Von der Vielfalt der Kartoffel

kartoffelEs geht doch nix über die Grumbeere, wie sie bei uns in der Pfalz so schön heißt. Bratkartoffeln, Kartoffelauflauf, Kartoffelbrei, Kartoffelstampf, Gequellte und und und. Da kann einem doch gar nicht langweilig werden. Genauso bodenständig wie der Erdapfel kommt auch das ihm gewidmete„Kartoffel auf Pfälzisch“ von Helga Rosemann (Lauinger Verlag. Der kleine Buchverlag) daher. Und weil es eben ein „Pfälzer Kulturgut“ ist, diese Kartoffel, gibt es vorab eine umfangreiche Erklärung zu deren Weg in die Pfalz, ihre Verbreitung dort (Kartoffelmuseum, Grumbeere-Markt, Kartoffelschnaps), ihre Rolle in der Geschichte und natürlich Grundlegende Infos zur Knolle selbst.

Und wenn man jetzt schon so viel über die Grumbeere gelesen hat, wird es endlich Zeit, dass diese sich in ihrer besten Form präsentiert: auf dem Teller. 33 traditionelle Rezepte hat die Autorin in der Pfalz zusammengetragen. Das Angebot reicht dabei von „Cubes Parmentiers“, „Kartoffelpfannkuchen mit Äpfeln nach Emma Wundt“, „Backesgrumbeere (Backkartoffeln)“, „Braune Grumbeere“, „Grumbeer-Pannekuche“, „Pfälzer Grumbeersupp“ und „Kunsthäwelflesch“ über „Rahmgrumbeere“, „Saumagengrumbeere“ bis hin zu „Grumbeerwaffeln“, „Schneebällcher mit Weinschaumsoß“, „Buwespitzle (Schupfnudeln)“, „Sickinger Grumbeer-Knepp“, „Weiße Käs mit Gequellten“, „Dreggische Grumbeere“ und „Grumbeerstampf“.
Darüber hinaus gibt es Rezepte für „Pfälzer Kartoffelbrot“, „Gerollde Grumbeerknepp“, „Himmel und Erde“, „Kartoffel-Steinpilz-Kuchen“ oder auch „Pfälzer Quetsche Knepp (Zwetschgen-Knepp)“ und – besonders jetzt passend – „Wallhalbener Grumbeer-Lebkuche“.
Schöne und rustikale Rezepte, die ohne viele Zutaten daherkommen und eindrucksvoll zeigen, wie wandelbar die Knolle ist. Alle Rezepte werden von bodenständigen und urigen Bildern begleitet, bei denen ich sofort Lust auf eine Wanderung zu einer unserer Pfälzer Waldhütten bekomme, denn genau so kriegt man das auch dort serviert. Bodenständig, echt, ungekünstelt und einfach echt lecker. Danke für diese charmante Ode an die Grumbeer‘, sie hat es verdient.

Anfängertauglichkeit: ☆☆☆☆☆ (ja, vor allem, weil man kaum Zutaten benötigt)
Alltagstauglichkeit: ☆☆☆☆☆ (Kartoffeln passen immer)
Geschenkqualität: ☆☆☆☆ (für alle, die Alternativen zu Bratkartoffeln und Pommes suchen)
Originalität: ☆☆☆☆ (mehr kann man aus der Knolle fast nicht rausholen)