Cin cin! Es gibt Tapas.

tapasAls Fan von Fingerfood und Kleinigkeiten zum nebenbei Essen, kam ich an „Simply Tapas. Das superschnelle Tapas-Kochbuch“ (DK Verlag) von Frédéric Schulz, Stephan Wagner und José Francisco Rodriguez natürlich nicht vorbei. Schnelle Gerichte, davon gleich mehrere, weil es eben nur Kleinigkeiten sind und damit die Möglichkeit für jeden, sich das auszusuchen, was er mag. Perfekt. Ob für den relaxten Abend zu weit auf dem Balkon, den Spieleabend mit Freunden oder die Party – Tapas kommen immer gut an.

tapas1Wer die Tapas gerne etwas sättigender haben möchte, dem bietet das Buch im Anhang einige Anregungen, welche man besonders gut kombinieren kann, um sie zur Hauptmahlzeit umzufunktionieren. Aber schauen wir doch erst einmal, was wir überhaupt so geboten bekommen. Eine kleine Karte veranschaulicht die einzelnen Regionen Spaniens mit den dort typischen Spezialitäten, klassische Basics wie „Olivenöl & Oliven“, „Jamón & Chorizo“, „Manchego“ und „Datteln“ werden ein bisschen näher betrachtet und dann geht es mit den Grundrezepten für „Caldo de vegetales“ (Hausgemachter Gemüsefond), „Bresa de verdura“ (Mirepoix-Röstgemüse), „Reducción de vino“ (dunkle Rotweinjus), „Aioli“, „Mojo verde“, „Masa de Coca“ (Spanischer Fladenteig), „Coca con queso de cabra“ (Fladen mit Ziegenkäse, Rosmarin und Zwiebeln), „Coca con anchoas“ (Fladen mit Sardellen, Lauch und Paprika). Das versprochene „Kochen in weniger als 20 Minuten“ wird schon hier nur eingehalten, wenn man die Garzeiten nicht einrechnet. Das ist schon getrickst, finde ich.

tapas 1.2

Pintxos, also Spießchen, die meist auf Weißbrot gesteckt werden, gibt es unter anderem als „Pintxos con chorizo“, „Pintxos con queso de cabra eventuekto“ (Spieße mit Ziegenkäse im Schinkenmantel), „Pintxos con queso de cabra caramelizade“ (Spieße mit karamellisiertem Ziegenkäse), „Pintxos con gambas“, „Pintxos dulces“ (Süße Spieße mit Melone). Optisch sind die Häppchen auf alle Fälle schön anzusehen und finden sicherlich tapas2reißenden Absatz. Auch Suppen dürfen in der spanischen Küche nicht fehlen und so liefern uns die Jungs passende Rezepte für „Gazpacho“, „Salmorejo Cordobés“ (Kalte Tomatensuppe), „Sopa fría de almendras“ (Kalte Mandelsuppe) und „Sopa castellana“ (Suppe nach kastilischer Art).

tapas3Fleischig wird es mit „Chorizo al sidra“, „Albóndigas“ (Hackbällchen in Tomatensauce), „Solomillo al vino tinto“ (Rinderlende mit Rotweinjus), „Pollo con alioli“, „Morcilla con cebollas“ (Blutwurst mit Rotweinzwiebeln), fischig bei „Pulpo a la gallega“ (Oktopus nach galizischer Art), „Mejillones al vino blanco“ (Muscheln in Weißwein), „Gambas al ajillo“, „Calamares al andaluz“, „Boquerones en vinagre“ (Eingelegte Sardellen) und „Tatar de atún“ (Thunfischtatar auf Avocado). Optisch gibt es an allen Gerichten absolut nichts auszusetzen – aber da die Autoren ja auch Gastronomen sind, war das eigentlich zu erwarten. Nach wie vor wurmt mich nur ein bisschen, dass Arbeitsschritte wie „gehen lassen“, „marinieren“ und „im Ofen garen“ einfach nicht zur Zubereitungszeit gezählt werden und die maximal 20 Minuten auf diese Weise immer eingehalten werden, auch wenn das ein oder andere Rezept durchaus 4 Stunden in Summe benötigt.
tapas4Für die Vegetarier serviert man hier „Patatas bravas“, „Tortilla de patatas“, „Ensalada de patatas“, „Pan con tomate“, „Pimientos de padrón“, „Ensalada mixta“, „Champinones al ajillo“, „Espárragos en tempura“ (Spargel in Tempurateig) oder auch „Flan de espárragos“ (Spargel-Flan). Würde ich Fleisch und Fisch nicht mögen, wäre ich bei der Auswahl wohl etwas enttäuscht, da ich das alles ein bisschen unspektakulär finde.
Zu trinken werden verschiedene Variationen von Sangria, „Vermú Tonic“, „Rebujito“, „Osborne 103 y Ginger Ale“, „Americanino“ und „Etta James“ gereicht, aber auch Kaffeevariationen mit Hochprozentigem.
Nachtisch wird hier leider nur sehr klein geschrieben und bekommt gerade einmal zwei Doppelseiten für „Pudding it Karamellkruste“, „Vanille-Flan mit Karamell“, „Reispudding“, „Vanillecremespeise“ und „Schokoladentrüffel“. Auch bei den Bildern überzeugt dieser Teil als Abschluss eine Naschkatze wie mich leider gar nicht.
Trotz dieses Wehrmutstropfens am Ende ein schönes Buch mit unkomplizierten Rezepten, die spanisches Flair in die eigenen vier Wände bringen.

Anfängertauglichkeit: ☆☆☆☆☆ (si, si)
Alltagstauglichkeit: ☆☆☆☆☆ (definitivamente)
Geschenkqualität: ☆☆☆☆☆ (für alle, die Tapas mögen)
Originalität: ☆☆ (Abzug für die Lieblosigkeit bei den Desserts und den Beschiss bei den angeblichen 20 Minuten)