Derb, komisch und urbayrisch

sau.jpgAuch wenn der Markt von so genannten „Heimatkrimis“ nur so geflutet wird, gibt es doch hin und wieder den ein oder anderen, der mich doch noch reizt. In diesem Fall war das „Sau am Brett“ von Oliver Kern. Der zweite Fall um Fellinger, wobei ich den ersten nicht kenne. Wie ich feststelle, tut das dem Lesevergnügen zum Glück keinen Abbruch. Fellinger, seines Zeichens Lebensmittelkontrolleur, wird zufällig Zeuge eines merkwürdigen Todesfalls. Mitten im Essen bricht ein Gast des Löffelmachers zusammen, den er kurz zuvor noch dienstlich unter die Lupe genommen hatte.

Sofort befürchtet er, etwas übersehen zu haben oder am Ende selbst Opfer einer Intrige zu sein. Das Opfer, eine Größe am Hamburger Kiez, soll ordentlich Dreck am Stecken haben, doch galt der Anschlag auch wirklich ihm oder wurde er nur versehentlich das Opfer eines Anschlags? Natürlich ermittelt hier auch die Polizei, von der Fellinger aber so rein gar nichts hält, weswegen er sich selbst auf die Suche nach Motiv und Opfer begibt. Währenddessen planen seine Eltern daheim aus seinem Jugendzimmer und dem angrenzenden Raum eine Ferienwohnung zu machen und auch hier sieht er dringenden Handlungsbedarf.
Und dann wären da auch noch die holden Weiblichkeiten, die das Aufsehen Fellingers erregen, wobei das ein oder andere Haferl vor, während und nach Dienstschluss Fellingers Urteilsvermögen durchaus leicht beeinflusst…
Ein sehr spezieller Hobbydetektiv, der kein Blatt vor den Mund nimmt und in derbstem Bayrisch den Herren von der Polizei zu Verstehen gibt, was er von ihnen hält – hier passt alles und man hat definitiv Spaß. Wobei ich ganz ehrlich zugebe, dass ich nicht jedes Fluchen so richtig übersetzen kann beziehungsweise bei jedem dialektalen Begriff eindeutig weiß, was er bedeutet. Da würde an der ein oder anderen Stelle ein kleines Wörterbuch helfen 😉 Für mich aber ein gelungenes Werk, bei dem ich mir sicher die folgenden Bände und das Erstlingswerk auch zu Gemüte führen werde.