Frühstück? Nun ja …

breakIch bin nicht der Mega-Frühstücker und unter der Woche ist mir mein Milchkaffee zusammen mit einem Joghurt oft genug. Am Wochenende darf es dann aber gerne mal mehr und ausgefallener sein. Kreative Anregungen hierfür erhoffe ich mir mit „Breakfast love. 45 geniale Frühstücksrezepte aus aller Welt“ von Elisa Paganelli und Laura Ascari erschienen im Christian Verlag. Ein erster Blick verrät mir, dass wir unter anderem nach Alaska, Island und Westafrika reisen. Ich bin gespannt.
break3Wir arbeiten uns alphabetisch durch die Länder und starten mit „Qaimag chai“ [eine Art Chai-Tee] (Afghanistan), „Ful medames“, [Bohnensuppe](Ägypten), „Ravani“ [Sirupkuchen] (Albanien), „Gaufre“ [Hefewaffeln] (Belgien), „Kiselo mlyako“ [Joghurt mit Einlage] (Bulgarien) und „Mian tiao tang“ [Nudelsuppe] (China). Für mich als Süßfan sind deftige Suppen zum Frühstück zwar unvorstellbar, aber spannend, was man in anderen Ländern so morgens auftischt.

break2Alle Rezepte sind übersichtlich gestaltet und einfach umzusetzen. Besonders gut gefällt mir natürlich, dass alle bebildert sind und die Fotos richtig schön angerichtet wurden.
Wenn ich dann allerdings sehe, dass bei Deutschland „Pumpernickel“ als typisch angepriesen wird und dazu ein Bild mit Würstchen auf einem Käsebrot sehe, bei denen ich absolut nicht weiß, was zur Hölle das für Würste sein sollen und mir überlege, ob ich schon jemals Pumpernickel angeboten bekommen habe, dann zweifel ich doch etwas daran, ob die Rezepte der Autorin wirklich typische Frühstücksrezepte abbilden.

break4Weiter geht es unter anderem mit „Appeltaart“ (Holland), „Hafragrautur“ [Porrdige](Island), „Pumpkin pies“ (Kanada), „Kimchi“ (Korea), „Panecillo“ [Süße Brötchen mit Schinken](Kuba), „Rupjmaiz“ [Kümmelbrot](Lettland), „Msemmen“ [Fladenbrot] (Marokko) und „Blini“ (Russland). Gerade wenn hier vermehrt Brotvariationen präsentiert werden, finde ich das zwar schön, aber irgendwie so unbefriedigend. Klar gibt es in vielen Ländern landestypische Brotspezialitäten zum Frühstück, aber dann könnte man nahezu bei jedem Land ein Brotrezept abdrucken.

Es folgen noch „Cranachan“ [Schichtdessert mit Whiskey] (Schottland), „Tostadas“ [belegte Brote] (Spanien), „Menemen“ (Türkei) [Rührei mit Tomate und Paprika] oder auch „Rarebit“[Überbackener Käse-Chili-Toast] (Wales) sowie „Kunun gyada“[Erdnus-Reis-Getränk] (Westafrika).
Definitiv viele sehr außergewöhnliche Ideen und sicher leckere Anregungen, aber eben nicht unbedungt Frühstück. Ob man in Amerika jetzt wirklich klischeemäßig Dougnuts isst, wage ich mal zu bezweifeln. Die Tostadas aus Spanien sind eher kleine Häppchen für nachmittags oder abends und, ob man in Schottland morgens schon ein Dessert mit Whiskey auftischt – ich glaube doch eher nicht. Zumindest ist  mir das dort nirgends untergekommen.
Zusammengefasst ein nettes Buch, aber leider nicht unbedingt das, was man bei dem Titel vermuten würde.

Anfängertauglichkeit: ☆☆☆☆☆ (ob ich das alles morgens hinbekomme, ist eher so eine Frage der persönlichen Zurechnungsfähigkeit in der Frühe …)
Alltagstauglichkeit: ☆☆☆☆☆ (ist ja dafür gedacht und gemacht)
Geschenkqualität: ☆☆☆☆☆ (für alle, die mehr als Müsli wollen)
Originalität: ☆☆☆ (ausgefallen ja, aber für mich nicht unbedingt „Frühstücks-Ideen“)