Der Mann und das Ziel Gourmetküche Teil II – diesmal mit dem Ducasse

ducasseIch hatte ja schon erwähnt, dass ich nicht nur den Björn ausgwählt hatte, den Mann auf seinem Weg in die Sterneküche zu begleiten, sondern auch noch einen französischen Vertreter: Alain Ducasse. Den einzigen Sternekoch Frankreich, der es geschafft hat, zeitgleich mit zwei seiner Restaurants jeweils drei Sterne zu holen. Und das will in Frankreich ja mal was heißen. Das erste, was bei „Der Ducasse. Die besten Rezpte vom Meister der französischen Küche.“ auffällt, ist, dass es ein verhältnismäßig langes Intro gibt. Erst erfahren wir alles über den Weg des Kochs zu seinem Job, den der Vater ursprünglich absolut nicht für gut erachtete, dann folgt eine Beschreibung der Ducassen Küche. Auch die Häuser selbst unnd die Karten werden beschrieben. Falls ich also jemals dort lande, weiß ich, was mich erwartet. Mit rund 250 Seiten haben wir einen richtigen Wälzer vor uns, der in die Kapitel „Appetithappen und Vorspeisen“, „Gemüsegerichte“, „Meeresfrüchte und Fisch“, „Geflügel und Fleisch“ sowie „Desserts“ aufgeteilt ist. Klassisch also. Im Anhang folgen dann noch „Grundrezepte“ – er geht wohl nicht davon aus, dass ich schon alles weiß bzw der Mann „Kalbsbrühe“, „Parmesankekse“ oder „Konditorencreme“ mal eben aus dem Ärmel schüttelt. Sehr aufmerksam ^^.
ducasse1Das bewährte Spiel „du darfst dir was raussuchen“ auch dieses Mal und ich entscheide mich für „Lachs mit Sauce Bearnaise“. Weil da irgendwie die Beilage fehlt und Ducasse erwähnt, dass  Chicoreesalat sehr gut zu Lachs passt, beschließen wir das zusätzlich zuzubereiten. Der Mann macht sich an die Arbeit. Erstmal wird deswegen „Sherry-Essig“ gekauft – sowas hatte der Mann bislang nicht da. Auch Estragon und richtiges „fleur de sel“ schafft er sich an. Ich entscheide, dass wir den Chicorree nicht als Salat machen, sondern als Gemüse und suche aus meinen zahlreichen Kochbüchern ein geeignetes Rezept. Ich werde in meinem „Gemüse. Das Kochbuch“ fündig und wähle die Variante des in Orangensaft geschmorten Chicoree. Das Rezept dazu lege ich dem Mann auch hin (ja, ich halte mich aus dem Kochprozess wikrlich komplett raus) und suche das Weite. Soll er sich mal mit dem Ducasse alleine rumschlagen.
Immerhin haben wir diesmal kein Vergleichsbild so dass er auf alle Fälle behaupten kann, dass das exakt so aussehen muss. Das ist einer der kleinen Kritikpunkte an dem Buch: es gibt meiner Meinung nach viel zu wenig Bilder. Und da ich eben auf Bilder stehe und meine Gerichte unter anderem nach der Optik wähle, tue ich mir hier etwas schwer. Zudem werden etliche Gerichte nur vorgeschlagen – also ganz kurz gesagt, was man kombinieren könnte, ein richtiges Rezept gibt es dann aber leider nicht. Finde ich jetzt etwas suboptimal. Das ist wie zeigen und dann, wenn man es haben möchte, wegnehmen. Den Mann stört hingegen der wilde Misch aus unterschiedlichsten Schriftenarten, – größen und -farben. Außerdem tut er sich mit der französischen Küche und den Franzosen ein wenig schwer ^^.

Der Mann macht sich auf jeden Fall hochmotiviert ans Werk, kalkuliert mal so minimum 2 Stunden und verschwindet in der Küche. Nach etwa dieser Zeit präsentiert er sein Ergebnis: Der Fisch ist auf den Punkt, die Sauce, die eigentlich keine Sauce ist, sonern irgendwas mit brauner Butter, die er geklärt hat, Estragon und anderen Gewürzen, ist ein wahrer Traum. Dazu der süßliche Chicoree – es passt wunderbarst und ich bin hin und weg. Auch der Koch selbst ist vom Ergebnis absolut überzeugt. Es scheint, als wären die fehlenden Bilder kein Hindernis für ihn und wir beschließen beide, dass das definitiv nicht das letzte Gericht war, das er mit dem Ducasse zusammen fabriziert hat.

Anfängertauglichkeit: ☆☆☆
Alltagstauglichkeit: ☆☆☆
Geschenkqualität: ☆☆☆☆
Originalität: ☆☆☆☆

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