön.

Anfängertauglichkeit: ☆☆☆ (nicht so wirklich)
Alltagstauglichkeit: ☆☆☆ (dafür braucht man doch zu viele Zutaten)
Geschenkqualität: ☆☆☆☆ (für alle, die Chili, Zitronengras und Vietnam mögen)
Originalität: ☆☆☆ (Schöne Rezepte, authentisch und mit viel Liebe zum Detail bei den Fotos umgesetzt)

alle Bilder: © Knesebeck/ David Loftus